Interview mit Markus Dirr, Digitalexperte und CDO der Messe München

Was fehlt? Die Kundenorientierung!

Morgen, am 12. Januar, geht im Münchener Literaturhaus das Treffen der Interessengemeinschaft der IG Belletristik- und Sachbuchverlage über die Bühne. Auf der Tagesordung steht auch Markus Dirr, Chief Digital Officer (CDO) der Messe München und Erfinder eines Tools zur Bewertung von Digitalprojekten.

Markus Dirr

Markus Dirr

Was kann SocialFORCE, Ihr Tool zur Bewertung von Digitalprojekten?
SocialFORCE besteht aus vier Tools, jedes ist praxisorientiert und visuell leicht erfassbar. Über die Einordnung von Ist-Zustand und Zielbild in die SocialFORCE-Level wird deutlich, wo das Projekt steht und wie man sich weiterentwickeln kann. Dafür wird die Komplexität maximal reduziert. In Kombination mit der Defnition von Quartalszielen wird SocialFORCE zu einem digitalen Fitnessprogramm für Unternehmen jeder Größe und Kondition.

Warum reichen die bisherigen Managementtools für Digitalprojekte nicht aus?
Die Herausforderung besteht darin, den Mehrwert eines Projekts genau herauszuarbeiten. Gerade bei digitalen Projekten braucht man größtmögliche Klarheit über die Zielgruppe, den Bedarf, die Anwendungsmöglichkeiten. Auf der technischen Seite sind digitale Projekte oft überdimensioniert, während man wenig darüber weiß, was der Kunde eigentlich will.

In München wollen Sie live mit dem Publikum der IG Belletristik- und Sachbuchverlage ein neues Digitalprojekt entwickeln. Wie muss man sich das vorstellen?
Das Publikum soll spontan eine Zielgruppe und ein mögliches Produkt oder einen Bedarf einer Zielgruppe benennen. Darauf werde ich dann die SocialFORCE-Methode anwenden. Das Ergebnis ist dann ein erster Entwurf mit Zielgruppenmehrwerten, Möglichkeiten der Nutzerpartizipation und der Funktionsanforderungen.

Hat die Buchbranche besonderen Bedarf?
Die Branche beschäftigt sich schon sehr lange mit der Digitalisierung - und hat schon einige schlechte Erfahrungen gemacht. Ideen sind genug da, die Herausforderung ist, den Mehrwert für die Kunden richtig zu greifen und umzusetzen. Zum Beispiel bringen groß angelegte, überdimensionierte Content-Management-Systeme wenig, wenn sie keinen Kundennutzen bedienen.

Welches Buch lesen Sie gerade?
"What Money can't Buy: The Moral Limits of Markets" von Michael J. Sandel, eine differenzierte Sichtweise des Kapitalismus.

Und: Haben Sie eine Lieblingsbuchhandlung?
Ja, die Buchhandlung Thaer in Berlin wegen dem hervorragenden Team. Hier wird Buchhandel mit Passion betrieben, egal wie der Markt draußen ist.

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