Ocelot-Insolvenz

Unterstützer planen Flashmob

Freunde und Fans der insolventen Buchhandlung Ocelot unterstützen das Berliner Sortiment unter dem Titel #supportocelot. (Vorläufiger) Höhepunkt der Aktion soll ein Einkaufsflashmob am kommenden Samstag sein.

Um 16 Uhr treffen sich die Unterstützer mit ausgedruckten Ocelot-Masken zum Einkauf in der Buchhandlung.

Außerdem werden die Ocelot-Freunde vor Ort aufgerufen ein persönliches Statement mit Foto an die Welt richten − die entstandenen Fotos werden auf supportocelot.tumblr.com und über einen Instagram Account, FB und Twitter geteilt.

"Wir handeln aus idealistischen Gründen", sagt Konstantin Seefeldt. "Wir sind Freunde des Ladens und finden, dass der Mut für die Gründung eines solchen Buchladens unterstützt werden muss."

Mehr Informationen und das PDF mit der Ocelot-Maske zum Selberbasteln im Anhang unter dieser Meldung.

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12 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Enrico Palazzo

    Enrico Palazzo

    Wirklich sehr raffiniert, in der Dramaturgie des kommenden Flashmobs den Kauf eines Buches oder einer Zeitschrift direkt mit einzuplanen. Wenn sich die Crowd (bzw. Krauts) daran hält, ist der Laden bald gerettet. Aber denkt bitte immer daran:

    You Can't Buy Cool!

  • Pete

    Pete

    Mit Hilfe der Crowd mangelhafte unternehmerische Kompetenzen kompensieren... vielleicht sollten wir das bei Weltbild und den anderen Pleitekandidaten auch mal versuchen

  • Johannes Haupt

    Johannes Haupt

    Boah, ich kann diesen Quatsch von wegen "mangelhafte unternehmerische Kompetenzen" nicht mehr lesen. Scheitern gehört zum Geschäft – während das in vielen Ländern total akzeptiert ist und Gründer damit lernen und wachsen (so hat Skype-Gründer Niklas Zennström etliche Unternehmen an die Wand gefahren, bevor es klappte), wird im Neidkulturland Deutschland schadenfroh mit dem Finger drauf gezeigt. Und soweit ich das gelesen habe, wird die Crowd hier zu nichts gezwungen, so what? Besser machen statt rumpöbeln.

  • Leserin

    Leserin

    Genau so ist es, Johannes!

  • Pete

    Pete

    Designmöbel im 6stelligen Bereich, ein riesiger Laden ist bester Lage, sich in den buchhalterischen Wirren einer GmbH und Co. KG verfangen und zwei (!) Internetshops programmieren lassen (so berichteten zumindest die Medien) - und das bei einem äußerst gewinnschwachen Produkt. Das hat mit einer Scheiterkultur wie in Amerika nichts zu tun. Die Kultur in Amerika gilt für neue innovative Geschäftsmodelle, Dinge mit großen Risiko oder Dinge, die es noch nicht gegeben hat oder Dinge, wo man einfach nur Pech hatte. Das was hier passiert ist sind handwerkliche Fehler in einer normalen etablierten Branche die nicht hätten passieren müssen. Ich schreib der Crowd nicht vor, für was sie spendet, aber man sagt ja immer, man soll dem schlechten Geld kein gutes hinterherwerfen.

    PS: Deine Kritik wundert mich ein bisschen. In deinem doch eher boulevardesken Blog bist du dir nicht zu schade, im gleichen Tonfall wie ich auf die Großen einzuhauen, wenn es um DRM, Amazon, Buchhandelsketten etc. geht. Und hier kritisierst du mich? Weils mal wieder auf die armen kleinen Buchhandlungen geht, die eigentlich nichts dafür können?

