Meinung

Michael Schikowski, Campus-Mitarbeiter und Blogger Michael Schikowski, Campus-Mitarbeiter und Blogger © privat

03.04.2014

Die Entwertungskette

Eine seltsame Gewohnheit beherrscht die Branche: "Generell können bei uns Preise immer nur zu hoch, fast nie zu niedrig sein", meint Michael Schikowski. Er schlägt ein Umdenken im Verkauf vor, das auf den Wert der Bücher setzt. Denn: Der kleine Preis "sediert den Verstand, gelegentlich verdirbt er den Geschmack".

Wortmeldungen zur Bedeutung der Krise bei Weltbild gibt es reichlich. Vielleicht wäre es jetzt an der Zeit, den vielen mehr oder weniger plausiblen Gründen und Schuldzuweisungen für diese Krise einige etwas grundsätzlichere und allgemeinere Überlegungen anzu­fügen ... [ weiter... ] 12 Kommentare

Jochen Jung, Verleger Jochen Jung, Verleger© Werner Gabriel

17.03.2014

Die Bücherstaffel

Verleger Jochen Jung liebt Buchmessen, früher war er am liebsten mehrfach im Jahr auf Achse. "Messe, das waren die Leute: nicht das Publikum", sagt Jung und gesteht: Heute fährt er vor allem wegen der Bücher hin. "Meine Liebe zu diesen kleinen viereckigen Dingern von unterschiedlicher Korpulenz ist dauerhaft und verlässlich." Ein Liebesseufzer.

Immer schon war ich ein ausgemachter Freund der Buchmessen, Frankfurt oder Leipzig, egal. Auf den Messen traf man all die, die man Gott sei Dank sonst nicht sah, dann aber gern. Ein- oder zweimal im Jahr, das musste sein, und sei es nur, damit man einander nicht vergaß. Messe, das waren die ... [ weiter... ] kommentieren

Johannes Haupt Johannes Haupt© privat

04.03.2014

Erotische Geschichten im Netz: Das schamhafte Geschäft mit der Lust

Wohl kein Genre ist im Internet so gefragt wie Erotik, Shades of Grey & Co. verkaufen sich millionenfach. Trotzdem traut sich kaum ein Händler, die populären Titel in die erste Reihe zu rücken, auch Verlage sind zurückhaltend. Zu den Profiteuren gehören Indie-Autorinnen.

In der vergangenen Woche hatte Vintage Books gleich zwei gute Nachrichten zu vermelden. Das Imprint von PinguinRandomhouse teilte mit, die Shades-Of-Grey-Trilogie habe sich inzwischen mehr als 100 Millionen mal verkauft. Außerdem befinden sich die BDSM-Romane seit mehr als 100 Wochen in der Ne ... [ weiter... ] kommentieren

Martina Bergmann Martina Bergmann© Franziska von Schmeling

21.02.2014

"Jammert nicht, wenn Buchhändler euch meiden"

"Digitale Produkte sind zweifach weit weg von der Provinz: Sie sind mit Händen nicht greifbar, und man kann sie auch nur schwierig im Laden verkaufen", meint Martina Bergmann, Buchhändlerin in Borgholzhausen. Was kann ein Sortimenter tun, um im virtuellen Treibsand nicht verschüttet zu werden?

Hinzu kommt, dass der virtuelle Lektürebetrieb sich rasant entwickelt. Wo bleibe ich als Buchhändler? Wie mache ich mich bemerkbar, und womit verdiene ich in diesem Segment mein Geld? Erste Baustelle, Ebooks und Lesegeräte. Eine Weile sollte man den White-Label-Shop seines Barsort ... [ weiter... ] 29 Kommentare

Nicola Bardola Nicola Bardola© Christine Strub

12.02.2014

Alles was bleibt

Als würde man Buchdeckel ohne Seiten in der Hand halten: Mit Readern und Tablets der ersten Generation lassen sich aktuelle Enhanced E-Books schon nicht mehr lesen. Fachjournalist und Autor Nicola Bardola macht sich Gedanken über die rasante Technikentwicklung und Bi-Leser.

