Buchtage Berlin: Die Eröffnung

"Plattform der Ideen und Meinungen"

Mit einem starken Bekenntnis zu europäischen Werten von Freiheit und Demokratie hat Heinrich Riethmüller, der Vorsteher des Börsenvereins, die Buchtage 2017 in Berlin eröffnet. Vor zahlreichen Vertretern französischer Branchenverbände betonte Riethmüller auch die wachsende Bedeutung der deutsch-französischen Zusammenarbeit im kulturellen Bereich. Und die Franzosen sprachen eine Einladung nach Paris aus - für einen Ehrengastauftritt 2019.

© Tobias Bohm

Mit Bezug auf den früheren französischen Außenminister Robert Schuman, der in Vorbereitung der Europäischen Union bereits davon sprach, dass in Europa "einer den anderen braucht", leitete Riethmüller ein Branchentreffen ein, das in diesem Jahr ganz im Zeichen des deutsch-französischen Austauschs stehen soll. "Deutschland und Frankreich standen am Anfang der Idee eines vereinten Europas", sagte der Tübinger Buchhändler (hier seine Rede im Wortlaut). Und heute, nach den jüngsten, ermutigenden Wahlen im Nachbarland, gingen von Frankreich erneut ermutigende Impulse für ein liberales, offenes, demokratisches Europa aus - und ein klares Votum gegen nationale Abschottung.

Anschließend sprach Riethmüller die derzeit drängendsten Branchenthemen an und forderte die Politik auf, zu Lösungen beizutragen. Insbesondere das Urheberrecht sei akut der Gefahr umfassender Einschränkungen ausgesetzt. Der Regierungsentwurf eines neuen Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetzes drohe Autoren wie Verlage zu enteignen und bedürfe dringend einer Überarbeitung, so der Börsenvereinsvorsteher. Ein weiteres Thema, das der Buchbranche Kopfzerbrechen bereite, sei die zurückgehende Kundenfrequenz in vielen Innenstädten.

Zur Stärkung der demokratischen Gesellschaft trägt die Buchbranche nach Riethmüllers Auffassung Entscheidendes bei: "Wir bieten den Ideen und Meinungen eine Plattform", sagte er,. Durch die Arbeit von Verlagen und Buchhandlungen könne Fakes und alternativen Fakten fundiert recherchierte Information entgegengesetzt werden.

Die Wichtigkeit deutsch-französischer Zusammenarbeit unterstrich in seinem Grußwort der Präsident des französischen Verlegerverbands SNE, Vincent Montagne. Auf dem Spiel stehe die Qualität und Vielfalt des europäischen Buchmarkts. Montagne forderte zur gemeinsamen Verteidigung der Buchpreisbindung auf, ebenso zur Förderung des Lesens insgesamt. Er lud die deutschen Gastgeber ein, als Ehrengast zur Pariser Buchmesse 2019 zu kommen.

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