Deutscher Videomarkt im ersten Halbjahr

Hohe Erwartungen an ein neues Format

Die deutsche Videobranche hat im ersten Halbjahr einen Gesamtumsatz von 649 Millionen Euro erzielt, 9 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum (700 Millionen Euro). Das hat GfK Panel Services Deutschland im Auftrag der Filmförderungsanstalt (FFA) ermittelt. Für das zweite Halbjahr verspricht sich die Branche viel vom neuen Format Ultra-HD-Blu-ray.

Dabei war der Rückgang des Umsatzes im Verleihmarkt (ohne Abo-Angebote bzw. SVoD = Subscriptional VoD) mit minus 15 Prozent auf mit 106 Millionen Euro ausgeprägter als im Kaufmarkt. Dort sank der Umsatz um 6 Prozent auf 543 Millionen Euro (nach 576 Millionen Euro in ersten Halbjahr 2015), teilt der Bundesverband Audiovisuelle Medien (bvv) mit.

Verbandssprecher Oliver Trettin erklärt dieses Ergebnis wie folgt: "Die leicht rückläufige Entwicklung des Home Entertainment Marktes in diesem Jahr ist ähnlich wie in den benachbarten Märkten vor allem auf Sondereffekte wie der Austragung der Fußball-EM und einer geringeren Anzahl ähnlich erfolgreicher Filmveröffentlichungen wie zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres zurückzuführen."

Kaufmarkt: Auswirkungen des Formatwechsels

Die Umsätze der herkömmlichen DVD fielen um 11 Prozent auf 310 Millionen Euro (erstes Halbjahr 2015: 350 Mio. Euro). Der Rückgang beim Umsatz mit Blu-rays war mit minus 3,2 Prozent auf 180 Millionen Euro moderater.

Der digitale Kaufmarkt (EST = Electronic Sell Through) erzielte wiederum eine neue Bestmarke, so ein weiteres Ergebnis. Der Halbjahresumsatz lag bei 52 Millionen Euro, plus 29 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (41 Millionen Euro).

Neues Format: Ultra-HD-Blu-ray

"Uns war bewusst, dass es äußerst schwierig werden würde, die Ergebnisse des letztjährigen Ausnahmejahres zu wiederholen", sagt der BVV-Vorstandsvorsitzende Dirk Lisowsky. "Angesichts der diesjährigen Umstände sind wir mit dem bisherigen Ergebnis aber ganz zufrieden." Für das zweite Halbjahr setzt Lisowsky auf den Start der Ultra-HD-Blu-ray, ein neues Format im Premium Segment. Millionen deutscher Konsumenten würden bereits über ein notwendiges 4K-Ultra-HD TV-Gerät verfügen. "Im diesjährigen Weihnachtsgeschäft erwarten wir daher zusätzlich positive Impulse im Home-Entertainment Markt", so Lisowsky.

Digitaler Verleihmarkt holt Videotheken ein

Im Videoverleihmarkt konnte das digitale Format "TVoD" (Transactional VoD) seinen Marktanteil weiter ausbauen. Mit einem digitalen Verleihumsatz in Höhe von 46 Millionen Euro liegt das Online-Geschäft mittlerweile nahezu gleichauf mit dem der herkömmlichen Videotheken. Diese haben im ersten Halbjahr dieses Jahres 49 Millionen Euro Umsatz erzielt. Zusätzliche 11 Millionen Euro Umsatz wurden noch durch Internetbestellung und postalische Versendung physischer Bildtonträger erwirtschaftet.

Insgesamt entfielen so 15 Prozent oder 98 Millionen Euro (Vorjahr: 88 Millionen Euro) des transaktionalen Gesamtmarktumsatzes in Höhe von 649 Millionen Euro auf digitale Kauf- und Leihangebote. Andererseits werde damit der deutsche Videomarkt auch weiterhin überwiegend (zu 85 Prozent) von den beiden physischen Bildtonträgern DVD und Blu-ray-Disc dominiert.

Top-Titel im ersten Halbjahr 2016:

Physische Verkaufscharts:

  1. "Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht"
  2. "Fack Ju Göhte 2"
  3. "James Bond 007 − Spectre"

Physischer Verleihmarkt:

  1. "Fack Ju Göhte 2"
  2. "James Bond 007 − Spectre"
  3. "Der Marsianer − Rettet Mark Watney"

Digitaler Videomarkt:

  1. "Fack Ju Göhte 2"
  2. "Alles steht Kopf"
  3. "James Bond 007 − Spectre"

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