Arbeitgeber fordern Anpassungen

Manteltarifvertrag in Bayern auf der Kippe

Der Arbeitgeberverband der Verlage und Buchhandlungen in Bayern kündigt den noch laufenden Manteltarifvertrag – um über die Rahmenbedingungen neu zu verhandeln, wie Verbandschef Thomas Nitz (Hugendubel) sagt. Ob es eine Anschlussvereinbarung geben wird, ist allerdings unklar: Verdi zufolge steht der Flächentarif durch die Weltbild-Insolvenz jetzt grundsätzlich zur Disposition.   

Dass der Arbeitgeberverband den Manteltarifvertrag zum 31. Juli 2014 gekündigt hat, weiß Christa Hasenmaile seit gestern. Sie ist Landesleiterin des Verdi-Fachbereichs Medien in Bayern – und in dieser Funktion auch für Buchverlage zuständig. „Es gibt noch keine Pläne, wie wir darauf reagieren werden“, sagte sie boersenblatt.net auf Anfrage. Die zuständige Tarifkommission, in der sich auch auf den Buchhandel spezialisierte Verdi-Kollegen mitarbeiteten, treffe sich erst in der kommenden Woche. Doch so oder so: Die Hürden, um wieder zu einem Flächentarifvertrag zurückzufinden – wie das in den vergangenen Jahren in ähnlichen Situation stets der Fall war – werden aus ihrer Sicht nicht kleiner. 


Nächste Lohnrunde ist bereits geplant

Aufgrund der Weltbild-Insolvenz sei im Moment alles offen. Weltbild und Hugendubel seien bisher die beiden größten Tarif-Unternehmen gewesen, so Hasenmaile. „Es besteht durchaus die Gefahr, dass neue Gesellschafter keine Tarifbindung mehr wollen.“ Schon jetzt gebe es nur noch wenige Verlage, die sich tariflich in dieser Form binden würden – vielfach regelten sie alles lieber via Haustarifvertrag.

Nichtsdestotrotz möchte Verdi sich auch in diesem Jahr erneut für höhere Löhne einsetzen. Der Entgelttarifvertrag ist Hasenmaile zufolge verdi-seitig für März schon gekündigt worden, eine neue Verhandlungsrunde dazu also ohnehin notwendig.

 

Arbeitgeber fordern Anpassungen  

Thomas Nitz, Vorsitzender des Arbeitsgeberverbands (und zudem Personal-Geschäftsführer von Hugendubel), bestätigt die Kündigung des Manteltarifvertrags. „Wir halten es für zwingend, über die Veränderungen in der Branche zu reden, die Folgen – und auch darüber, wie wir angemessene Rahmenbedingungen schaffen können“, erklärt er. Konkrete Wünsche und Vorschläge gebe es noch nicht, so Nitz gegenüber boersenblatt.net.

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