Gratis-Comic-Tag

17 Verlage liefern Lesestoff für die Fans

Am 14. Mai ist es wieder soweit: Der mittlerweile siebte Gratis-Comic-Tag lockt erneut die Fans in die Comic-Läden, vermehrt aber auch in die Buchhandlungen. 17 Verlage unterschiedlicher Größe und inhaltlicher Ausrichtung liefern die begehrten, kostenlosen Hefte. Organisator Philipp Schreiber, Geschäftsführer des Comic-Verlags Schreiber & Leser, erklärt, wie man das koordiniert bekommt.

Philipp Schreiber

Philipp Schreiber © privat

Ein wichtiger Aspekt des Gratis-Comic-Tags (GCT) ist, dass es eine Gemeinschaftsaktion der teilnehmenden Verlage ist, es also keinen einzelnen Veranstalter gibt, der den Verlagen eine Dienstleistung verkauft. Das macht Entscheidungen und Koordination oftmals aufwendiger, bedeutet aber auch, dass es ein non-profit Projekt ist, das nur so gut wird wie die Teilnehmer es machen. Dadurch sind die Verlage in die Pflicht genommen, sich zu beteiligen, anstatt sich nach bezahlter Teilnahmegebühr zurückzulehnen und ihr Heft abzuwarten. Das machen wir dieses Jahr schon zum siebten Mal in dieser Form, und wir haben es überraschenderweise auch bei kontroversen Themen (z.B. Ausschluss von Händlern, die die Hefte verkaufen, statt sie gratis abzugeben) immer hinbekommen, dass sich die unterschiedlichen Positionen zurechtruckeln, ohne dass es jemand gäbe, der am Ende ein Machtwort sprechen könnte.

War der GCT anfangs noch komplett kostenfrei für die Verlage, die dafür Arbeitszeit für Grafik, Druckvorstufe, Pressearbeit, Werbemittel spendeten, so sind diese Aufgaben mittlerweile moderat vergütet und jeder Verlag zahlt eine Startgebühr von 400 – 800 Euro je nach Umfang der Hefte und Anzahl der Titel pro Verlag. Wir haben uns selbst die maximale Anzahl von 30 verschiedenen GCT-Heften als Obergrenze gesetzt. Wenn die Anmeldungen deutlich darüber liegen, droht eine Blitzumfrage bei den Händlern, die dann ihre Top-30-Hefte auswählen. Wir haben es aber bislang jedes Jahr geschafft, den ein oder anderen Verlag zu überzeugen, ein Heft weniger zu machen, so dass es für alle einen Startplatz gab. Man kann also sagen, dass ich als Koordinator des GCT die Kollegenverlage also nicht anführe, ich fahre ihnen nur vorweg.

Philipp Schreiber

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