Bildungsmedien: Bilanz 2013

Digitale Produkte sind nach wie vor eine Fußnote

Die Umsätze mit analogen und digitale Bildungsmedien waren 2013 leicht rückläufig: Der Branchenumsatz sank auf 419 Millionen Euro (2012: 426 Millionen Euro). Das hat der Verband Bildungsmedien bekannt gegeben. Ein Grund dafür sei, so Verbandsvorsitzender Wilmar Diepgrond (Bildungsverlag Eins), dass "das deutsche Bildungssystem seit Jahren unterfinanziert sei".

Ein weiterer Grund dürfte, wie schon in den Vorjahren, der demografische Wandel sein. Im Geschäft mit den allgemein bildenden Schulen, in dem im vergangenen Jahr 301 Millionen Euro (minus ein Prozent; 2012: 304 Millionen Euro) umgesetzt wurden, erwartet Diepgrond aber für 2014 eine Trendwende: "durch die neuen Lehrpläne für Bayern, für die Sekundarstufe II in Nordrhein-Westfalen, Niedersachen und Sachsen-Anhalt".

Positiv könnte sich auch die Rückkehr einiger Bundesländer oder einzelner Gymnasien zum neunjährigen Unterricht (G 9) auswirken. Hinzu kommt, dass die wachsende Binnendifferenzierung im Unterricht auch den Einsatz zusätzlicher Bildungsmedien erfordert.

Im Bereich Erwachsenenbildung (nur Fremdsprachen und IT) verzeichnete der Verband Bildungsmedien einen Umsatzrückgang um drei Prozent auf 69 Millionen Euro (2012: 71 Millionen Euro). Zwar sei die Zahl der Zuwanderer gestiegen, die Kursein Deutsch als Fremdsprache belegten, so der Verband, gleichzeitig sei aber wegen des demografischen Wandels die Zahl der Teilnehmer an Fremdsprachenkursen rückläufig. Im Segment Selbstlernen wirke sich zudem der Flächenrückbau im Buchhandel negativ aus.

In der beruflichen Bildung verzeichnete der Verband, in dem rund 80 Bildungsmedienanbieter organisiert sind, ein Umsatzminus von vier Prozent auf 49 Millionen Euro (2012: 51). Ursache dafür ist laut Diepgrond der Abwärtstrend bei den Ausbildungsverträgen: 2013 wurden 4,5 Prozent weniger Verträge abgeschlossen. Dies wirke sich "natürlich auf die Umsätze bei den Bildungsmedien aus", so Diepgrond.

Eine Marginalie in den Bilanzen sind die Umsätze mit digitalen Bildungsmedien: Trotz wachsender Akzeptanz an Universitäten, im Corporate Learning und dem privaten Lernen spielten sie eine "untergeordnete Rolle", so der Verband. In den Schulen fehlten sowohl die nötigen Budgets als auch die Infrastruktur.

Insgesamt haben die Bildungsmedienhersteller im vergangenen Jahr rund 8.000 digitale und analoge Titel auf den Markt gebracht, so der Verband. Auf der Plattform "Digitale Schulbücher", der die Verband Bildungsmedien aufgebaut hat, stehen derzeit rund 1.600 digitale Lehrwerke aus über 20 Verlagen zur Verfügung.

 

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