Digitale Publikationsreihen

Rowohlt goes digital

Rowohlt hat bereits in der Vergangenheit mit einigen Digital-Projekten von sich reden gemacht – beispielsweise 2013 mit dem »Deathbook«. Vor ein paar Wochen hat der Verlag eine digitale Offensive gestartet, die alles Bisherige im eigenen Haus in den Schatten stellt.

© Detlef Bluhm

Mit einer aufwändig gestalteten und gedruckten »e-Revue« hat Rowohlt unlängst sein neues Digitalangebot beworben, das auf fünf Säulen steht: dem Blog »tausendaugen«, einer neuen Reihe kurzer Texte unter dem Titel »ROTATION«, die Veröffentlichung längst vergriffener Titel mit dem Labelnamen »REPERTOIRE«, der bekannten »MONOGRAPHIE«-Reihe und Theaterstücke, die als »THEATER« gebrandet werden.

Zehn teilweise sehr umfangreiche Beiträge sind bisher auf dem Blog tausendaugen u.a. von Paolo Giordano, Georg Klein, Siri Hustvedt und Lena Gorelik publiziert worden. (Sehr amüsant zu lesen sind übrigens die beiden illustrierten Textbeiträge von Tex Rubinowitz.) Ein wenig wundert man sich jedoch, dass die Blogbeiträge zwar via Facebook, Twitter und als Mail weitergeleitet, jedoch nicht kommentiert werden können. Ist das nicht eigentlich essentiell für einen Blog, dass man auf ihm miteinander ins Gespräch kommen kann?

Das neue Imprint »ROTATION« veröffentlicht zweimal im Monat kurze Texte als Neuerscheinungen oder Wiederentdeckungen, die man für ein Device jeglicher Wahl. erwerben kann Dieser Reihe hat Rowohlt aus gutem Grund sogar eine eigene Website spendiert. Über den Blog »tausendaugen«, die Reihe »ROTATION« und die dazugehörige Website hat sich die Programm-Managerin E-Book Kathrin Blum auf der Leipziger Buchmesse wie folgt geäußert:

In der Reihe »REPERTOIRE« werden vergriffene Titel wieder zugänglich gemacht, »die guten Bücher, an die wir uns gern erinnern!« wie es in der e-Revue heißt. Diese Titel erscheinen als E-Books und fast immer auch in gedruckten Ausgaben. Als »E-Book Only« kommen u.a. Titel von Dorothy L. Sayers, Ruth Rendell und Janwillem van de Wetering neu auf den Markt.

Neben bewährten Klassikern der Dramenliteratur wartet die Reihe »e-BOOK THEATER« vor allem mit zeitgenössischen Stücken der deutschsprachigen Dramatik auf.

Zuletzt sei hier auf die Reihe »MONOGRAPHIE« verwiesen, in der die populärsten »romonos« digital erscheinen werden – allerdings ohne Bebilderung. Diese beliebte Reihe ist ja in gedruckter Form inzwischen eingestellt worden und Neuerscheinungen sind auch digital nicht zu erwarten. Das ist höchst bedauerlich, doch lt. Verlagsauskunft sind die Auflagen so stark eingebrochen, dass eine Fortführung nicht in Betracht kommen kann – letztlich eine Entscheidung der Kunden.

Insgesamt legt Rowohlt also ein höchst kompaktes digitales Angebot vor, und man darf auf seine Akzeptanz beim Publikum gespannt sein. Zu gegebener Zeit werden wir nachfragen, wie sich die einzelnen Reihen am Markt etabliert haben.

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