Astrid Horlacher zu Verlagskooperationen mit Unikliniken

Gemeinsame Sache

Die Kooperation eines Verlags mit einer Universitätsklinik kann für beide Seiten vorteilhaft sein. Die ganze Bandbreite medizinischen Wissens wird besser vermittelbar, meint Astrid Horlacher vom Springer-Verlag.

Astrid Horlacher, Head of Project Managers, Medicine Books, Springer-Verlag

Astrid Horlacher, Head of Project Managers, Medicine Books, Springer-Verlag © Springer-Verlag

Medizinische Themen liegen in den Medien voll im Trend, und das Interesse daran ist in der Bevölkerung nach wie vor sehr groß. Umso besser, wenn dieses Wissen von Experten vermittelt wird. Ein gutes Beispiel dafür ist die Veranstaltungsreihe "Medizin am Abend", ein Kooperationsprojekt des Universitätsklinikums Heidelberg mit der "Rhein-Neckar-Zeitung", das seit 2013 erfolgreich in regelmäßigen Abständen auf dem Campus des Klinikums stattfindet. Hier erklären Topmediziner auf höchst anschauliche Weise medizinische Sachverhalte für Laien. Der Zulauf zu diesen Veranstaltungen ist enorm und sprengt mitunter sogar die Kapazität der Hörsäle. Gerade dieses persönlich vermittelte Wissen und der unmittelbare Kontakt zwischen Referent und Zuhörer machen offensichtlich den Erfolg dieser Vorträge aus. Anders als bei mehr oder weniger anonymen Trefferlisten in Google steht man hier einem Experten gegenüber, der genau weiß, wovon er redet, und auch noch Zeit hat, Fragen zu beantworten.

Diese Vortragsreihe war für mich der Ideengeber für unsere Springer-Sachbuchreihe WissenKompakt Medizin. Die Reihe verfolgt das Ziel, medizinisches Fachwissen in Ruhe nachlesen zu können. Auch hat nicht jeder Interessierte die Möglichkeit, zu den Veranstaltungen zu kommen. Zusätzlich lassen sich in einem Buch manche Sachverhalte doch noch etwas ausführlicher darstellen. Die medizinischen Institute und Kliniken der medizinischen Fakultät bekommen durch das Projekt eine Plattform, neue wissenschaftliche Erkenntnisse, Behandlungsmethoden und Therapien einer größeren Leserschaft zugänglich zu machen. Charakteristisch für diese Reihe ist, dass sie sich für das gesamte medizinische Spektrum eignet, wobei der Preis erschwinglich und der Umfang kompakt bleibt.

Den Auftakt der Reihe macht der Titel "Wenn der Tod dem Leben dient. Der Mensch als Lehrmittel" – eine spannende Schilderung der Geschichte und Entwicklung der anatomischen Sammlung des Instituts für Anatomie und Zellbiologie. Von den ersten Leichenöffnungen bis zur hochkomplexen modernen Präpara­tionskunst wird hier Wissenschaft und Medizingeschichte auf unterhaltsame Weise vermittelt.

Weitere Bände in Vorbereitung sind "Schmerz lass nach!" – ein interdisziplinäres Projekt zur aktuellen Schmerzforschung, "Erste Hilfe bei Brustkrebs" – ein umfassender Patientinnenbegleiter sowie "Aktuelles aus Klinik und Praxis der Urologie" – die aktuellsten Therapien und Behandlungsmethoden aus dem Bereich der Urologie. Weitere Titel aus den Bereichen Chirurgie, Anästhesie, HNO und Psychiatrie sind in Planung. Die Konzeption der Reihe sieht vor, eine Publikationsheimat für nahezu jedes interessante medizinische Thema zu bieten. Unser Ziel ist es, so die gesamte Bandbreite an Wissen abzubilden, das die Fakultät für Humanmedizin der Universität Heidelberg zu bieten hat.

Dieses Modell, medizinisches Fachwissen dem allgemeinen Publikum zugänglich zu machen, ist natürlich für andere medizinische Hochschulen denkbar. Vergleichbare Veröffent­lichungen starten derzeit auch mit der Medizinischen Gesellschaft der Universität Mainz. Solche Kooperationen ermöglichen eine engere Bindung von Universität und Verlag und sind förderlich dabei, den neusten Stand der wissenschaftlichen Forschung in eine breitere Öffentlichkeit zu bringen.

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