Buchhandel listet Krawallautor aus

Akif Pirinçci nicht lieferbar

Ob im Buchhandel vor Ort oder im Netz: Als Konsequenz auf seine "KZ-Rede" zum Pegida-Jahrestag haben mehrere Verlage die Verträge mit Akif Pirinçci aufgekündigt, auch die belletristischen Titel sind im Buchhandel inzwischen fast nirgends mehr lieferbar.

Deutschland von Sinnen

© Bild: Manufactum Verlag

Akif Pirinçci bezeichnet sich selbst als "Krawallautor" – mit seiner Hassrede in Dresden hat der deutsch-türkische Schriftsteller aus Sicht vieler Buchhändler nun eine rote Linie überschritten. Die Konsequenz: Der Buchhandel hat nicht nur Hetzschriften wie "Deutschland von Sinnen" und das aktuelle Buch "Die große Verschwulung" ausgelistet, auch die Katzenkrimis des Autors werden nach einer Umfrage des Börsenblatts von vielen Buchhändlern nicht mehr auf Lager geführt und auch nicht auf Kundennachfrage bestellt - auch buchhandel.de hat inzwischen acht Titel des Autors ausgelistet.

Inzwischen sind die Titel des Autors bspw. weder auf Amazon, Thalia.de, hugendubel.de, weltbild.de, buecher.de und auch auf ebook.de nicht lieferbar, sofern überhaupt Treffer bei der Suche ausgeworfen werden. Die Barsortimente KNV, Umbreit und Libri führen den Autor jedenfalls nicht mehr. Auch in den Filialen der Buchhandelsketten werden die Titel nicht mehr bestellt, sofern überhaupt eine Kundennachfrage besteht. Im inhabergeführten Buchhandel zumindest gab es kein Sortiment, das Interesse für die Titel bei den eigenen Kunden sieht. Dennoch erklärten mehrere Buchhandlungen, selbst im Falle eines Kundenwunsches diese Titel nicht bestellen zu wollen – dies erhärten auch ähnliche Umfragen verschiedener Tageszeitungen, etwa im "Westfälischen Anzeiger".

Für Aufsehen sorgte auch die Ankündigung eines Antiquars aus Hamm. Der Antiquar Friedhelm Nonte (58), Inhaber des Atrium-Buchpalasts, hatte angekündigt, am verkaufsoffenen Sonntag seinen Bestand von Akif Pirinçci öffentlich schreddern zu wollen. Nonte hatte laut "WA" nach zahlreichen "gut gemeinten Ratschlägen, aber auch wüsten Beschimpfungen" die Aktion schließlich abgesagt.

Nirgendwo Pirinçci?

Eine Ausnahme bilden ausgerechnet die Sachbücher des selbsternannten Krawallautors beim Manuscriptum Verlag: "Die große Verschwulung" und "Deutschland von Sinnen" sind auf der Verlagsseite noch lieferbar – Verleger Andreas Lombard hatte zuvor angegeben, nicht mehr mit Pirinçci zusammenzuarbeiten. Doch stattdessen verteidigte er in seinem eigenen Blog das Verlagsprogramm (inklusive seines eigenen Titels: "Homosexualität gibt es nicht"). Auf der Verlagsseite wird der Titel beworben mit den Worten "Sonst boykottiert, hier lieferbar" – es heißt weiter: "Akif Pirinçci ist ein zwar sprachmächtiger, aber alles andere als ein geschmackssicherer Autor. Letzteres hat er auch mit seinem Auftritt  auf der Pegida am 19. Oktober in Dresden demonstriert. (…) In  theatralischer Scheinempörung stellen die Medien nun, wie gewohnt, ihre Gesslerhüte und Springstöckchen für öffentliche Gehorsams- und Dressurübungen auf. Andere Verlage sind schon gehüpft. Wir täten das auch dann nicht, wenn wir die Zusammenarbeit mit Pirinçci nicht schon vor seinem Pegida-Auftritt beendet hätten."

Die beiden Bücher waren auch in der Börsenblatt-Ausgabe Nummer 42 beworben worden – was für erhebliche Kritik gesorgt hatte, u.a. durch den Quer Verlag und die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld. Der Verlag hat eine weitere Anzeige für eines der Bücher daraufhin abgelehnt, die Redaktion distanzierte sich von den Inhalten – Börsenblatt-Chefredakteur Torsten Casimir bezeichnete den Abdruck der Anzeige im Editorial der Folgeausgabe als "verkehrt".

