Buchtage Berlin: Frequenzverlust in den Städten

"Plattform zum Austausch einrichten"

Sinkende Kundenfrequenz im Handel: Kaum ein Schlagwort macht derzeit so die Runde wie dieses. Das Nachwuchsparlament und eine Diskussionsrunde haben Rezepte gegen die schwindende Kundenzahl gesucht. VON CHRISTINA SCHULTE

Jürgen Kron, Kirsten Lenz, Thilo Schmid und Stephanie Lange

Jürgen Kron, Kirsten Lenz, Thilo Schmid und Stephanie Lange © Tobias Bohm

Zwei Stunden hatten die Nachwuchsparlamentarier Zeit, Ideen zu entwickeln. Der Reigen der Vorschläge, den sie erarbeitet hatten, war groß. Schlagworte wie Einkaufserlebnis, Beratungskompetenz, kreative Werbung, intensive Pressearbeit oder Lieferservice wurden mit Leben gefüllt. In einer Podiumsdiskussion wurde das Themenfeld dann gemeinsam mit Branchenexperten beackert.

Stephanie Lange, Geschäftsführerin von Hugendubel, konstatierte: „Der Frequenzrückgang ist nicht aufzuhalten, wir werden die Kunden nicht wieder zurückholen.“ Daher müsse man sich die Frage stellen, wie man die Kunden noch mehr begeistern und binden könne. Dazu sei auch eine individuellere Ansprache nötig. Außerdem müsse man überlegen, wie jene Menschen, die in der Stadt flanieren, in den Laden kommen. Für sie besteht ein Weg darin, dass Politik und Immobilienbesitzer aktiv werden, um eine Attraktvitätssteigerung der Städte zu befördern.

Thilo Schmid, Leitung Gesamtvertrieb und Marketing der Verlagsgruppe Oetinger, hob die Komplexität des Themas hervor. Für ihn wäre es sehr reizvoll, alle Überlegungen, die es bisher dazu gibt, auf einer Plattform zusammenzubringen. Verlage wüssten genug über ihre Kunden, für wen Bücher gemacht werden. Offenbar gelinge es ihnen jedoch manchmal nicht, das dem Buchhandel zu vermitteln.

Kirsten Lenz (Verkaufsleitung DACH Verlagsgruppe Oetinger) könnte sich vorstellen, mehr mit direkten Rückmeldungen aus allen Buchhandlungen zu arbeiten. Von den Verlagen könnte es Unterstützungsangebote geben und Überlegungen, wie man gemeinsam aktiv werden kann.

Jürgen Kron, Sprecher der IG Regionalia, betonte, dass die Kunden vor Ort individuell und mit regionaler Note angesprochen werden wollten. Er sprach auch von einer „Verödung der Buchhandlungen“. Überall würde ein ähnliches Programm angeboten, oftmals ohne große Begeisterung. Kompetenz und Abgrenzung könne durch den Verkauf von Regionalia erzeugt werden. „Frequenz erhöhen durch Regionalia“, lautete denn auch sein Vorschlag.

 

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