Buchmarktforschung bleibt schwierig

eBuch kündigt Datenliefervertrag mit der GfK

Der Aufsichtsrat der Buchhändlergenossenschaft eBuch hat beschlossen, den Vertrag zur Exklusiv-Lieferung von Verkaufsdaten an die GfK zu kündigen. Dies hat eBuch-Vorstand Lorenz Borsche boersenblatt.net auf Anfrage bestätigt.

Künftig würden diese Daten nur noch dem Marktforscher Media Control zur Verfügung gestellt. Als Gründe für die Kündigung nennt Borsche die im Oktober geschlossene Vereinbarung zwischen Thalia und der GfK über den Aufbau eines Tools zur Optimierung des Lagerbestandsmanagements auf Handelsebene sowie Zweifel an der Datenverwendung durch die GfK-Tochter Geomarketing, die nach eigener Aussage "ortsspezifische Erfolgskriterien von Standorten, Shops, Vertriebsgebieten, Zielgruppen oder Filial- und Distributionsnetzen" bewerten kann.

Vor allem die Aussage der GfK, "die gezielte Erkennung von Trends und eine bessere Verwaltung der Lagerbestände stehen im Vordergrund des Kooperationsprojektes", hätte reale Befürchtungen geweckt. Denn damit, so Borsche könnten die Daten der unabhängigen Händler an deren Standorten dazu genutzt werden, Filialisten bei der Ansiedlung von neuen Konkurrenzläden zu unterstützen. Der Aufsichtsrat hätte sich klar gegen den Versuch gewandt, Filialisten Panel-Daten anzubieten, die diesem gegenüber unabhängigen Buchhandlungen (und mithin auch den eBuch-Mitgliedern) einen Wettbewerbsvorteil verschaffen würden.

Verschärfend kommt laut Borsche hinzu, dass die Gfk Mitgliedsbuchhandlungen der eBuch angeschrieben habe, um sie als direkte Datenlieferanten zu gewinnen. Dies sei ein klarer Verstoß gegen den mit der eBuch ausgehandelten Vertrag, so Borsche.

Mathias Giloth, der Geschäftsführer der GfK, ist derzeit für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Sein Plan, alle Datenlieferanten bis zum 30. November zur Aufhebung ihrer Marktexklusivitäten zu bewegen, dürfte durch die aktuelle Entscheidung der eBuch allerdings einen Rückschlag erlitten haben.

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