Wechsel zu Soft-DRM

Random House setzt auf Barrierefreiheit

Wie soeben bekannt gegeben, ermöglicht die Verlagsgruppe Random House ihren Vertriebspartnern ab 1. Oktober, E-Books mit Soft-DRM anzubieten. Mit dem Umstieg folgt die Verlagsgruppe brancheneigenen Vorbildern, die sich von Adobe verabschiedet und die Umstellung bereits vollzogen haben. 

Das bisher genutzte Hard-DRM wird nun auch bei der Verlagsgruppe Random House dem sogenannten Soft-DRM weichen. Der harte Kopierschutz, der bisher meist über den Marktführer Adobe lief, macht vor allem den Handelspartnern und Kunden das Leben schwer. „Wir wollen das Interesse am digitalen Lesen weiter fördern und es Lesern möglichst einfach machen, E-Books zu lesen. Der Verzicht auf hartes DRM erleichtert Lesern und Vertriebspartnern den Umgang mit E-Book-Dateien, erhöht die Kundenzufriedenheit und reduziert Komplexität. Gleichzeitig können auch Händler und Plattformen beliefert werden, die kein hartes DRM anbieten", so Frank Sambeth, CEO der Verlagsgruppe Random House.  

Zuvor waren bereits viele andere Verlagshäuser wie die Bonnier-Gruppe sowie DuMont, Holzbrinck, dtv und Bastei Lübbe dem Wunsch nach dem barrierefreien Lesen gefolgt.  "Mit der Umstellung auf Soft-DRM schließen wir uns auch einem immer breiter werdenden Branchenkonsens an, mit dem Ziel den digitalen Markt in Deutschland kontinuierlich weiterzuentwickeln", sagt Sambeth weiter. 

Rechteverleztzungen werden auch zukünftig weiter verfolgt. Diese lassen sich beim weichen Kopierschutz relativ einfach durch ein Wasserzeichen festsellen. Meist erscheint in darin der Name des Käufers. Somit können die Täter, die einen Titel illegal zum Download bereitsstellen, schnell nachvollzogen werden.

Aus dem Archiv:

DuMont Buchverlag: Wasserzeichen statt harten Kopierschutzes

Wasserzeichen statt hartem DRM: dtv wird beim E-Book weich

Geänderter Kopierschutz für E-Books bei Bonnier: Vom harten zum weichen DRM

Kopierschutz bei E-Books: Holtzbrinck setzt auf das Wasserzeichen

Schlagworte:

3 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Typogräfin

    Typogräfin

    Barriere frei meint im Digitalen doch etwas anderes: erleichterter Zugang für Sehschwache, Blinde und Leseschwache.
    Die wenigsten digitalen Bücher, die ich bisher gelesen oder geprüft habe enthalten z.B. (sinnvolle) alternativ-Texte für Abbildungen. Grausam, erst recht, wenn z.B. Kapitelüberschriften als Bild und nicht als Klartext eingebunden wurden. Lassen Sie sich so ein Buch einmal digital vorlesen...
    Hier ist noch Potenzial, auch bei der größten deutschen Verlagsgruppe!

  • ebooker

    ebooker

    @Typogräfin:
    Vollkommen richtig. Das liegt daran, daß ebooks technisch keine Bücher sind und erst recht keine Druckvorstufe darstellen, sondern Webseiten. Die Setzer kommen aber aus dem Buchsatz und nicht aus der Webseitengestaltung, und das merkt man eben.
    Die Verlage sind vollständig in der Hand von Adobe, einem amerikanischen Uhternehmen mit völlig überhöhten Preisen. Zuerst wird mit einem für ebooks vollkommen ungeeigneten Werkzeug (Indesign) aus einer aus der Druckvorstufe gezogenen Datei ein überladenes XML-Dokument generiert. Dieses wird dann mit einem Kopierschutz (DRM) von Adobe versehen und beide Male zahlt der Verlag an Adobe für ein unbefriedigendes Ergebnis. Den Schaden haben Verlag und Kunde und das Ganze bei Verkaufszahlen, die den Aufwand gewiß nicht rechtfertigen.
    "Weiches DRM" (Wasserzeichen = Steganographie) ist billiger, aber genauso unnütz. Der Kunde hat wenigstens den Vorteil, daß er als ehrlicher nicht schlechter dasteht als ein Schwarzkopierer.

  • Caroline Schultz

    Caroline Schultz

    Interessante Information! Und auch die vorhandenen comments sind aufschlussreich - Danke dafür :)

    • ...

      Informationen zum Kommentieren

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

    • ...
      Mein Kommentar

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

      Ihr Profilbild können Sie über den externen Dienst Gravatar einbinden.

      (E-Mail wird nicht veröffentlicht)
      CAPTCHA image
      Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination.

      * Pflichtfeld

    nach oben