Leipziger Buchmesse

"WerkZeugs zeigte keinerlei Entgegenkommen"

Messedirektor Oliver Zille kommentiert die Absage von WerkZeugs für die Leipziger Buchmesse 2017. Wegen des Gleichbehandlungsprinzips könne man die Sonderkonditionen nicht unbegrenzt fortführen, so der Chef der Leipziger Buchmesse.

"Wir haben WerkZeugs nach vier Jahren mit gleichbleibenden deutlichen Sonderkonditionen ein Angebot, das über drei Jahre eine schrittweise Entwicklung der Sonderkonditionen beinhaltet, vorgeschlagen. Das ist ein normales Verfahren mit allen unseren Partnern, mit denen wir über eine reine Standanmeldung hinaus enger zusammenarbeiten. Es war dringend nötig, um das Prinzip der Gleichbehandlung gegenüber anderen Partnern auch weiter zu gewährleisten. WerkZeugs zeigte keinerlei Entgegenkommen. Die tatsächliche Absage der Messebeteiligung erreichte uns per Facebook.

In unserem Forum 'Fantasy-Leseinsel' und in unserem Ausstellungsbereich finden Autoren und Verlage selbstverständlich auch zukünftig ein starkes Podium für ihre Präsentation. Zudem werden die Verlage die Möglichkeit haben, ihre Titel über einen eigenen Fantasy-Bereich über die Messebuchhandlung in Halle 2 zu verkaufen. Wir freuen uns selbstverständlich auf alle Fantasy-Fans in Leipzig und sehen weiterhin den Bereich als einen wichtigen Teil der Leipziger Buchmesse, an dessen Ausbau wir weiter arbeiten. In dem Zusammenhang gehen wir unter anderem auch auf das Phantastik-Autoren-Netzwerk (PAN) e.V. zu, um Gespräche zu führen."

Aus dem Archiv: Leipziger Buchmesse: Aufstand der Fantasyautoren

Schlagworte:

14 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Der Fantasie Kreis

    Der Fantasie Kreis

    Im Namen einiger Fantasie begeisterter, Besucher der Leipziger Buchmesse!

    Für uns ist die Insel von Werkzeugs ein Fester bez. Der Feste Punkt unseres Besuches und haben die Atmosphäre mehr als lieben gelernt.

    Wir... Die Gemeinschaften von Hannover Hamburg und Kiel sehen voller Trauer auf 2017 und werden unsere Tickets nicht noch einmal für die Buchmesse kaufen.
    Wir sprechen nicht für den einzelnen...

    Mfg
    Die Freunde der Fantasie

  • MearaF

    MearaF

    Interessant wäre zu erfahren, wer 2017 die Moderation der Fantasy-Lese-Insel übernimmt, welche internationalen Autoren von der Messeleitung für Lesungen angworben wurden, wo Signier-Tische plaziert werden und von wem sie betreut werden.

  • Marco Reuther

    Marco Reuther

    Herr Zille spricht vom "Gleichbehandlungsprinzip", das kann allerdings hier nicht greifen, weil ja auch der Service, den Werkzeugs bietet, nicht "gleich" sondern besser ist im Vergleich zu den anderen Messe-Bereichen. Wer besonderes bietet, der kann dafür auch angemessenes Entgegenkommen erwarten. - Wenn aber Einheitsbrei das neue Merkmal der Leipziger Buchmesse werden soll und stures 0/8-15-Abhandeln statt Individualität, dann ist das sicher nicht der richtige Weg für die Zukunft der Messe. Bisher hatte ich immer gesagt, das Flair der Leipziger Messe ist viel besser als das in Frankfurt. Aber die Messeleitung möchte das offenbar ändern.

  • Kai Meyer

    Kai Meyer

    Es ist die Antwort, die man genau so erwarten konnte. Und sie zeigt nach wie vor ein völliges Unverständnis dessen, worum es hier eigentlich geht. Nicht um Präsentation, sondern Emotion. Ein Großteil der Fantasy-Szene ist mit WerkZeugs befreundet, auch weil deren Arbeit auf der Messe immer so großartig war und wir uns völlig auf sie verlassen konnten. Herr Zille redet hier mit den Vertriebsleitern der Verlage im typischen Geschäftsführer-Sprech, stattdessen aber sollte er auf diejenigen zugehen, die das Programm ausmachen, also auf Autoren, Leser, Genre-Fans. Das kann er nicht (was auch völlig okay ist, ich könnte auch nicht mit, sagen wir, Fußballfans umgehen), aber dann sollte er das anderen Leuten überlassen.

  • Loki

    Loki

    Dann hat sich die Buchmesse für mich erledigt. Dann fahre ich lieber nach Frankfurt oder zur Hombuch.

  • Hagen Ulrich

    Hagen Ulrich

    Das mag für die bisherigen, an der Ausrichtung der Leseinsel Beteiligten sicher bedauerlich sein. Aber man sollte dem neuen Konzept ruhig auch eine Chance geben und nicht alles gleich in Bausch und Bogen verdammen.
    Ich werde sowohl als Autor und auch mit den anderen Fantasyautoren des Portals Bundesamt für magische Wesen als Aussteller im kommenden Jahr in Leipzig sein und wir werden sicher auch die eine oder andere Lesung anbieten.