Kennen Sie schon die vielen neuen Apps und Enhanced E-Books, die in diesem Frühjahr erscheinen? Erste Verlage gehen nun dazu über, alle ihre Papier-Novitäten mit einem E-Book inklusive zu veröffentlichen. Jedem gedruckten Buch liegt dann ein Code bei, der einen kostenfreien Downl ... [ weiter... ] 1 Kommentar

Ulrich Dombrowsky Ulrich Dombrowsky© privat

31.01.2014

Die Post bringt’s nicht

Ärgerlich, wenn Mitte Dezember aufgegebene Büchersendungen erst Anfang Januar eintreffen − und Tante Veronika notgedrungen ein anderes Geschenk bekommen hat: Mit derlei Verzögerungen werden Sortimente wiederholt geschädigt. Meint Buchhändler Ulrich Dombrowsky aus Regensburg − der seinem Ärger Luft macht.

In  der "Süddeutschen Zeitung" lese ich, dass die Deutsche Post neue Einkommensquellen sucht. Sie vermittelt für Unternehmen Werbeflächen auf Privatautos und stellt dafür einen monatlichen Tankgutschein für 70 Euro für den Werbefahrer in Aussicht. Sch&o ... [ weiter... ] 7 Kommentare

Isabella Kortz Isabella Kortz© Constanze Wild

14.01.2014

Was inspiriert Sie?

"Bitte vergessen Sie alles, was Sie mit dem Wort 'Inspiration' verbinden - wir werden Ihre Festplatte jetzt neu bespielen", verspricht Isabella Kortz, Buchcoach und Veranstalterin von "InspirationSessions". Das passt doch zum Jahresanfang.

Was inspiriert Sie? Gehören Sie auch zu den Menschen, die beim Lesen dieser Frage die Augen rollen oder mit den Schultern zucken? Das ist nicht verwunderlich, schließlich muss das Wort „Inspiration“ heutzutage für allerlei Bedeutungen herhalten. Gerade zum Jahresanfan ... [ weiter... ] kommentieren

Nina George Nina George© Knaur / G. von Foris

19.11.2013

Die gläserne Leserin am Plastiktisch

Kostbare Leserinnendaten, faszinierende Literaturformate, kundenfreundliche Lizenzmodelle − und der Ruf nach mehr Kooperation, Haltung und Mitgestaltung eines Werterahmens. Die Jahrestagung der BücherFrauen − Women in Publishing lieferte eine umfassende Bestandsaufnahme des literarischen (Er)Lebens im digitalen Buchmarkt. Eine Stimmensammlung von Nina George, Autorin und BücherFrau.

Die gute Nachricht zuerst: gelesen wird immer (noch), die Leserin stirbt nicht aus, und gute Geschichten bleiben das Fundament der Branche. Doch die aus dem www entwickelte Technik hat den Buchmarkt, die literarischen Formen, das Verhältnis zwischen Leserin, Autorin und Verlagen durchdrungen. E ... [ weiter... ] 1 Kommentar

Dieter Dausien Dieter Dausien© privat

12.11.2013

Starren auf die Amazon-Schlange

Die Krise des Sortiments ist auch eine hausgemachte. Trotz Amazonisierung hat der Buchhandel gute Zukunftschancen - wenn sich der von den Filialisten gelegte Sturm einmal gelegt hat. Meint Dieter Dausien, Inhaber des Buchladens am Freiheitsplatz,  Hanau.

Das Geschäft mit Büchern wandert ab ins Web« – »Alles strebt in Richtung Amazon?« – Sätze wie diese gehören zum täglichen Mantra der Branchenpresse. Zweifellos wird hier ein Megatrend beschrieben, der den stationären (Buch-)Handel zu Recht ... [ weiter... ] 8 Kommentare

Doris Müller-Höreth Doris Müller-Höreth© privat

31.10.2013

Wie viele gefallene Engel verträgt der Markt?

In der Flut der Fantasy-Novitäten sollten Buchhändler klug einkaufen − und den finanziellen Spielraum nicht aus den Augen verlieren. Das rät die Nürnberger Sortimenterin Doris Müller-Höreth ihren Kollegen. Und: "Unsere Kunden erwarten von uns Beratungskompetenz, Begeisterungsfähigkeit, Leidenschaft", so Doris Müller-Höreth.

