Protestaktion gegen Online-Handel

"Lass den Klick! in deiner Stadt"

Mit verhängten Schaufenstern hat die Bücherstube in Höchstadt/Aisch auf die Bedrohung des Einzelhandels durch zunehmende Online-Einkäufe hingewiesen: Auf Plakaten waren Slogans wie "Ohne uns würde etwas f hlen" oder "Lass den Klick! in deiner Stadt" zu lesen.

Bücherstuben-Inhaberin Elke Reitmayer hat sich dem "Fränkischen Tag" zufolge mit anderen Einzelhändlern in Höchstadt an der Aktion beteiligt. Reitmayer bietet über ihre Homepage auch Bücher online an, empfiehlt aber den Einkauf im Laden vor Ort mit individueller Beratung. Neben Büchern führt das Sortiment Musik-CDs, Hörbücher, Grußkarten, Spiele und andere Non-Books und verkauft Tickets.

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13 Kommentar/e

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  • Stefan Krause

    Stefan Krause

    Was für ein Unfug! Man stärkt den lokalen Einzelhandel doch nicht, indem man gegen den Online-Handel protestiert und an das Gewissen der Käufer appelliert. Schon einmal etwas von Wettbewerb gehört? Mann, Mann, Mann … dabei weiß es Frau Reitmayer ja besser, wenn Sie die individuelle Beratung »im Laden vor Ort« empfiehlt.

  • H. Kraft

    H. Kraft

    Solche drastischen Maßnahmen, wie das Verhängen von Schaufenstern, helfen da sicher nicht weiter.
    Besser wäre es, wenn die Buchhandlungen auf ihre individuellen Stärken (wie gute Beratung und Service) hinweisen würden. Auch sind die Bücher in den Buchhandlungen zu sehen, was ja im Online-Buchhandel über das Internet nicht möglich ist. Der Buchhandel sollte sich auch noch besser mit Nischen aufstellen. Da ist sicher noch ein Potenzial vorhanden. Je mehr sich eine Buchhandlung für das Buch und die Leser/Leserinnen als ihre Kunden einsetzt, desto mehr ergibt dies auch langsam einen positiven Effekt. Also, es kommt immer auf die einzelne Buchhandlung an, wie sie ihre Planungen forciert. Auch gute Schaufenster verfehlen nie ihre Wirkung. Nur noch die Schaufenster, wie in diesem Fall, für eine solche Aktion verhängen, finde ich negativ.
    Der Buchhandel sollte wieder etwas positiver sehen. Das Schwarzsehen auf der ganzen Linie hilft nicht weiter.
    H. Kraft

  • Matthias Lätzsch

    Matthias Lätzsch

    Entgegen meinen Vorrednern finde ich die Idee klasse.
    Einige Kunden müssen sensibilisiert werden.
    Sogar meine besten Freunde kaufen bei Amazon an mir vorbei, trotzdem ich den Service biete und die Kundenbindung habe.
    Diese Aktion betrifft mich persönlich und deshalb darf die Aktion auch persönlich berühren.
    Auch ist das nicht die erste Aktion dieser Art und warum soll man nicht gute Ideen aufgreifen?
    Evtl könnte man die Aktion mit Veranstaltungen, Presse und Diskussionsrunden begleiten und aufwerten.

  • H. Kraft

    H. Kraft

    zu 3) Matthias Lätzsch
    Sehr geehrter Herr Buchhändler Lätzsch,
    ich renke da jetzt ein und bin Ihrer Meinung mit ,Veranstaltungen, Presse und auch Diskussions-
    runden`. Die Leser/Leserinnen sollten wieder in die Buchhandlungen zurückfinden. Die Buchhandlung hat den Vorteil, dass hier der Kunde/die Kundin eine sehr gute Beratung findet. Und darauf kommt es sicher auch an. Ich selber bevorzuge Buchhandlungen, wo ich als Leser ernst genommen werde. Und dadurch kann doch eine Kunden-
    bindung für die jeweilige Buchhandlung entstehen und dies wirkt sich dann positiv aus. Ein gutes Outfit (ich meinte da besonders in meinem Kommentar 2 die Schaufenster) gehört natürlich einfach dazu.
    H. Kraft

  • Hans

    Hans

    Einzelhändler und Buchhändler, die solch sinnlose Aktionen unterstützen, gehen irgendwann zurecht zu Grunde. "Der" Onlinehandel ist kein böser unbekannter Feind, online ist ein Verkaufskanal. Einen den man selbst nutzen kann. Und einer mit hohen zweistelligen Wachstumsraten. Ein Händler, der sich einem solchen Markt verweigert ist einfach nur ein schlechter Händler und hat sich seinen Konkurs selbst zuzuschreiben. Aber nachher wird wieder gejammert, der böse böse Amazon und die Filialisten, DIE sind natürlich schuld.