  • Andrea el Gato

    Andrea el Gato

    Werter Herr Zille,
    leider empfinde ich Ihre Antwort als hohle Phrase. Viel Substanz hat diese nicht, stattdessen versuchen Sie WerkZeugs als den Schuldigen des Desasters zu markieren. In jedem Jahr stelle ich mehr fest, wie breiter die Reihen doch wieder geworden sind, wie viele meiner geschätzten Kollegen auf eine Teilnahme verzichten. Das tun sie sicher nicht, weil sich die Messe so toll entwickelt hat.
    Uns als Kleinverlag ist der unmittelbare Austausch mit unseren Kunden, Fans und Bloggern ungemein wichtig. Sollte sich die LBM aber zu einer nüchternen Businessmesse wandeln, wo der Charme der vergangenen Jahre verlorengegangen sein wird - werden wir uns dem allgemeinen Trend anschließen und die LBM meiden.
    Es gibt (glücklicherweise) noch andere Veranstaltungen in Deutschland.
    Mit sonnigen Grüßen

  • Marco Reuther

    Marco Reuther

    Kleiner Nachtrag: Einen Teil der Organisation im Fantasy-Bereich hatte die Messeleitung ja schon bei der jüngsten Leipziger Buchmesse - anders als in den Vorjahren - ohne Werkzeugs "geregelt": Das Bestellen der Bücher bei den Verlagen. - Einige Autoren warten noch heute darauf, dass alle georderten Bände ankommen. - Seine Bücher dem Publikum NICHT vorstellen zu können, geht ein ganz klein wenig am Sinn einer Buchmesse vorbei (und es geht hier nicht um Einzelfälle). Aber der gute Service von Werkzeugs wirkte als beruhigender Gegenpol ...

  • Oda Plein

    Oda Plein

    Nach den Erfahrungen der letzten Jahre:
    - der Bereich Fantasy wurde immer kleiner
    - Standpreise, die kleinen Verlagen eine sinnvolle Teilnahme unmöglich machen
    - Auslagerung der Mangaszene
    ist dies nun ein weiterer Grund für mich nicht mehr an dieser Messe teilzunehmen.

  • Charlotte Erpenbeck

    Charlotte Erpenbeck

    Die obige Antwort ist nicht zufriedenstellend. Gleich behandeln kann man nur gleich leistungsstarke Partner. Selbst absolut gleiche Zahlen können immer noch für den einen ein Trinkgeld sein und für den anderen ruinös.

  • phantanews

    phantanews

    In meinen Augen handelt es sich um eine unfassbar arrogante Nachtreterei.

    Wer WerkZeugs kennt, der weiß wie kommunikativ und kooperativ die sind. Deswegen kann man Herrn Zille seine Propaganda "keinerlei Entgegenkommen" nicht abkaufen.

  • Torsten Low

    Torsten Low

    @Hagen Ulrich:
    Entschuldige bitte, aber ... Die Leipziger Buchmesse hat KEIN Konzept.
    Sie hatte vor Werkzeug keins - und sie hat jetzt auch keins (zumindest keins, was sich nicht ausschließlich auf Standgebühren runterbrechen lassen kann).
    Das hat man vor Werkzeugs gesehen.
    Das hat man in dem Jahr, in dem die LBM Werkzeugs die Programmgestaltung weggenommen hat, gesehen.
    Und das wird man mit ziemlicher Sicherheit ab 2017 sehen.
    Die LBM hat nicht begriffen, was Werkzeug leistete. Deswegen ist das neue Konzept genau wie das alte Konzept: Man wirft ein paar Sitzwürfel hin, schmeißt Jugendbuch und Phantastik in einen Pott, macht keine ProgrammPLANUNG (um beispielsweise bekannte und unbekannte Autoren zu mischen und für die Leser eine runde Veranstaltung aufzubereiten).

  • Hagen Ulrich

    Hagen Ulrich

    @Torsten Low

    Nun, das wird man sehen. Unser Projekt Bundesamt für magische Wesen nimmt 2017 teil und es wird auch Lesungen der bei uns ausstellenden Autoren geben. Die uns interessierenden Fragen konnte ich bei einem Telefonat klären und sehe der Messe vorsichtig optimistisch entgegen.
    Allerdings gehen wir auch mit einem anderen Konzept hin.

  • Andrea el Gato

    Andrea el Gato

    @Ulrich Hagen,

    werter Herr Hagen - ich verstehe die Zusammenhänge Ihrer Aussagen nicht. Auch das Verlagshaus el Gato und sicherlich der Verlag Torsten Low werden 2017 an der Messe in Leipzig teilnehmen. Vermutlich werden auch unsere Autoren lesen.
    Was das mit einer schlechten & lieblosen Organisation durch die Messebuchhandlung, respektive der Messe an sich zu tun hat, entzieht sich mir hier.

    • ...

      Informationen zum Kommentieren

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

    • ...
      Mein Kommentar

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

      Ihr Profilbild können Sie über den externen Dienst Gravatar einbinden.

      (E-Mail wird nicht veröffentlicht)
      CAPTCHA image
      Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination.

      * Pflichtfeld

    nach oben