Das Gebahren Pirinçcis zieht indessen weitere Kreise, nachdem bereits der Sachbuchautor und Journalist Alexander Glück angekündigt hatte, nicht länger mit Akif Pirinçci in einem Verlag sein zu wollen und der Edition Sonderwege / Manuscriptum den weiteren Vertrieb seines Buches "ADHS – Wie lebhafte Kinder für krank erklärt werden" untersagt hatte, kündigte auch Pirinçcis Websmaster die Zusammenarbeit auf.

Zwischenzeitlich wurde das Profil des Autors durch Facebook gesperrt, seit vergangenem Sonntag ist Krawall-Pirinçci aber wieder in gewohnter Manier im Netzwerk unterwegs.

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18 Kommentar/e

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  • Neidhardt

    Neidhardt

    Eine Buchhandlung, die mir die Besorgung irgendeines literarischen Werkes - aus welch guten oder schlechten ideellen Gründen auch immer - verweigert, werde ich nicht mehr betreten und mir von ihr auch keine Literatur mehr liefern lassen.

  • Fritsche

    Fritsche

    Und eine Buchhandlung, die mir die Besorgung dieses literarischen Werkes ermöglicht, werde ich nicht mehr betreten und mir von ihr auch keine Literatur mehr liefern lassen.

    Tja, was jetzt... Patt-Situation...

  • Alexander Glück

    Alexander Glück

    Das Sperren, Schreddern oder Verbrennen von Büchern, welchen Inhalts auch immer, hat dem deutschen Geistesleben noch nie gutgetan. Interessant ist aber, wie gerne sich sowohl die Branche als auch die Kunden diesem Aussortierungs-Ungeist an die Brust werfen. Darin liegt im Vergleich zur Schmutz- und Schundliteratur Akif Pirinçcis die ungleich größere Gefahr.

  • Elke Bader

    Elke Bader

    Dann werden wir wohl künftig Produkte, die wir bewerben möchten, der Zensur vorlegen müssen. Allen voran dem neuen Großinquisitor der Anzeigenschaltung im Börsenblatt, Herrn Casimir. Er scheint ja jetzt die Befugnis zur inhaltlichen Prüfung auf politische Korrektheit und anschließende Zensur zu haben. Man fragt sich nur - wann liest er das alles? Hat der Verlag ihm Vorabdrucke zugesandt, die ein solches Statement nach kritischer Auseinandersetzung rechtfertigen - oder wird hier nur ein unreflektiertes Konsensdenken nachgeplappert, das sich auf Kurzinfos, Whats App Sätzchen und Schlagzeilen aus der Presse bezieht? Gerade Verlegern und vor allem Vertretern des Börsenvereins sei angeraten, sich an die demokratischen wie juristischen Grundregeln zu halten. Hier gilt vor pauschaler Verurteilung die Unschuldsvermutung! Die harmlosen Katzenkrimis nun auch schon in "Sippenhaft" zu nehmen, verweist ja schon auf die dunkelste Vergangenheit der Bücherverbrennung. Haben Sie eigentlich Martin Heideggers "Sein und Zeit" auch schon auf Ihrer Liste? Dies wäre nur konsequent ! Es ist in diesem Land zum Glück niemandem verwehrt, einen kritischen Diskurs zu führen, der Schriften hinterfragt und deutlich stellt, sie entlarvt, oder sich ihnen entgegensetzt. Doch Bücher im Vornherein auf eine schwarze Liste zu setzen und sich damit auch noch Vorbildlichkeit anzumaßen, ist in Wirklichkeit eine Entmündigung der Leser und geistige Gleichschaltung. "Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu verdienen", riet Immanuel Kant. Es ist der Grundgedanke der Aufklärung. Erschreckend, sich nun Zensur als kulturelle Leistung zuzuschreiben.

  • Norbert Zeller

    Norbert Zeller

    Die Entwicklung, welche den letzten Bücherverbrennungen in Deutschland folgte, war nicht nur unrühmlich, sondern katastrophal. Die Menschen, welche heute Bücherverbote fordern, schreien oft am lautesten, ob Manche denn nichts aus der Vergangenheit gelernt hätten. Hier bleibt nur noch zu sagen: Wehret den Anfägen!