In  die Fantasywelt bin ich mit meinen Kunden hineingewachsen; mittlerweile sehe ich die zweite Generation Fantasyfans erwachsen werden, habe viele Trends mitgemacht und mich durch Berge von Fantasy gelesen. Filme wie "Rubinrot", "Percy Jackson" und "Die Chroniken der U ... [ weiter... ] 1 Kommentar

Florian Sperling Florian Sperling© privat

24.10.2013

Schwarze Schafe

Nach der Erfahrung des Rechtsanwalts Florian Sperling stehen viele Unternehmen mit dem Thema Künstlersozialabgabe auf Kriegsfuß. Nun wird zu allem Übel auch noch der Abgabesatz deutlich erhöht. "Die Vertreter der Buchbranche gehören in puncto Künstlersozialabgabe zu den Ehrlichen − und damit zu den Leidtragenden", meint Sperling.

Die  schlechte Nachricht zuerst: Die Künstlersozialabgabe wird für das Jahr 2014 von 4,1 auf 5,2 Prozent erhöht. Und nun die ganz schlechte Nachricht: Bis 2016 ist mit einem weiteren Anstieg auf mehr als sechs Prozent zu rechnen. Die meisten Verleger sind mit dem Thema Küns ... [ weiter... ] kommentieren

Katharina Höhnk Katharina Höhnk© Mark Garner

15.10.2013

Macht Bäckermeister zu Autoren!

Warum nur ist Deutschland so reich an Konditor- und Bäckermeistern, die ihr Handwerk verstehen, aber so arm an inspirierenden Backbücher aus ihrer Feder? Das fragt sich die Foodbloggerin Katharina Höhnk (Valentinas-Kochbuch.de).

Als ich vor Kurzem in meinem Berliner Kiez unterwegs war, sprachen mich zwei Touristinnen ab, wo sie in Laufnähe Kuchen essen könnten. Ich empfahl ihnen zwei Cafès. Eines mit französischer Patisserie und ein anderes mit typisch deutschen Sahnetorten. Begeistert schlugen sie den ... [ weiter... ] 2 Kommentare

Norsin Tancik Norsin Tancik© privat

08.10.2013

"Die Empörung ist groß, aber nicht konstruktiv"

Für reichlich Wirbel hat ein Blogger mit seiner "Empörung über... Kiepenheuer & Witsch" gesorgt. In seinem Blog prangerte er niedrige Volontariatsgehälter des Verlags an − 81 Kommentare waren die Folge. KiWi hat inzwischen eine höhere Vergütung angekündigt. Norsin Tancik, Mit-Gründerin des Portals "BuchKarriere",  will die Debatte aus der "elendigen Welle der Empörung" herausbringen.

In unserer BuchKarriere-Jobbörse achten wir darauf, nur Stellenanzeigen zu veröffentlichen, die fair sind. Das ist nicht immer eine einfache Entscheidung, denn es gibt viele Konditionen, die machbar sind. Sie bedeuten aber keineswegs, dass sie auch menschenwürdig sind. Vor einem h ... [ weiter... ] 1 Kommentar

Ute Nöth Ute Nöth© privat

30.09.2013

Von kleinen Kuchen und großen Verunsicherungen

Die Frage, wie viel ein E-Book kosten darf, spaltet die Buchwelt: Die Leser sehen nicht ein, für eine Datei fast so viel auszugeben wie für ein handfestes Buch. Die Verlage verweisen darauf, dass die Kosten der E-Book-Produktion kaum geringer sind als im Printbereich. Wie sich der deutsche E-Book-Markt entwickelt, hängt nicht zuletzt davon ab, wie sich dieses Dilemma auflösen lässt. Schwerpunktmäßig wird es deshalb auf dem diesjährigen eBookCamp Hamburg ums Thema „Pricing“ gehen. Ute Nöth, Mitveranstalterin, skizziert die Lage.

Welchen Wert hat eine Datei? Wie lässt sich ein – durch DRM beschränktes – Nutzungsrecht monetär beziffern? Welche Preisschwellen gelten? Entwerten Selfpublishing, Gratisaktionen oder Bundles die Wertigkeit des Formats? Wie kalkuliert man digitale Produkte? Sind Flatrate ... [ weiter... ] 4 Kommentare

Martina Bergmann Martina Bergmann© Franziska von Schmeling

25.09.2013

Träumt weiter!

Werden die Angestellten der Filialisten zu Schleckerfrauen des Buchhandels? Das fragt sich Martina Bergmann. Die Buchhändlerin aus Borgholzhausen zu Arbeitsbedingungen im Buchhandel und bei Amazon, Birkenstocks und böse Männer in Nadelstreifen.

