Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Katzenkrimi-Autor

Nach KZ-Rede: Random House distanziert sich von Akif Pirinçci

Die Hass-Rede von Akif Pirinçci am Montag in Dresden hat Random House veranlasst, die Auslieferung älterer Pirinçci-Titel zu stoppen und die Vertragsverhältnisse zu kündigen: "Die Verlage Diana, Goldmann und Heyne haben mit großer Bestürzung und Unverständnis die Aussagen des Autors Akif Pirinçci auf der gestrigen Pegida-Kundgebung in Dresden zur Kenntnis genommen und distanzieren sich entschieden".

Rede zum Pegida-Geburtstag in Dresden: Skandalautor Akif Pirinçci

Rede zum Pegida-Geburtstag in Dresden: Skandalautor Akif Pirinçci

Der Schutz von Demokratie und Menschenrechten sei für Random House ein zentraler Bestandteil des verlegerischen Schaffens, "ebenso wie der Respekt vor Traditionen und dem Wunsch nach kultureller Vielfalt. Die Aussagen von Akif Pirinçci stehen diesen Werten diametral entgegen".

Als Reaktion auf seine Äußerungen sperrt Random House die Auslieferung der bereits vor Jahren bei Diana, Goldmann und Heyne veröffentlichten Bücher von Akif Pirinçci und will sie künftig auch nicht mehr anbieten.

Gegen Akif Pirinçci ermittelt die Staatsanwaltschaft Dresden wegen Verdachts der Volksverhetzung.

Gedruckt liegen bei Random-House-Verlagen die Katzenkrimis "Felidae", "Cave Canem" (beide Goldmann) und "Göttergleich" (Heyne) vor. Update 21.10.: Random House hat inzwischen bestätigt, dass "wir unsere bestehenden Vertragsverhältnisse kündigen und die Rechte an den Autor zurückgeben".

Weitere Roman von Pirinçci gibt es als E-Book (u.a. "Felipolis", Diana; "Göttergleich", Heyne). Für seine politisch motivierten Büchern hat Pirinçci bei der Edition Sonderwege und im Kopp Verlag eine Heimat gefunden.

Update 21.10.: Wie dpa meldet, habe auch der Manuscriptum Verlag, in dem Pirinçcis neues Buch "Die große Verschwulung" (in der Edition Sonderwege) erscheinen soll, die Zusammenarbeit mit dem Autor schon vor einer Weile beendet. "Unsere Wege haben sich schon vor dem gestrigen Vorfall getrennt", zitiert die Agentur Verlagsleiter Andreas Lombard. Seit den nun bekannt gewordenen Äußerungen Pirinçcis bedauere man diese Trennung noch weniger.

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4 Kommentar/e

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  • Verkaufnix

    Verkaufnix

    Danke Random House, Danke auch dem Manuscriptum Verlag (wenngleich schon der Titel sehr fragwürdig erscheint). Solchen Leuten darf der Buchhandel keine Plattform bieten. Ich hoffe, der Handel zieht hier nach und nimmt die Bücher aus dem Verkauf. Bei Kopp ist er wohl gut aufgehoben...

  • Hans

    Hans

    Das neue Buch von Pirincci ("die große Verschwulung") steht kurz vor der Auslieferung bei Manuscriptum. Man hätte diese auch stoppen können. Erst danach trennt der Verlag sich wohl endgültig vom Autor. Durch die Medien werden die Verkaufszahlen leider noch mehr steigen.
    Zu Random House: Die harmlosen Katzen-Krimis listet man aus. Die Aussagen eines Herrn Sarrazin stehen aber anscheinend nicht im Widerspruch zu den Werten der Verlagsgruppe.

  • Rubinrot

    Rubinrot

    Ich bin entsetzt, dass keines von Pirinccis Büchern, auch seine völlig unpolitischen Katzen-Krimis, mehr über den deutschen Buchhandel oder online z.B. von Amazon vertrieben werden. Man mag seine Äußerungen für geschmacklos halten und sie sind sicherlich fragwürdig, aber ob eine strafrechtliche Relevanz vorliegt, sollte von den Justizbehörden geprüft werden In der jetzt ausgebrochene Hysterie mit der überstürzten Entscheidung der Verlage und Buchhandlungen Pirincci aus dem Sortiment zu nehmen, sehe ich eine Verletzung der Presse- und Meinungsfreiheit. Hier soll ein Schriftsteller mundtot gemacht werden. Mich würde Ihre Meinung als Portal des deutschen Buchhandels hierzu brennend interessieren.

  • Th. Kleinschmidt

    Th. Kleinschmidt

    Wenn die Autoren Sarrazin oder Pirinçci in ihren Büchern volksverhetzende, rassistische oder nationalsozialistische Aussagen getätigt haben, würde wohl zu Recht der Verfassungsschutz ermitteln und die entsprechenden Werke verboten werden. Dies war - wir reden jetzt nur von den Büchern! - nicht der Fall. Wenn also keine Straftat vorliegt, unterliegt das Geäußerte - wie auch immer man dazu stehen möchte - der Meinungsfreiheit. Also derselben Meinungsfreiheit, wie sie auf der jetzigen Frankfurter Buchmesse so hochgehalten wurde. Auch wenn die Staatsanwaltschaft die zweifellos üble Rede Pirinçcis jetzt als strafrechtlich relevant betrachtet und entsprechend Anklage erhoben wird, hat das mit den Aussagen der Bücher nichts zu tun.

    Selbstverständlich steht es jedem Verlag, jeder Firma, jedem Händler frei zu entscheiden, mit welchen Autoren/Kunden/Partnern man zusammenarbeiten möchte. Trotzdem finde ich es unschön, wenn jetzt auf einmal sämtliche Auslieferungen von Pirinçci-Titeln (also auch den unpolitischen) verhängt werden. Das riecht schon ein bisschen nach Gesinnungspolizei. In Hamm wollte ja ein Buchhändler (!!!!) öffentlich seine Pirinçci-Titel schreddern... immerhin wollte er sie nicht verbrennen. Was für ein kultureller Fortschritt!

    Gerade diejenigen, die am lautesten von (Meinungs-)Freiheit und Vielfalt reden, sorgen dafür, das man nur noch die üblichen, eintönig-linken Sachbücher im Regal beim Buchhändler stehen sieht. Vielfalt bedeutet auch, ungewünschte Meinungen und Thesen (sofern strafrechtlich nicht relevant) offen zu diskutieren und sie ihren Beitrag zur politischen Debatte leisten zu lassen.

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