Über-Nacht-Dienstleister und ihre Messethemen

Barsortimente setzen auf Bandbreite

Die Barsortimente fahren zur Frankfurter Buchmesse neue Services auf - Libri knackt die Millionengrenze beim Titelvolumen, KNV verspricht Stabilität fürs Weihnachtsgeschäft. Wer, wie, was und warum: boersenblatt.net hat nachgefragt.

KNV und KNO VA auf der Frankfurter Buchmesse 2016

KNV und KNO VA auf der Frankfurter Buchmesse 2016 © Tamara Weise

KNV +++ Status in Erfurt +++ Canon als neuer Print on Demand (PoD)-Partner +++ Webshop wird mobil +++ KNV Community zieht Bilanz +++

Das Barsortiment KNV und die KNO Verlagsauslieferung kamen diesmal mit weniger Platz aus – der Messestand war sichtbar kleiner als im Vorjahr. Ob das eine Folge der Turbulenzen im neuen Logistikzentrum ist, blieb zwar offen - Erfurt war trotzdem das Thema Nummer eins: In Frankfurt gaben die Schwesterunternehmen Entwarnung - "September 2016: Stärkster Monat in der Geschichte der KNO VA", flimmerte von früh bis spät über den großen Bildschirm am Stand. Und auch diese Botschaft werden viele gern gelesen haben: "Massentests September 2016: Kapazitäten für stabiles Weihnachtsgeschäft gegeben".

Weitere Themen bei KNV:

  • Canon wird neuer Print on Demand (PoD)-Partner: Für die PoD-Sparte des Zwischenbuchhändlers geht es 2017 unter neuen Vorzeichen weiter – dann steigt Canon als neuer Partner ein (der niederländische Druckspezialist  Euradius, mit dem KNV / KNO VA 2010 ein Joint Venture eingegangen war, rutschte 2013 in die Insolvenz). Canon übernimmt den technischen Part, KNV / KNO VA den Vertrieb und die Logistik. Mehr dazu im Archiv.
  • Am Stand warb KNV für u.a. sein seit September lieferbares Warengruppenpaket "Musik" und den neuen Benachrichtigsservice für Kunden (Infos per E-Mail oder SMS zum Bestellstatus; der Service ist Bestandteil der Softwarepakete pcbis.de und fitbis.de).
  • Buchkatalog.de gibt es weiterhin - sieht aber völlig anders aus; KNV passte den Shop an die Optik der E-Commerce-Solutions an.

www.knv.de

KÖNEMANN +++ Nachfolge im Sortiment +++ Anstieg des Titelvolumens +++ Neuer Preis für den Webshop +++

Nachfolge: Libri-Partner Könemann konzentrierte sich diesmal auf das große Thema Nachfolge – ein Thema, dass das Barsortiment auch sonst umtreibt („aufgrund der Alterstruktur im Buchhandel“, wie es am Stand heißt). Jeweils für eine Stunde kam während der Fachbesuchertage Beraterin Gudula Buzmann zum Stand, um Fragen zu beantworten; das Angebot nutzten beiden Seiten: sowohl Inhaber, die einen Käufer suchen, als auch solche, die gern eine Buchhandlung übernehmen würden.   

Bei Seminaren im Januar 2017, die Gudula Buzmann leiten wird, soll das Thema vertieft werden (zwei getrennte Termine für Verkäufer und Käufer bzw. Gründer: 24. und 25. Januar). Angedacht ist, dass aus den Seminaren eine neue Erfa-Gruppe „Nachfolge!“ entsteht.

Anstieg des Titelvolumens: Da Könemann seine Logistik an Libri abgegeben hat (das Unternehmen hält seit 2012 die Mehrheit an Könemann), konnte das Barsortiment gegenüber seinen Kunden auch mit dem neuen Titelvolumen werben, das über Nacht von Bad Hersfeld aus lieferbar ist (mehr dazu: Libri).

Neuer Preis für den Webshop: Zum 1. Januar ändert Könemann den Preis für den Webshop (zur Zeit eine leicht abgespeckte Version des Libri-Shops). Wer den White Label-Shop nutzt, zahlt dann 59 Euro pro Monat (bis dahin: 49 Euro pro Monat) und erhält dafür die vollständige Version.

www.koenemann-bs.de

Libri, Frankfurter Buchmesse 2016

Libri, Frankfurter Buchmesse 2016 © Tamara Weise

LIBRI +++ 1 Million Titel von 8.300 Verlagen in Bad Hersfeld +++ Katalogsuche mit weiteren Features +++ neues Kundenportal 2017 +++

Lageraufbau in Bad Hersfeld: Im Logistikzentrum in Bad Hersfeld lagern jetzt eine Million Titel von rund 8.300 Verlagen – vor zwei Jahren gestartet, ist der Lageraufbau damit vorerst  abgeschlossen. Das Barsortiment musste nach eigener Aussage noch nicht einmal anbauen: Laut Unternehmen wurden die bestehenden Regal aufgestockt – so dass in den Hallen, im Wortsinne, nun kaum noch Luft nach oben bleibt. Zwischenbilanz: „Wir sind sehr zufrieden“, so Sprecherin Franziska Hampel. Der durch das neue Titelvolumen erreichte Umsatz übertreffe alle Erwartungen – etwa die Hälfte des Zuwachses komme aus dem stationären Sortiment. „Daran sieht man, dass das Thema Long Tail auch für den Buchhandel wichtig ist, da steckt noch viel Potenzial drin“, ist Hampel überzeugt.

