Random House lehnt neuen Sarrazin ab / FinanzBuch Verlag bringt Titel

Umstrittenes Islam-Buch

Die Verlagsgruppe Random House wird das neue Buch von Thilo Sarrazin, "Feindliche Übernahme", nicht veröffentlichen. Zudem steht eine gerichtliche Auseinandersetzung an, wie die Münchner bestätigen. Unterdessen meldet der FinanzBuch Verlag, dass das Buch im August bei ihm erscheint.

Der geplante Titel lautete "Feindliche Übernahme − Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht". "Zwischen Thilo Sarrazin und dem Verlag gibt es eine Auseinandersetzung über ein unveröffentlichtes und nicht angekündigtes Buch", erklärt Markus Desaga, Presseleitung DVA Sachbuch, auf Anfrage von boersenblatt.net. "Über diese Auseinandersetzung wird am Montag vor Gericht verhandelt." Er fährt fort: "Wir werden daher zum jetzigen Zeitpunkt die bisherige Berichterstattung dazu inhaltlich nicht kommentieren, stellen aber klar, dass der Verlag  das nicht angekündigte Buch von Thilo Sarrazin weder 'stoppen', noch seine Publikation erschweren oder verhindern will. Dem Autor steht es frei, sein Buch jederzeit in einem anderen Verlag  zu publizieren", so Desaga. Ein Grund für die Ablehnung wird nicht genannt.

© FBV

FinanzBuch Verlag bringt den Titel

Einen neuen Verlag hat Sarrazin inzwischen gefunden: Die Münchner Verlagsgruppe, Teil von Bonnier Media Deutschland, meldet heute, am 6. Juli, dass es gelungen sei, Thilo Sarrazin als Autor zu gewinnen. Dort werde "Feindliche Übernahme − Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht" Ende August im FinanzBuch Verlag erscheinen. Sarrazin befasse sich in seinem neuen Buch grundlegend mit Fragen des Islams und den Folgen der Einwanderung von Muslimen nach Deutschland und Europa. Die MVG habe sich das Buch "geschnappt", sagt der Pressesprecher Julian Nebel gegenüber boersenblatt.net. Man habe es sich gut überlegt, aber zu einer freiheitlichen Demokratie gehöre es, dass alle Meinungen vertreten sein dürfen, solange sie nicht gegen rechtliche Vorschriften verstoßen.

Sarrazins entwirft in seinem Buch offenbar ein Angstszenario. Einer seiner Thesen: Durch Einwanderung und hohe Geburtenraten (auch bedingt durch die niedrige Stellung der Frauen) wachse der Anteil der Muslime in Deutschland und Europa immer weiter an. Bei einer Fortsetzung dieses Trends wären die Muslime auf dem Weg zur Mehrheit und unsere freiheitliche Gesellschaft ernsthaft gefährdet, so die Pressemitteilung der MVG zum Inhalt des Buches.

Hintergrund

Die Berliner "B.Z." etwa hatte zunächst darüber berichtet. Danach werden sich die beiden Parteien am Montag vor dem Münchner Landgericht treffen. Er habe das Manuskript im Februar 2018 abgeliefert, daraufhin habe der Verlag die zweite Vorschussrate bezahlt, zitiert die Zeitung Sarrazin. Anfang Mai habe der Verlag Sarrazin mitgeteilt, dass er das Buch nicht veröffentlichen werde. Worum genau es bei dem Termin vorm Landgericht geht, wird von Random House nicht kommentiert.

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4 Kommentar/e

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  • Peter Kultzen

    Peter Kultzen

    Ein dickes Lob an RandomHouse für die Entscheidung, das neueste Machwerk von Hassprediger Sarrazin nicht zu veröffentlichen!! Kann die SPD diesen ressentimentgeladenen Giftzwerg nicht endlich ausweisen und umgehend, ohne Anhörung und Transitlager, in die AFD abschieben?!

  • Annette Sievers

    Annette Sievers

    mvg – ein Verlag für »praktische Ratgeber und Lebenshilfe«. Es wird einem übel…

  • Alex Lau

    Alex Lau

    Die SPD-Führung hat ja versucht, ihn loszuwerden. Daraufhin trafen in der Parteizentrale waschkörbeweise Drohbriefe von Mitgliedern ein, die für den Fall des Parteiausschlusses von Sarrazin ihren eigenen Austritt ankündigten.

  • Peter Kultzen

    Peter Kultzen

    - erinnern Sie mich bloß nicht daran, Alex Lau, Sie haben natürlich recht, seufz...

    • ...

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