Buchtage Berlin: Volker Kauder als "Förderer des Buches" ausgezeichnet

"Sicher wollen Sie mir auch sagen: Junge, mach weiter so"

Schon mit seiner kurzen Ansprache machte Volker Kauder seiner Auszeichnung als "Förderer des Buches" alle Ehre. Der Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag nahm die Plakette des Börsenvereins heute auf der Hauptversammlung in Berlin in Empfang - und bedankte sich mit Sätzen wie: "Eine Stadt ohne Buchhandlung hat einen Teil ihrer Seele verloren."

Volker Kauder (links) wurde von Vorsteher Heinrich Riethmüller als "Förderer des Buches" ausgezeichnet

Volker Kauder (links) wurde von Vorsteher Heinrich Riethmüller als "Förderer des Buches" ausgezeichnet © Tobias Bohm

Mit der Auszeichnung würdigt der Börsenverein Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die mit der Welt des Buches in besonderer Weise verbunden sind. Kauder habe sich unter anderem mit großem persönlichen Einsatz für den reduzierten Mehrwertsteuersatz für Hörbücher eingesetzt, so der Verband: "Er war offen für die Belange der Verlage bei den Beratungen zum Urheberrechts-Wissensgesellschafts-Gesetz und hat die Ausweitung der Buchpreisbindung auf E-Books maßgeblich vorangetrieben", heißt es in der Begründung weiter.

Mit langem Atem setze Kauder sich für faire Rahmenbedingungen rund um das Kulturgut Buch ein – zuletzt auch mit einem erneuten und klaren Bekenntnis zur Buchpreisbindung, ergänzte Vorsteher Heinrich Riethmüller bei der Verleihung der Auszeichnung in Berlin: "Damit hilft er, die Publikationsvielfalt und eine vitale Buchhandelslandschaft zu erhalten."

"Ich mache doch nur meine Arbeit"

Der Geehrte nahm die Plakette "mit großer Dankbarkeit und Freude" an – und würzte seine Dankesrede mit einer kräftigen Portion Humor . Als er von der geplanten Auszeichnung erfuhr, habe er sich gefragt: "Was habe ich eigentlich angestellt, dass Sie auf die Idee kommen mich auszuzeichnen? Ich mache ja nur meine Arbeit." Kauders Fazit: "Ich gehe davon aus, dass Sie mir damit auch sagen wollen: Junge, mach weiter so."

Der Politiker hatte dabei ein paar gute Nachrichten für die Branche im Gepäck. Denn seiner Einschätzung nach könnte die EU-Richtlinie zum Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt, die unter anderem eine Verlegerbeteiligung auf nationaler Ebene wieder möglich machen soll, durchaus noch in der aktuellen Legislaturperiode des EU-Parlaments verabschiedet werden. "Damit lässt sich eine Fehlentwicklung korrigieren", machte Kauder deutlich.

Leistung, betonte Kauder, müsse sich lohnen, für Verlage wie für Autoren – "auch wenn einige meinen, aus übergeordneten Interessen könne man die geistige Leistung, die sich im Buch niederschlägt, zum Nulltarif bekommen", so Kauder in Anspielung auf das neue "Urheberechts-Wissensgesellschafts-Gesetz".

Die Marktmacht großer Internetkonzerne machte Volker Kauder in Berlin ebenfalls zum Thema. Er beobachte mit großer Sorge, wie Amazon versuche, Schriftsteller unter Vertrag zu nehmen und an die eigene Plattform zu binden. "Sollten dann eines Tages nur noch ein, zwei Große darüber bestimmen, was wir als Leser angeboten bekommen, dann ist das das Ende des guten Buches, wie wir es kennen."

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