Spycher: Literaturpreis Leuk 2016 an Abbas Khider

"Ein literarischer Grenzgänger"

Der 43-Jährige in Bagdad geborene und heute in Berlin lebende irakisch-deutsche Autor Abbas Khider erhält den Spycher: Literaturpreis Leuk 2016 − ein Aufenthaltspreis für Leuk im Oberwallis. Die Auszeichnung wird der Pressemitteilung zufolge am 9. Oktober auf Schloss Leuk verliehen.

In der Begründung der Jury heißt es: "Abbas Khider ist ein literarischer Grenzgänger. Er erkundet präzise die menschliche Psyche und betreibt Schwellenkunde zwischen Sprachen und Kulturen. Damit behandelt Khider Fragen, die im Wallis Wirklichkeit sind: ein Leben zwischen der Romandie und der Deutschschweiz und zwischen verschiedenen Sprachen. Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad geboren und erhielt nach seiner Flucht im Jahr 2000 Asyl in Deutschland. Er erlernte die deutsche Sprache, in der er heute schreibt. Sein neuester Roman 'Ohrfeige' erzählt drastisch und poetisch, grotesk und mit großer Lakonie die Geschichte eines Flüchtlings in Deutschland. Khider schildert den Irrsinn der Bürokratie, die Langeweile des Wartens und die Ausgrenzung der Asylbewerber. Die 'Ohrfeige' ist von großer Dringlichkeit. Der Roman handelt von einer der zentralen Fragen unserer Zeit: Was bedeutet es für einen Menschen, wenn er weder in seiner Heimat noch in der Fremde ein Zuhause findet."

Der Jury gehörten Sabine Dörlemann, Christian Döring und Thomas Geiger an.  

© Hanser

Preisverleihung

Der Spycher: Literaturpreis Leuk wird Abbas Khider am 9. Oktober um 11 Uhr im Rahmen einer festlichen Matinee auf Schloss Leuk verliehen. Die Laudatio auf den Preisträger hält die Journalistin Nicola Steiner.

Der Spycher: Literaturpreis Leuk ist ein Aufenthaltspreis. Die Preisträger dürfen bis zu fünf Jahre je acht Wochen in Leuk leben. Er ist, abhängig von der in Anspruch genommen Aufenthalte, mit bis zu 16.000 Schweizer Franken und der zur Verfügung gestellten Wohnung in herrlicher Landschaft dotiert.

Die private Schweizer Stiftung Schloss Leuk verleiht den Spycher: Literaturpreis Leuk in diesem Jahr zum sechzehnten Mal. Seit 2001 hat sie nach eigenen Angaben weit über eine Million Schweizer Franken zur Förderung der Literatur aufgebracht. Zu den Preisträgern gehören unter anderem John Burnside, Felicitas Hoppe, Sibylle Lewitscharoff, Marcel Beyer, Adam Zagajewski, Durs Grünbein, Lavinia Greenlaw, Martin Mosebach, Judith Schalansky und László Krasznahorkai, Joanna Bator und Katharina Schultens.

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