  • Andrea

    Andrea

    Als Buchhändlerin kann ich darüber entscheiden, welchem Buch ich in meinen Regalen Platz einräume. Und hier würde ich mir sehr wohl das Recht nehmen, Bücher, die mir zuwider sind - aus welchen Gründen auch immer - hier den Platz zu verwehren. Die Entscheidung treffen wir tagtäglich... was kommt ins Regal, was nicht?
    Allerdings würde ich nicht auf die Idee kommen die Besorgung eines (lieferbaren) Titels zu verweigern, weil mir der Inhalt nicht passt. Muss ich dann jeden Kunden und jedes georderte Buch durchleuchten, in welcher Absicht es gekauft wird und wes Geistes Kind der Kunde ist?
    In einer freien, demokratischen Gesellschaft müssen wir es auch als Buchhändler aushalten, meiner Meinung nach, dass Kunden nicht nur das lesen möchten, was uns gefällt.

  • Th. Kleinschmidt

    Th. Kleinschmidt

    Natürlich kann jeder Buchhändler entscheiden, wie sich sein Sortiment zusammensetzt und was bei ihm im Regal stehen soll. Das ist unternehmerische Freiheit. Hier ist des Pudels fauler Kern klar bei den Verlagen, Barsortimentern und Amazon zu finden. Hier wird - salopp gesagt - einem Menschen, der sich erdreistet anders zu denken als gewünscht (die strafrechtliche Relevanz des "KZ-Spruchs" ist ja noch auszuloten, was aber bei der öffentlichen Hexenjagd keine Rolle zu spielen scheint) der Geldhahn abgedreht. Ich mag Pirinçci nicht, stehe seinen Thesen und vor allem seiner Vulgärsprache ablehnend gegenüber und finde das Auftreten bei Pegida unsäglich, aber was hier passiert lässt mich im Mark erschauern. Hier wird die berufliche Existenz eines Autors vernichtet, noch bevor die Staatsanwaltschaft überhaupt entschieden hat, ob das Gesagte juristische Konsequenzen haben wird.

    Natürlich ist es auch die unternehmerische Freiheit der Verlage, Barsortimente und Amazon zu entscheiden, welchen Autoren sie verlegen/listen/vertreiben. Aber das ändert ja nichts daran, dass sie sich bereitwillig der medialen und beruflichen Vernichtung eines unliebsamen Autors anschließen.

    Ach so, auf buchreport.de ist man immerhin noch so ausgewogen, die Kritik von David Berger am deutschen Buchhandel und dessen "Rückfall in die Barbarei" (Berger) als Lesetipp zu empfehlen.

  • Alexander Glück

    Alexander Glück

    Bi der Strafaktion der Großfirmen ist mir persönlich Pirinçcis berufliche Existenz herzlich egal. Es fragt ja auch niemand danach, welche beruflichen Nachteile es mir gebracht hat, mit dem Mann im selben Verlag publiziert zu werden. Es würde auch niemanden interessieren, falls ich mich entscheiden würde, meine beruflichen Perspektiven durch solche Auftritte zu gefährden. So viel Selbstverantwortung muß sein.

    Mir geht es allein um die aus Prinzip betriebene Büchervernichtung, die übrigens seit 20 Jahren in Sachen Rechtschreibreform in jeder Stadt- und Schulbücherei am Toben ist. Gegen Indizierung und Schredderung zu sein und für sich das Recht in Anspruch zu nehmen, in bestimmter Nachbarschaft nicht zu veröffentlichen, sind für mich zwei Seiten derselben Medaille.

    Abgesehen davon: Hat sich schon einmal jemand gefragt, ob der deutsche Buchhandel mit seiner Selbstbeschränkung nicht gerade denjenigen Umsatz-Springwellen beschert, die Pirinçcis Werke weiterhin (im Direktvertrieb) ausliefern?

  • Daniel

    Daniel

    Keine Frage, dass der Autor jegliche Grenzen der "Meinungsäußerung" überschritten hat, grundsätzlich scheint diese denunziatorische und ausgrenzende Umgangsweise mit Menschen im Kulturbetrieb selbst hoch problematisch.