Werden die Angestellten der Filialisten zu Schleckerfrauen des Buchhandels? Der Gedanke liegt nah, denn über die Personalpolitik mancher Firma wurden zuletzt Fakten publik, die besser in Wallraff-Reportagen als in unser (Selbst-)Bild des Sortimentsbuchhandels passen. Man kann sich das sch&oum ... [ weiter... ] 24 Kommentare

Markus Barth Markus Barth© privat

12.09.2013

"Am Arsch die Räuber"

Die heimischen Bücherregale mit Literatur zu füllen, ist gar kein Problem. Die Bücher wieder loszuwerden, erweist sich hingegen als äußerst schwierig. Meint Markus Barth, der sich nicht nur deswegen beim Bücherschrank in seiner Nachbarschaft bedankt.

Bücher kaufen war noch nie so einfach wie heute. Bücher loswerden dagegen finde ich eine echte Herausforderung. Aber ab und zu muss man Platz schaffen im Regal und da dachte ich: "Verleih sie doch einfach, verliehene Bücher bekommt man eh nie zurück." Ja, denkste. Leid ... [ weiter... ] 2 Kommentare

Mercedes Bunz Mercedes Bunz© Thomas Lohr

05.09.2013

Sondieren und experimentieren

Die Buchbranche ist generell offen für den digitalen Wandel und hybrides Publizieren.
Marktkundige Forscher können ihnen dabei helfen. Ziel ist es, Wissen langfristig zurück in den Markt und die Verlagspraxis zu tragen, damit unabhängige Verlage auch weiterhin unabhängig bleiben können. Meint Mercedes Bunz.

Wie wird die Verlagslandschaft in Zukunft aussehen? Publizieren verändert sich im digitalen Zeitalter und stellt Verlage vor neue Chancen, zum Beispiel was ihre Publikationsformate und die Reichweite ihrer Produkte betrifft. Dieses hybride Publizieren bringt aber auch eine techni ... [ weiter... ] kommentieren

Rainer Moritz Rainer Moritz© Christian O. Bruch

29.08.2013

Wo ich E-Book-Reader ablehne

Er macht sich einen Ferienspaß daraus, zu beobachten, was andere Hotelgäste lesen. Doch in Zeiten digitaler Lesegeräte wird das immer schwieriger, meint Rainer Moritz. "Zumindest in allen über 1.000 Meter gelegenen Berggasthöfen sollten E-Reader verboten werden", so der Leiter des Literaturhauses Hamburg.

Ich fahre, um mich von den immer größer werdenden Anforderungen der Buchbranche zu erholen, im Urlaub gern dorthin, wo nichts los ist. Ich will keine Museen aufsuchen, nicht bei brütender Hitze durch pittoreske Altstadtwinkel bummeln oder umgeben von Tausenden übergewichtiger Ha ... [ weiter... ] 2 Kommentare

Nina Tebartz Nina Tebartz© Moses Verlag

22.08.2013

Unbedingt haben wollen!

Warum hinter guten Non-Books ein Konzept stehen muss − und welche Maßstäbe die Macher an ein erfolgreiches Produkt legen: Nina Tebartz (Moses Verlag) über das Geschäft jenseits vom Buch. "Ein Non-Book muss immer das Potenzial für 'Liebe auf den ersten Blick' haben", lautet ihr Credo.

Becherlupen, Plüschtiere, Lesezeichen, Reisenotizhefte, Rezeptordner … − die Bandbreite an Non-Books ist wahrhaft groß, die Gestaltungsmöglichkeiten erscheinen schier endlos. Diese Vielfalt mag bisweilen den Verdacht nahelegen, es herrsche eine gewisse Willkür im No ... [ weiter... ] 1 Kommentar

Peter Kolling Peter Kolling© Werner Gabriel

15.08.2013

Dieselgestank statt Drosselklang

Seit Monaten verschwindet die Buchhandlung Proust in Essen hinter einer großen Baustelle − mit Absperrungen, Staub, Lärm und Dieselgestank. Eine schwierige Situation, die Kreativität und Durchhaltewillen erfordert. Wie die Buchhandlung das Leben hinterm Bauzaun meistert, beschreibt Peter Kolling.