  • Johannes Haupt

    Johannes Haupt

    Sie sprechen von "Designermöbeln im 6-stelligen Bereich" und einem "riesigen Laden in bester Lage", um sich im nächsten Satz dann darüber zu mockieren, die Ihrer Meinung nach positiv gescheiterten US-Unternehmen seien "innovativ" und "Dinge mit großem Risiko". Merken Sie selbst, nech?
    Ocelot stand ja gerade darum so sehr im öffentlichen Fokus, weil es eben keine stinknormale Neugründung eines Buchladen war, sondern a) ein innovatives Konzept b) mit naturgemäß hohem Risiko. Ob die Invests an der richtigen Stelle erfolgten, ist spekulativ (ich habe dazu auch meine Meinung, meinen Blog lesen Sie ja) und lässt sich allenfalls in der Rückschau beurteilen. Wie Henry Ford schon sagte: "Ich weiß, die Hälfte meiner Werbung ist hinausgeworfenes Geld. Ich weiß nur nicht, welche Hälfte."

  • René Kohl

    René Kohl

    Lieber Pete,

    was spricht dagegen, "mit Hilfe der Crowd mangelhafte unternehmerische Kompetenzen (zu) kompensieren"?

    Und womit wurden bei der von Ihnen erwähnten Weltbild die mangelhaften Kompetenzen kompensiert, wenn nicht mit der (katholischen) Crowd?

    Wenn man sich, wie Frithjof Klepp, aufmacht, die Grenzen des Business zu erweitern und neue (buchhändlerische) Welten zu erkunden, hat man, wie gerade auch beim Kometen-Labor-Roboter Philae zu sehen, zwei Probleme:
    Man weiß nicht, ob die Richtung stimmt, und man weiß nicht, ob die Energie zum Erreichen des Ziels reicht.

    Kann sein, dass der Sprit bei Ocelot nicht gereicht hat (es wäre wünschenswert, wenn noch einer mit einem Reservekanister vorbeikäme).

    Dass die Richtung gestimmt hat, die Frithjof Klepp eingeschlagen hat, daran kann kein Zweifel bestehen. Spätestens wenn man sich die Käufer-Struktur ansieht, erkennt man, wie wertvoll der Ansatz von ocelot ist, wenn unser buchhändlerisches Ziel sein soll, auch die nächste Generation zu erreichen.

    Die Branche verdankt Frithjof Klepp schon jetzt sehr viel - und ich würde mich freuen, wenn gerade die neugierigen, risikobereiten, vorwärtsstrebenden unter den Kollegen dies erkennen und Wege finden, Frithjof Klepp, seiner Frau- und Mannschaft und dem wunderschönen Ort ocelot beiseite zu stehen.

  • peter&paul

    peter&paul

    ja, es wird funktionieren, den laden per flashmob zu retten,...
    ... wenn dieser täglich stattfindet. :o)

  • Martina Bergmann

    Martina Bergmann

    Ich teile die Meinung von René Kohl. Ich finde aber auch dieses Geflashmobbe und all den anderen virtuellen Karneval unsagbar peinlich. Katastrophentourismus hilft nicht.

  • Reisender

    Reisender

    @ Johannes Haupt: Der Spruch zum Werbeetat stammt von Kaufhausbesitzer John Wanamaker...

  • Tim Haski

    Tim Haski

    Was ist genau das innovative Konzept? Ich sehe zuerst ein wirklich tolles Design und viel Sinn für Ästhetik (wer sagte noch don't judge a book by it's cover?). Aber sonst? Just another bookshop. Image verkauft keine Bücher und zahlt keine Rechnungen. Das ist Kapitalismus, baby. Den twittert ganz Berlin nicht weg.

  • Gachmuret

    Gachmuret

    @Martina Bergmann:
    Nun, das ist jetzt aber schwierig. Denn gerade dieser »virtuelle Karneval« gehört doch zum Konzept von ocelot. Herr Kohl schreibt doch völlig richtig: »Spätestens wenn man sich die Käufer-Struktur ansieht, erkennt man, wie wertvoll der Ansatz von ocelot ist, wenn unser buchhändlerisches Ziel sein soll, auch die nächste Generation zu erreichen.«
    Und diese Generation ist die Generation, die Flashmobs veranstaltet. Das kann und darf Sie gerne stören, aber dann sollten Sie überlegen, ob Sie Herrn Kohls Meinung wirklich teilen. ;)

    • ...

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