    Denn während im Journalismus langsam erste selbstkritische Töne angeschlagen werden bezgl. der öffentlichen "Hetzjagden" der letzten Jahre (Guttenberg, Kachelmann und wie sie alle heißen), beteiligt sich die Buchbranche fröhlich weiter an der Hexenjagd auf Akif Pirinci. Trägt ähnliche Züge ...

    „Wir haben an der Menschen- und Hetzjagd nach Leuten, die Fehler begangen haben, partizipiert.“ Davon gibt es einige: Meckel, Afhüppe und di Lorenzo benennen die Affäre um Ex-Bundespräsident Christian Wulff, den Untergang von Karl-Theodor zu Guttenberg, die aktuelle Berichterstattung um Ex-VW-Vorstand Martin Winterkorn und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, die derzeit wegen Plagiatsvorwürfen Schlagzeilen macht. „Das Darstellen der Fehler ist richtig“, erklärt di Lorenzo. „Die Hetze als die Leute schon am Boden lagen, ist ein Armutszeugnis für unsere Branche.“ Er kritisierte die immer wieder gleiche Masche der Medien, erst Menschen „hochzuschreien“, um sie dann „niederzuschreien“ und einen „Konformitätsdruck“, der dazu führe, „dass auch intelligente Menschen fragen: Sprecht ihr euch eigentlich alle ab?“ Meckel sagte, sie habe in einer überregionalen Tageszeitung den Satz gelesen: „Die perfekte Frau von der Leyen zeigt Schwäche – endlich“. Meckel: „Da wird mir anders.“ Auf die „berufliche Vernichtung“ folge dann die „gesellschaftliche Vernichtung“, so di Lorenzo.

    http://meedia.de/2015/10/15/die-fairness-ist-verlo ren-gegangen-sven-afhueppe-miriam-meckel-und-giova nni-di-lorenzo-ueber-qualitaetsjournalismus/

  • IF

    IF

    @Daniel: Jaja, eine reine Hetzkampagne der "Lügenpresse", die dem Herrn die Worte "Aber die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb" einfach so in den Mund gelegt hat.


  • Daniel

    Daniel

    @IF: Nein, das behaupte ich sicher nicht.

    Es ist falsch und verurteilenswert und höchst grenzwertig, vermutlich justizabel, was der Autor gesagt hat. Das steht außer Frage und dafür wird er auch die Konsequenzen tragen. Verlage und Buchhandel haben trotzdem die Chance differenzierter zur reagieren, wenn sie denn wollen.

    Mann könnte z.B. unterscheiden zwischen grenzwertigen Veröffentlichungen der letzten Zeit und Katzenkrimis, die sicher nichts mit Volksverhetzung zu tun haben....

    Ich finde es schlicht schade, dass der Ausgrenzungsmechanismus, wie er bei PEGIDA und Co. gelebt wird, auch im Kulturbetrieb angekommen zu sein scheint. Wer die gleiche Strategie und Rhetorik wie seine "Gegner" wählt, begibt sich auf deren Level.

    Ich bin der Ansicht, dass es nicht zur Verbesserung des gesellschaftlichen Klimas beiträgt, wenn Politiker, Presse und Kulturszene zum gleichen Schwarz-Weiß-Denken, Freund-Feind-Schema, zur gleichen "Kriegsrhetorik" und zu solchen Maßnahmen greifen.

    Aber das ist nur meine Meinung, Sie können gerne eine andere haben, ohne in jedem Kommentar einen PEGIDA-Sympathisanten vermuten zu müssen :)

  • Neidhardt

    Neidhardt

    Ach, werte/r IF, wenn Sie wüssten, wie sehr Ihr messerscharfer Sarkasmus sich gegen Sie selbst und gegen eben jene von Ihnen offenbar völlig unkritisch frequentierten Medien richtet! Zur Lektüre empfohlen:

    DIE WELT, Pirinçci geht wegen Rufschädigung gegen Medien vor (31.10.2015)
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article1482 86602/Pirincci-geht-wegen-Rufschaedigung-gegen-Med ien-vor.html

    STEFAN NIGGEMEIER, Die Unwahrheit über Akif Pirinçcis „KZ-Rede“ (01.11.2015):
    http://www.stefan-niggemeier.de/blog/22191/die-unw ahrheit-ueber-akif-pirincis-kz-rede/


  • IF

    IF

    @Neidhardt: Hinterher hat man es natürlich ganz anders gemeint.
    Für mich ist und bleibt es indiskutabel mit den gewählten Begriffen "zu spielen". Sich dann auch noch als das arme Opfer zu generieren, verdreht endgültig die Tatsachen. Ich bin kein Buchhändler, würde mir in diesem Fall aber auch die Freiheit nehmen, den Autor auszulisten. Der Herr kann ja einen Verkauf ab Lager (Höhö, Achtung messerscharfer Sarkasmus!) organisieren.