Sicher haben Sie an diesen schönen Sommertagen Ihre Ladentür weit geöffnet, eine Gartenbank vor Ihrem Schaufenster, daneben bunte Blumenkübel, hübsch bepflanzt. Sie überraschen Kunden mit einem Latte macchiato, in jedem Fall mit einem wunderbaren Lesetipp − und di ... [ weiter... ] 5 Kommentare

Manfred Queißer Manfred Queißer© Tobias Bohm

08.08.2013

"Sorgfalt ist oberste Pflicht"

Das Schulbuchgeschäft lohnt sich nicht? Tut es doch − meint der saarländische Buchhändler Manfred Queißer (Bücher Queißer, Lebach). Wenn man einige Spielregeln beachtet. Und das Vertrauen seiner Kunden nicht enttäuscht.

Belletristik, Jugendbuch, Schulbuch sind tragende Säulen des Barumsatzes im Buchhandel geblieben, während viele andere Warengruppen dramatisch zurückgegangen sind. Im Nachbarland Frankreich ist der "rentrée des classes" – der Schulanfang nach den Sommerfer ... [ weiter... ] kommentieren

Jochen Jung, Verleger Jochen Jung, Verleger© Werner Gabriel

05.08.2013

Der Novitäten-Tsunami kommt

Man könnte sich doch auch freuen über die Flut von Neuerscheinungen, über die Fülle an Ideen und Einfällen. Immerhin geschieht all das auf eigenes Risiko der Autoren und Verlage. Meint Verleger Jochen Jung. "Gibt es denn nicht überhaupt von allem zu viel, egal ob es Autos sind, Knöpfe, Käsesorten oder Politiker?"

Wenn Sie grad mal Ihr Fenster öffnen, dann hören Sie hinter all dem Straßenlärm oder Vogelgezwitscher (je nachdem, wo Sie Ihre Villa haben) ein leises Grollen, das langsam stärker wird: Das ist die Welle der Herbst-Neuerscheinungen, die da auf Sie zurollt und sich in K&uu ... [ weiter... ] kommentieren

Lorenz Borsche Lorenz Borsche© eBuch

30.07.2013

"Lieber Stefan Möller: Du musst laufen!"

Der Texter Stefan Möller hat auf SteglitzMind einen polemischen Abgesang auf den stationären Buchhandel gepostet. eBuch-Vorstand Lorenz Borsche antwortet. 

[Ironie ON] Kann das sein, lieber Stefan, daß auf dem Schild, dass Du zeigst, das U eigentlich hätte ein A sein sollen? Ja, wir sind alle faul geworden. Und das sieht man uns an. Wir lesen halt gerne, und das tut man nicht im Laufen, sondern im Sitzen. Da ist es doch toll, wenn man nu ... [ weiter... ] 17 Kommentare

Martina Bergmann Martina Bergmann© Franziska von Schmeling

26.07.2013

"Des Hohns aus Digitalien überdrüssig"

Die Interview-Reihe auf SteglitzMind sorgt für Zündstoff. Martina Bergmann gehört zu den befragten Buchhändlern - und hat die Diskussion verfolgt. Ihre Idee vom Buchhandel der Zukunft: Lektüre, Kompetenz und Umgangsformen.

Buchhändler sollen Geschäfte machen. Das Angebot, sich in einem viel gelesenen Blog vorzustellen, konnte man deswegen kaum ausschlagen. Gesine von Prittwitz, eine erfahrene PR-Frau aus der Berliner Verlagsszene, fragt und die Buchhändler antworten. Wie ist die Zukunft des Sortiments ... [ weiter... ] 10 Kommentare

Solvey Munk, Vertriebsleiterin von Umbreit Solvey Munk, Vertriebsleiterin von Umbreit© Umbreit

25.07.2013

"Aus der trüben Ecke herausholen"

Wer Religion nur als Pflichtsortiment nebenherlaufen lässt, verschenkt interessante Chancen. Eine Verflechtung mit verwandten Warengruppen, ansprechende Dekoration und einfallsreiche Aktionen verführen stöbernde Kunden, meint Solvey Munk von Umbreit.

