Bestsellerlisten

"Spiegel online" verlinkt auf buchhandel.de

Die Initiative des Sortimenter-Ausschusses im Börsenverein hat gefruchtet: "Spiegel online" verlinkt seine Bestsellerliste jetzt auch mit der neutralen Branchenplattform buchhandel.de - und damit nicht mehr ausschließlich mit dem Angebot des Online-Händlers Amazon.

Künftig hätten Kunden die Wahl, heiß es in einer entsprechenden Mitteilung des Börsenvereins: "Für den deutschen Buchhandel ist die Entscheidung von Spiegel Online für buchhandel.de ein wichtiger Impuls und ein schöner Erfolg" so Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins: "Das Sortiment kann über die Buchhandels-Plattform mit ihrem umfassenden Angebot in Deutschland jetzt eine starke Präsenz im Internet erhalten. Voraussetzung ist: möglichst viele machen mit."

Die neue Verlinkung auf den Bestsellerlisten bei "Spiegel Online" soll bis Ende Februar 2015 eingerichtet sein - buchhandel.de ist damit nach Börsenvereins-Angaben der einzige Linkpartner neben Amazon. Der Sortimenter-Ausschuss fordert seine Mitglieder auf, sich jetzt als Partner-Buchhandlung auf buchhandel.de zu registrieren - und motiviert auch die Vertriebspartner, die Branchenplattform auf ihren Internetpräsenzen zu bewerben. Die Teilnahme an buchhandel.de ist kostenfrei, monatliche Gebühren fallen nicht an.

Auf buchhandel.de sind derzeit über 500 Buchhandlungen aus dem gesamten Bundesgebiet gelistet. Buchkäufer können unter zwei Millionen Titeln recherchieren und einen lokalen Buchhändler auswählen, bei dem sie das Buch bestellen wollen. Betrieben wird die Branchenplattform von der MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH, einer Wirtschaftstochter des Börsenvereins.

Wie berichtet, hatte Schriftstellerin Julia Franck die Diskussion um die Verlinkung mit Amazon im Herbst 2014 ins Rollen gebracht. Katharina Borchert, Geschäftsführerin von "Spiegel Online", kündigte nach Protesten im Oktober an, dass man an einer Lösung arbeite, die künftig alle relevanten Buchhandelskanäle in die Bestseller-Vermarktung einbeziehen solle. Der Sortimenter-Ausschuss des Börsenvereins führte Gespräche mit dem Hamburger Medienhaus. Nach einem Runden Tisch mit Buchhandelsvertretern in Hamburg hatte der Spiegel eine Verlinkung mit bis zu acht Shop-Plattformen in Aussicht gestellt.

Dass "Spiegel Online" jetzt auf buchhandel.de verlinken will, hatte Vorsteher Heinrich Riethmüller vergangene Woche bereits bei der Jahrestagung der AG Publikumsverlage in München angekündigt. "Wir sind nicht so blauäugig, damit Amazon großen Umsatz abzujagen, aber der allgemeine Buchhandel wird damit zum ersten Mal bei einem relevanten Onlineshop als Alternative sichtbar, und konsequenten Kunden wird jetzt die Möglichkeit geboten, bequem woanders als bei Amazon einzukaufen", betonte Riethmüller in seiner Rede vor den Publikumsverlegern. "Alle Verlage werden in den nächsten Tagen Post vom Sortimenter-Ausschuss erhalten, mit der Aufforderung, buchhandel.de exklusiv in ihren eigenen Onlineauftritt aufzunehmen. Auch hier ist uns bewußt, dass dies kein riesiges Geschäftsmodell sein wird, aber es ist wichtig, hier Flagge zu zeigen und Kunden Alternativen anzubieten."

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