  • Th. Kleinschmidt

    Th. Kleinschmidt

    @IF: "Hinterher hat man es natürlich ganz anders gemeint."

    Nein. Nicht hinterher. Die Presse hat in diesem Fall mutwillig einen falschen, den Sinn entstellenden Zusammenhang konstruiert und veröffentlicht. Egal wie indiskutabel es ist, mit den gewählten Begriffen zu "spielen" (Zustimmung übrigens dafür), hier wurde gezielt ein falscher Zusammenhang herbeigeführt. Wenn selbst der - nicht gerade als geifernder Rechtspopulist bekannte - Stefan Niggemeier diesen Skandal akribisch seziert und den betreffenden Medien Vorwürfe macht, sollte man besser mal nachdenken.

    Pirinçci ist - so unappetitlich das auch klingt - tatsächlich ein Opfer. Egal wie widerlich man den Typen finden mag, auch ein Akif Pirinçci hat das Recht, korrekt in den Medien zitiert zu werden. Wer wundert sich dann noch, wenn gewisse Kreise von "Lügenpresse" reden?

    Und ja, natürlich hat ein Buchhändler das Recht, Pirinçci "auszulisten". Darum geht es aber inzwischen schon gar nicht mehr. Sondern um die fatale Rolle der Presse in dieser Geschichte.

  • Neidhardt

    Neidhardt

    Nun, da nehme ich gegenüber "IF" den Vorhalt des fehlplazierten Sarkasmus natürlich mit Bedauern zurück. Das trifft die Sache wirklich nicht so ganz ...

  • Alexander Glück

    Alexander Glück

    Volle Zustimmung, was die Rolle der Medien betrifft. Stefan Niggemeier betreibt einen Blog, der das Verhalten der Medien beschreibt. Dieses Verhalten war falsch, Herr Niggemeier dokumentiert das, und das war's.

    Jetzt kommt das Aber: Die Rechten spekulieren ja gerade darauf, das Rechtsstaatsprinzip für sich in Anspruch nehmen zu können, sobald sie die Opferkarte ausspielen. Genau deswegen zündeln sie so lange, und ihre Gegner tun ihr jedes Mal verläßlich diesen Gefallen.

  • Andres

    Andres

    Wenn einzelne Werke gesperrt werden, gut, das kann eine Entscheidung nach Inhalt sein, keine Frage. Aber einen Autor insgesamt zu sperren, und zwar auf allen Ebenen, auch Werke, die mit keiner Silbe verboten sind, anstößig oder was auch immer ... Himmel, da gruselt's mir.
    Das größere Problem ist hier in diesem Fall nicht, was Pirinçci gesagt hat, sondern was danach kam. Ersteres kann und muss eine Demokratie ertragen, letzteres aber nicht. - Hinzu kommt, dass Pirinçci auch noch grob fahrlässig falsch zitiert wurde.

  • Sverin Möller

    Sverin Möller

    Ich habe den Artikel erst für eine Satire gehalten, ein wenn auch etwas schräges Plädoyer für Toleranz und Gelassenheit und gegen eine um sich greifende ideologisierende Dummheit. Der angeführte Autor Glück und das "Second-Hand-Geschäft für Bücher“ in Hamn sind ja unschlagbare Referenzen. Ist es aber offensichtlich völlig ernst-gemeint. Wo sind wir nur angekommen? Muss ich alles immer und immer wieder wiederholen? Was treibt uns immer wieder Intoleranz und Gleichschaltung im Namen der jeweils gerechten Sache nicht nur als akzeptabel hinzunehmen sondern auch als notwendig zu betrachten? Und muss hier ausgerechnet der Buchhandel unter den Vorreitern sein? (Schreddern ist aber auf jedenfalls umweltverträglicher als verbrennen…)

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