Die Sonntagsfrage

"Was macht den Börsenverein attraktiv für die freien Lektoren, Frau Kauer?"

Der Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren, kurz VFLL, ist Mitglied im Börsenverein geworden. Warum suchen die Lektoren die Nähe zum Dachverband der Branche? Eine Antwort von Christiane Kauer, stellvertretende Vorsitzende des VFLL.

Christiane Kauer, stellvertretende Vorsitzende des Lektorenverbands VFLL © privat

Über eine Mitgliedschaft im Börsenverein haben wir im Lektorenverband VFLL immer mal wieder nachgedacht. Doch erst als wir im Frühjahr 2015 auf unserer Gremientagung intensiver darüber gesprochen haben, stand am Ende die Frage: "Warum sind wir eigentlich noch nicht Mitglied? Diese Möglichkeit zum Austausch mit anderen Branchenteilnehmern sollten wir nutzen!" Die Kontakte wurden geknüpft, seit Oktober 2015 haben wir Gespräche mit dem Börsenverein geführt und schließlich eine korporative Mitgliedschaft ab dem 1. Januar 2016 vereinbart.

Interessant ist der Börsenverein für uns freie Lektoren, weil wir den Kontakt zu Vertretern der Branche intensivieren können, in der sehr viele unserer Mitglieder tätig sind. Wir können uns auch leichter in Branchendiskussionen einbringen, zum Beispiel durch unsere Teilnahme an Interessengruppen. Ein wichtiges Forum ist für uns etwa die IG Digital. Im VFLL beschäftigt sich eine eigene Arbeitsgruppe mit der Digitalisierung, die beobachtet, wie sich Verlagsworkflows und Qualitätsanforderungen verändern. Es ist spannend für uns, darüber mit anderen ins Gespräch zu gehen.

Gleichzeitig ist unsere Mitarbeit in den Interessengruppen ein Gewinn für die Branche, denn wir bringen die geballte Fachkompetenz unserer Mitglieder ein. Auch dafür ist die IG Digital ein gutes Beispiel. Als Independent Professionals stellen sich freie Lektoren besonders flexibel auf die neuen Technologien ein, und viele unserer Mitglieder haben neben dem professionellen Blick für gute Inhalte ein beträchtliches Know-how im Digital Publishing. Von dieser Erfahrung kann die IG profitieren, und wir zeigen, dass unsere Mitglieder wichtige Partner im digitalen Wandel sind.

Außerdem möchten wir durch unsere Mitgliedschaft im Börsenverein unsere Öffentlichkeitsarbeit ausbauen. Die Verbandsmedien bieten uns hierfür geeignete Plattformen. Auch Kooperationen würden unsere Verbände nach außen hin stärken, etwa im Bereich Fortbildung. Ein Börsenverein-Landesverband hat bereits Interesse signalisiert. Schon jetzt profitieren wir davon, dass wir für unsere zahlreichen regionalen und überregionalen Veranstaltungen – Seminare, Themenabende, Diskussionen, Workshops, von denen viele übrigens auch Nichtmitgliedern offenstehen – Räume des Börsenvereins zu vergünstigten Konditionen mieten können.

Nicht zuletzt können wir mit unserer Mitgliedschaft das weitreichende Serviceangebot für unsere Mitglieder ausbauen: günstigere Konditionen beim Börsenblatt-Abo, für Anzeigen im Börsenblatt und bei Fortbildungen, auf die wir in unserem Verband großen Wert legen.

Ob sich unsere Erwartungen an die Mitgliedschaft im Börsenverein erfüllen, müssen wir abwarten; für eine erste Einschätzung ist es noch zu früh, aber es lässt sich gut an.

Und schließlich ist unsere Mitgliedschaft ein Signal für die Branche. Es hat eine positive Außenwirkung für beide Verbände, wenn es heißt: Der VFLL und der Börsenverein verfolgen ihre Interessen gemeinsam. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!

 

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1 Kommentar/e

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  • Notengräber

    Notengräber

    Vielleicht sollte der Börsenverein sich auch für alle Autoren und Übersetzer öffnen und ggf. eine eigene Gewerkschaft gründen. Das würde doch allen viel Ärger ersparen. Die völlig überflüssigen Querelen bei der VG Wort und dergleichen wären dann ein für alle Male vom Tisch!

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