Katalogsuche mit weiteren Features: Nutzer von Libri.Pro haben bei der Suche nach Titeln neue Optionen – ab sofort können sie sich Titel zusätzlich nach ihrem Lieferbarkeitsstatus anzeigen lassen, auch vergriffene Titel werden gelistet. On top kommt eine antiquarische Suche, integriert in den Katalog: Libri bindet künftig  als Plattform den Antiquarischen Buchservice von Kraken Service aus Bergisch-Gladbach mit ein (antiquarischerbuchservice.de); Bestellungen werden direkt über das Unternehmen abgewickelt (nicht via Libri).   

Neues Kundenportal Mein.Libri: Auf der Messe präsentierte Libri schon mal eine Betaversion, richtig losgehen soll es Anfang 2017. Kunden aus dem Sortiment sollen über die Plattform Mein.Libri ihre Bestellungen abwickeln können, finden dort an zentraler Stelle sämtliche Rechnungen, Gutschriften und Lieferscheine, sehen die von ihnen via Libri in Auftrag gegebenen Verlegerbeischlüsse, haben die Möglichkeit, Lieferzeiten einzusehen, Bestellungen direkt am Bildschirm zu stornieren u.a. Die Plattform Libri.Connect wird Libri zufolge integriert. 

www.libri.de

UMBREIT: +++ Webshops bekommen neuen Zuschnitt +++ LChoice-Offensive +++ Pocketbook zum Messepreis +++ 

Webshops mit neuem Zuschnitt: Thema Nummer eins bei Umbreit war das Thema E-Commerce – das Barsortiment und Softlevel führen die technische Basis ihrer gemeinsamen Shoplösung zusammen. Die Varianten UmbreitshopSolution und buchhandelsweb.de bekommen neue Features und einen neuen, höheren Preis; die günstigere, allerdings veraltete Shopvariante (nicht mobilfähig, 29 Euro pro Monat) wird Ende März 2017 abgeschaltet. Was neu ist, im Überblick:

  • Umbreitshop-Solution: Hier wird Käufern bei einer Recherche nach einem Buch auch direkt angezeigt, welche andere Editionsformen es noch gibt (Hardcover, Taschenbuch, Hörbuch, E-Book). Künftig ist zudem Kreditkartenzahlung möglich (über den Zahlungsanbieter ConCardis). Buchhändler haben die Option, Newsletter aus dem System zu verschicken; außerdem integriert Umbreit die Spiegel-Bestsellerliste, Buchtrailer und (gegen Aufpreis) einen Gutschein-Service. Der neue Preis: 49 Euro pro Monat.
  • Buchhandelsweb 2.0: Zeigt ebenfalls alle Editionsformen an, der Shop bekommt eine Anbindung zur Pocketbook-Cloud (für E-Book-Käufer) und Zugang zum Gutschein-Service (gegen Aufpreis) – für 59 Euro pro Monat.       


Pocketbook zum Messepreis: Wer E-Reader verkaufen will, braucht ein Vorführgerät im Laden – Umbreit macht das Ganze zur Messe deshalb günstiger. Den Touch Lux 3 (in der neuen Farbe: ruby red) können Buchhändler für netto 59 Euro haben – das Angebot gilt bis zum Ende der Buchmesse.

LChoice-Offensive: Dass sich Umbreit für die Mobile Commerce-Lösung von LChoice einsetzt, ist schon länger bekannt. Künftig sollen, wie berichtet, auch verstärkt Verlage die App als Vertriebskanal nutzen. Diogenes und Tessloff sind bereits im Boot – weitere sollen folgen. Umbreit unterstützt das Münchner Unternehmen dabei mit seinem Außendienst (auch während der Messe). 

www.umbreit.de

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1 Kommentar/e

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  • Gudrun Lack

    Gudrun Lack

    Was ist an dem KNV-Service "neu", dass man auf ein stabiles Weihnachtsgeschäft hofft? Dies gehört zu den Grundaufgaben eines Barsortiments und wir als Buchhändler und vorallem unsere Kunden müssen dies von KNV erwarten (zahlen wir doch für diesen Service)
    Die letzten Monate haben uns allerdings wenig Anlass zur Hoffnung auf diesen "neuen/alten" Service gegeben...

    • ...

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