Deutsch-Französischer Jugendliteraturpreis 2015

Bilderbücher mit Tiefgang

Heute nachmittag wurde auf der Europäischen Jugendbuchmesse in Saarbrücken der Deutsch-Französische Jugendliteraturpreis an Matze Döbele ("Konrads Schatten", Kunstanstifter Verlag) sowie an  Emmanuel Bourdier und Zaü ("Les jours noisette", Utopique) verliehen. Beide Bilderbücher befassen sich mit der Identitätsfindung von Kindern.

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, Matze Döbele, Emmanuel Bourdier und Generalkonsul Fréderic Joureau © Europäische Jugendbuchmesse

Der Preis unter der Schirmherrschaft der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, und des Französischen Botschafters in Deutschland, Philippe Etienne, wurde von der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und dem französischen Generalkonsul Frédéric Joureau vergeben.


Die Jury zeichnete "Konrads Schatten" des 1975 in Zell im Wiesental geborenen Matze Döbele für sein dynamisches Szenenbild und seine Figurenkompositionen aus: „Nicht Konrad ist es, der Unfug treibt – sein Schatten ist ungemein aktiv... Mit variablem Layout, bewegtem Mienenspiel der Figuren und klarer Gestik führt Döbele die Schattenstreiche vor Augen, das Malerisch-Pastose ist haptisch greifbar und besitzt dennoch zarte Luftigkeit", urteilte Börsenblatt-Redakteur Stefan Hauck im Namen der Jury. In Konrads Kampf gegen seinen Widersacher spielt Döbele mit der Typografie, eliminiert den Schatten, indem er das Licht eliminiert. "Döbele, der in Hamburg Illustration studiert hat, offenbart die Seelennöte des Heranwachsenden: Der Schatten ist alter ego, wilder, ungestümer Teil von Konrad, den der Junge zu domestizieren versucht."


Bei "Les jours noisette" ("Haselnusstage") zeichnete die Jury den 1943 in Rennes geborenen Zaü und den 1972 geborenen Emmanuel Bourdier für ihre literarischen Kunstfertigkeiten in Wort und Bild aus: "Es ist ein Thema, das man selten in den Bilderbüchern findet, ein Thema mit Überraschungseffekt: Man versteht erst am Ende, wer dieser merkwürdige Vater ist und auch, warum die Beziehung zwischen Sohn und Vater zwischen Liebe und Furcht schwankt", befand Charlotte Larat für die Jury - "Bilder mit viel Zartgefühl, eine kindgerechte Erzählung ohne Effekthascherei."
 
Zur Auszeichnung:
Der Deutsch-Französische Jugendliteraturpreis ist ein Preis für zeitgenössische Jugendliteratur in Deutschland und Frankreich. Er wird jährlich für ein herausragendes Werk der deutschen und französischen Kinder- und Jugendliteratur an eine/n deutsch- und eine/n französischsprachige/n Jugendbuchautor/in verliehen.
Die Vergabe des Preises liegt bei der Stiftung für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit und der Europäischen Kinder- und Jugendbuchmesse. Die Preisträger werden von einer unabhängigen elfköpfigen deutsch-französischen Jury ausgewählt.
Ziele des Preises sind die Vertiefung des literarischen Brückenbaus zwischen Deutschland und Frankreich und die Förderung bisher unbekannter zeitgenössischer Jugendbuchautoren.

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