Kommentar

Edel AG unterwegs auf neuen Wegen

Zu viele Remittenden, geringe Margen, Überproduktion, Datenklau im Internet – das Geschäft mit dem Buch steckt voller Probleme, klagen viele. Andere wittern Möglichkeiten. Ein Kommentar von Börsenblatt-Redakteurin Sabine Schwietert.

Sabine Schwietert

Sabine Schwietert © Nicole Hoehne

Vier Jahre in Folge erwirtschaftete die Branche ein leichtes Plus, in der Krise legte der Buchhandel zuletzt im Mai gar um satte sieben Prozent zu. Wo, wenn nicht hier, gibt es in diesen Zeiten noch etwas zu holen, sagte sich die vom turbulenten Musikmarkt gebeutelte Edel AG. In höchsten Tönen lobt das größte unabhängige Musikunternehmen Europas fortan die vergleichsweise komfortabel aufgestellte kleine Buchbranche – und mischt kräftig mit. Berührungsängste gibt es keine. Im dritten Programm vereint der Konzern munter den fast vergessenen Gunter Gabriel mit Designbüchern, den TV-Koch Christian Rach mit Woodstock. In abenteuerlicher Vielfalt zündet Edel Versuchsballons. Die Musikleute wollen die Butter auf dem Brot. Und dafür sprühen sie nicht nur vor Ideen, sondern nutzen auch von der Produktion bis zum Vertrieb alle Glieder der Wertschöpfungskette.

Mit Pabel-Moewig gelang Edel 2007 der Einstieg, alsbald kam Rockbooks hinzu, neue Editionen wurden kreiert, die Audiobooksparte ausgeweitet. Sie bleiben ihren Wurzeln treu, und so sieht Edel im Buchhandel auch beste Perspektiven für, genau: Musik. Diese Idee ist nicht neu. Ob sich die anspruchsvollen Konzepte von den edlen Lounges mit Hörstationen im Sortiment tatsächlich umsetzen lassen, muss sich noch erweisen. "Wege ent­stehen dadurch, dass man sie geht", heißt es mit Kafka in der Edel-Vorschau für den Herbst. Die neuen Kollegen haben schon schöne Trampelpfade angelegt.

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