Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor 2018

Eckhard Henscheid für sein Werk ausgezeichnet

Der Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor geht 2018 an den Schriftsteller Eckhard Henscheid. Er wird als "Klassiker der literarischen Hochkomik" ausgezeichnet, so die Mitteilung. Die Dotierung beträgt 10.000 Euro.

Eckhard Henscheid beim Kasseler Komik-Kolloqium 2013

Eckhard Henscheid beim Kasseler Komik-Kolloqium 2013 © Sven Heine

In der Begründung des Stiftungsrates heißt es: "Eckhard Henscheid hat als humoristischer Autor, als virtuoser, innovativer Stilist wie als satirischer Sprach- und Kulturkritiker die deutschsprachige Gegenwartsliteratur entscheidend mitgestaltet. Schier unermesslich ist sein Formenreichtum, vielfältig und feinsinnig, scharf, aber auch zart sein Ton, mit dem er ernsthaft scherzt und grotesk provoziert." Ohne seinen prägenden Einfluss, ohne die "Henscheidsche Wende", die mit der "Trilogie des laufenden Schwachsinns" eingeleitet worden sei, sei das Werk vieler jüngerer Autoren und Preisträger des Kasseler Literaturpreises kaum denkbar. "Eckhard Henscheid ist ein Klassiker der literarischen Hochkomik", so der Stiftungsrat.

Eckhard Henscheid, geboren 1941 in Amberg, gab die geplante musikalische Laufbahn zugunsten eines Germanistik- und Publizistikstudiums auf. Mitte der sechziger Jahre startete er seine schriftstellerische Tätigkeit und arbeitete auch als Redakteur, u.a. bei der Satirezeitschrift "Pardon". Seit 1971 ist er freier Autor mit einer großen Vielfalt literarischer Produktionen. Henscheid zählt zur Künstlergruppe der "Neuen Frankfurter Schule", die das Komische in Literatur und Kunst neu justiert hat. 1979 war er Mitbegründer des Satiremagazins "Titanic". Seinen ersten Roman "Im Kreis" veröffentlichte er 1968 unter Pseudonym im Selbstverlag, zwischen 1973 und 1978 erschien die erfolgreiche "Trilogie des laufenden Schwachsinns", der viele weitere Werke folgten. 2013 kam die Autobiografie "Denkwürdigkeiten. Aus meinem Leben" (Schöffling & Co.) heraus.  

Die Preisverleihung findet am 3. März 2018 im Kasseler Rathaus statt und beschließt das am 24. Feburar beginnende Festival des 8. Kasseler Komik-Kolloquiums. Die Laudatio auf Eckhard Henscheid hält der Schriftsteller Oliver Maria Schmitt.

Zum Preis

Der Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor, gestiftet von dem Schriftstellerpaar Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner, wird seit 1985 von der Stiftung und der Stadt Kassel vergeben. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und zeichnet Autoren aus, deren Werk auf hohem künstlerischen Niveau von Komik und Groteske geprägt ist. Der erste Preisträger war Loriot; nach ihm wurden u.a. Ernst Jandl, Irmtraud Morgner, Robert Gernhardt, Wolf Haas und zuletzt Karen Duve ausgezeichnet.

Förderpreis wird im Oktober bekannt gegeben

Wer den mit 3.000 Euro dotierten und auf Vorschlag von Verlagen vergebenen Förderpreis komische Literatur erhält, wird im Oktober bekannt gegeben.

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