Brauchen allgemeine Sortimente überhaupt noch gut bestückte Religionsabteilungen? Oder hat sich diese lange Jahre nicht nur von konfessionellen Buchhandlungen erfolgreich besetzte Nische überholt? Es ist doch offensichtlich, dass viele − insbesondere auch wieder junge Menschen & ... [ weiter... ] kommentieren

Andreas Horn, Vertriebschef Verlagsgruppe Beltz Andreas Horn, Vertriebschef Verlagsgruppe Beltz© Beltz

19.07.2013

Lesespuren – Spurenlesen

Die wahre Avantgarde kauft gedruckte Bücher im stationären Buchhandel. Und zahlt am besten bar. Denn nur der "klassische" Weg garantiert dem Konsumenten halbwegs den Schutz seiner Privatsphäre. Meint Andreas Horn, Vertriebschef der Verlagsgruppe Beltz.

Vor Google, Apple, Amazon und Zalando wussten im besten Fall mein Gemüsehändler von meiner heimlichen Vorliebe für FCKW-belastete Flugmangos, die Besitzerin des Weinladens in meinem Viertel von meinem ab und an erhöhten Verbrauch französischen Weinbrands. Und selbstverst&aum ... [ weiter... ] 6 Kommentare

Wolfgang Hanfstein Wolfgang Hanfstein

11.07.2013

30 Euro für zehn Jahre Erfahrung - und ein Jahr Arbeit

Die beste Methode für beruflichen und persönlichen Erfolg ist die Lektüre eines guten Buches. Das weiß heute aber nicht mehr jeder. Und deshalb gehören die Leistungsmerkmale der Bücher ins Blickfeld gerückt. Mit allen Mitteln, überall. Meint Wolfgang Hanfstein.

Es liegt wohl nicht am Steak, wenn jemand mehrere Millionen für ein Essen mit Warren Buffet auf den Tisch legt. Eher geht es darum, das Sozialprestige aufzumöbeln. Solche Aktionen zeigen aber auch, wie begehrt herausragende Personen als Gesprächspartner sind. Es geht darum, von den ... [ weiter... ] 2 Kommentare

Martina Bergmann Martina Bergmann© Franziska von Schmeling

20.06.2013

Kein zahnloser Tiger sein!

Martina Bergmann ist nicht auf den Buchtagen Berlin dabei. "Ein Buchhändler gehört in seine Buchhandlung, um es auf den Punkt zu bringen", meint die Sortimenterin. Warum die Pflege der Kernkompetenzen für Buchhändler vor Ort essentiell ist, erklärt sie auf boersenblatt.net. "Es gibt viele schöne Beispiele für zeitgemäßen Sortimentsbuchhandel", so Bergmann.

Alle reden über den Buchhändler, aber keiner spricht mit ihm. Er ist für überflüssig erklärt worden. Unfug! Der Buchhändler ist ein Fachmann wie Klempner, Maurer oder Dachdecker. Sein Handwerk heißt Inhalt. Geschichten, Berichte, Informationen – Wisse ... [ weiter... ] 2 Kommentare

Franz-Rudolf Esch Franz-Rudolf Esch© Barbara Heinz

20.06.2013

Ein klingender Name

"Produktkategorien mögen sterben, Marken können ewig leben": Auch wenn der gedruckte Brockhaus verschwindet, das Ende der Marke Brockhaus muss damit nicht zwangsläufig verbunden sein. Meint Markenforscher Franz-Rudolf Esch von der EBS Business School.

Im Buchmarkt gibt es nicht viele glänzende Marken mit Strahlkraft. Vielfach sind nicht die Verlage die Marken, sondern die Autoren, weil man weiß, wofür die­se stehen. Zu den wenigen Ausnahmen zählen der Duden, Langenscheidt und Brockhaus. Der Duden ist das Nachschlagewerk ... [ weiter... ] kommentieren

Tobias Gohlis Tobias Gohlis© Marco Grundt

13.06.2013

Schlechte Vertuschung

Masse allein machtʼs nicht: Regio- und Psychokrimis deutscher Provenienz sind tendenziell sprachlos, meint Tobias Gohlis, Kritiker und Sprecher der "KrimiZeit"-Jury. Und spitzt zu: "Der Regiokrimi ist die Bad Bank der deutschen Kriminalliteratur."

Dem deutschen, also: dem deutschsprachigen Krimi geht es gut − irgendwie. Das war jedenfalls der Eindruck, der auf der Tagung "Krimis Machen 1" im April in Berlin entstand. Wirtschaftlich keine Klagen. Und intellektuell, ästhetisch, literarisch? Da hapert es in der Masse gewalti ... [ weiter... ] 7 Kommentare