  • dorothee junck

    dorothee junck

    Die Aktion gefällt und es ist allen klar, dass es um den besonderen Klick geht: Den Klick, der bei den 'anonymen' Händlern gemacht wird, die weder zur Stärkung einer Einzelhandelslandschaft beitragen noch Leistungen für die Gemeinschaft erbringen, Ein Großteil der Rechnungen bei den amazons und zalandos dieser Welt sind in Luxembourg fakturiert - warum wohl? Und die Aktion ist mutig: denn die Gespräche mit den Kunden sind anstrengend, aber sie lohnen sich - denn nur durch Sensibilität und provakante Aufklärung für das Thema findet ein Umdenken statt. Chapeau Frau Reithmayer!

  • Leserin

    Leserin

    Ihr habt ja wirklich nichts verstanden, oder?

  • Weren Witte

    Weren Witte

    Aber mein lieber Herr Krause .... wo gibt es denn hier einen Wettbewerb ? Schauen Sie doch mal danach, wie es wirklich funktioniert ! Wer hierzulande viel Geld hat, kann entsprechend mehr erreichen ... mit wenig Geld, so gut wie nichts. Auch im Onlinehandel verhält es sich so. Das Kaufverhalten der Käufer kann mit dieser Schaufensteraktion idealerweise nicht geändert werden. Diesbezüglicher Idealismus paßt nicht in diese Gesellschaft. Das ist richtig. Das sieht man schon an dem Hans (s.o.). Eher könnte die Finanzierung eines Rettungsschirms für hochmodernen Onlinehandel des Buchhandels um die Ecke eine sinnvolle gesellschaftliche Investition sein. Auch für den Kunden, da das Geld in seiner Stadt bleibt und nicht bei Online-Shop-Milliardären in tausenden von Kilometern Entfernung, die sein Geld dann sinnloserweise privat verprassen.

  • Peer Spektive

    Peer Spektive

    Ich finde die Aktion total albern. Den Kunden ein schlechtes Gewissen einzureden, bringt meines Erachtens nichts. Viel sinnvoller ist es, wie bereits von einigen erwähnt, auf die eigenen Stärken hinzuweisen. Sicher braucht man auch noch mehr Maßnahmen zur Kundenbindung. Bei einer Buchhandlung wären sicher Lesungen eine gute Sache oder, wenn der Raum vorhanden ist, eine Ecke zum Lesen bei Tee und Kaffee oder Ähnliches. Drohszenarien aufzubauen, bewirkt aus meiner Sicht kontraproduktiv...

  • wettbewerber

    wettbewerber

    Eine solche Aktion soll und kann sensibilisieren. Abgesehen von dem Teil der Internet Gemeinde, denen außer zynischen sprüchen nix einfällt und denen der rest der welt egal ist (und die es zT nach abklingen ihres hormonellen jugendwahns auch begreifen werden) kann ich so die Mehrheit der mitbürger erreichen, denen ihre stadt nicht egal ist, die gerne stadtbummeln, shoppen, beraten lassen, urlaub machen etc ... denen aber oft nicht bewußt ist, dass ihr persönliches verhalten direkt damti zusammenhängt, ob der buchhändler (und andere) vor Ort überleben kann.

    Eine solche aktion hindert ja nicht gleichzeitig seine kompetenzen ind en vordergrund zu rücken - das sollte viel agressiver geschehen, denn der analoge Buchhändler ist ins ehr vielem sehr viel besser als es amazon je werden kann.
    Natürlich muss der Buchhändler auch seine Hausaufgaben machen .. das kann (muss aber nicht) bedeuten, sich auch online aufzustellen... das bedeutet: nicht auf platte aktionen des börsenvereins und der vertriebsleute hereinzufallen, die einem ebook reader oder dvds als supergeschäft aufdrücken wollen, das heisst den barsortimenter als ergänzer und nicht als (fast) eibzigen lieferanten zu sehen, das heisst abzuwägen, ob lesungen etwas bringen oder nicht , undundundund

    diese aktion war gut...genau wie die osianderische aktion zum wwf buch... klares profil, klare kante, klare worte dann wird dat schon

  • Elisabeth Adam

    Elisabeth Adam

    Es ist schon interssant, wie sich die Geister scheiden. Wer von 9.00 bis 18.00 Uhr im Laden steht, Service bietet, Auskünfte jeder Art erteilt, Spenden für Vereine, Kindergärten, Schulen etc. geben soll, sieht die Situation natürlich etwas anders. Abgesehen vom Buchhandel, es betrifft doch den gesamten Einzelhandel. Die Kleinstädte sind etwas stärker betroffen. Sitzen eigentlich die Kritiker dieser Aktion nur vor ihrem PC, oder gehen sie auch mal am Sonntag bummeln. Wenn wir so weiter machen, ist mit Bummeln bald vorbei. Denn wenn die meisten Geschäfte schließen, gibt es auch keine Schaufenster mehr, die zum Anschauen oder Kritisieren lohnen. Das Ausbluten und Aussterben der Innenstädte wird inzwischen auch von Ortpolitikern beklagt, aber Konsequenzen kaum gezogen. Als Aldi kam ist in den 60iger Jahren Tante Emma auf dem Dorf gegangen. Nun wird dort beklagt, daß es keine Einkaufsmöglichkeiten mehr gibt. Diese Gefahr besteht nun in den Kleinstädten. Unsere Gesellschaft wird immer älter und die Wege zum Einkaufen immer weiter. Und nicht jeder kann im Internet bestellen.

  • Philipp van Bömmel

    Philipp van Bömmel

    Warum sollen Händler nicht um Kundschaft kämpfen? Das tut Frau Reitmayer. Für wie sinnvoll man die Dramatik der Plakataussagen auch hält, sie deuten darauf hin, dass es ihr, wie so vielen anderen Mittelständlern auch, letztlich nicht um den einen oder anderen Kunden mehr, sondern anscheinend ums nackte Überleben geht. Aber das ist nichts Neues in Innenstädten Deutschlands. Und aus Sicht des stationären Handels (nicht nur des Buchhandels) vor Ort ist deswegen jeder Onlineverkäufer und jedes Einkaufszentrum auf der grünen Wiese ein Feind, und kein freundlich zunickender nebenher laufender Konkurrent. Allerdings klingen Aussagen wie „Wenns im Lädchen nicht klappt, dann macht man einfach amazon“ mittlerweile nicht nur ein bisschen nach Klein Fritzchen. Abgesehen davon, das die meisten, sogar kleinen, Buchhandlungen (auch Frau Reitmayers Bücherstube) online präsent sind, Verkauf steigern per Internet funktioniert eben nur mit flankierendem Marketing. Und das ist teuer, für kleine bis mittlere Läden schlicht zu teuer. Ein Dilemma, denn wer gibt Buchhändlern das nötige Kleingeld für 30-60-Sekunden-Werbung kurz vor der Tagesschau um die Internetpräsenz Umsatz steigernd zu hypen? (Na dann, welcher Wettbewerb darfs also sein? Der gegen amazon?) Arroganz dem gegenüber ist also nicht angebracht, jeder kämpft mit seinen Mitteln.

  • Anonymous

    Anonymous

    Da sich leider die meisten Verbraucher keine Gedanken darüber machen, was der Online Handel mit seinen geringen Preisen an Auswirkungen hat (geringe Wertschöpfungskette, Verlust an Arbeitsplätzen, Verödung der Innenstädte, usw. usw.) würde es nur helfen, den onlinehandel zu besteuern. Dann würde das, was er an Werten vernichtet wieder ausgeglichen werden und müsste auch die Preise wieder etwas erhöhen. Das wäre dann fairer Wettbewerb und kommt auch der Gesellschaft insgesamt zu Gute. Appellieren hilft da leider wenig... Hier muss gehandelt werden.

    • ...

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