Verlagspraxis

Drei Gründe, warum Sie sich bisher noch nicht getraut haben, Crowdpublishing auszuprobieren

1. Februar 2020
von Börsenblatt Online
Die Verlagsbranche ist im Umbruch. Neue, innovative Publikationsmethoden erobern den deutschen Markt – so auch das Crowd- oder Communitypublishing, das die traditionelle Verlagsarbeit mit Crowdfunding verbindet. Welche Chancen bieten sich?

Wie funktioniert Crowdpublishing? Für ein ausgewähltes Manuskript wird eine Crowdfundingseite aufgebaut und die Community des Verlags bestimmt durch ihre mehr oder weniger starke Unterstützung, ob das Buchprojekt realisiert werden soll. Als Dankeschön erhält sie beispielsweise exklusives Material zur Veröffentlichung oder wird namentlich im Buch genannt.

Aber noch wird das Konzept zögerlich angenommen – hier listen wir drei Faktoren auf, die für Sie als Verlagsmensch/MarketerIn/LektorIn vielleicht verantwortlich dafür sind, dass Sie noch kein Buch-Funding in Angriff genommen haben.

1. Ich möchte nicht um Geld betteln müssen

Das wohl am häufigsten vorgebrachte Argument, das gegen eine Crowdpublishing-Kampagne zu sprechen scheint. „Wenn ich ein Manuskript ausgewählt habe, will ich das auch durchziehen“ oder „Wie sieht denn das aus, wenn ich um Geld bettle, um meinen Job zu machen?“.
Fakt ist: Crowdpublishing kann mehr als nur das finanzielle Risiko einer Publikation minimieren. Wie wäre es zum Beispiel, die Community zu fragen, ob Cover A oder Cover B für ein Buch besser ankommt? Oder eine Kampagne zu starten, in der exklusive Zusatzinhalte zum Buch angeboten werden – als „Geschenk“ für die Crowd, nicht als Bedingung dafür, das Buch überhaupt umzusetzen.

Man sollte sogar sagen: Beim Crowdpulishing spielt die Finanzierung nur eine minimale Rolle – vielmehr ist es Markttest, Marketingtool, Direktvertriebsweg oder Community-Instrument. Entscheidend ist, welche Geschichte hinter der Kampagne steht.

2. Meine Community ist nicht groß genug, um die benötigte Finanzierungssumme zu stemmen

Jeder Verlag hat eine Community. Und jeder Autor, jede Autorin, jedes Buch bringt ebenfalls eine mit. Sie wollen nur angesprochen werden – und das ist gar nicht schwer! Sie möchten einen Krimi verlegen, in dem der Protagonist leidenschaftlich gerne Eishockey spielt? Denken Sie doch mal drüber nach, nicht nur die üblichen BuchbloggerInnen zu animieren, das Buch zu bewerben, sondern auch Eishockeyvereine. Mit ein bisschen Outside-the-Box-Denken ist kein riesiges Marketingbudget nötig, um eine Kampagne groß werden zu lassen. Das Praktische ist: Mit jeder Kampagne, die Sie starten, wird die Community, die sich beteiligen möchte, größer. Und auf einmal sprechen Sie nicht nur die Leseratten an, sondern auch die EishockeyspielerInnen, die gar nicht von sich wussten, dass sie Leseratten sind.

Die Frage ist: Wenn ein Buchprojekt die eigene Community nicht vorab begeistern kann, wie soll es dann erst sein, wenn das Buch im Handel steht? Jede Kampagne dient als Testlabor. Treffe ich mit diesem Titel den Nerv der LeserInnen? Wo befinden sich meine Zielgruppen und worauf reagieren sie am stärksten? Das sind Fragen, die eine Crowdpublishingkampagne beantworten kann.

Bei den Bookbakers sagen wir gerne: JEDES Buch eignet sich für Crowdpublishing! Ja, das schließt auch Fachbücher und ganz besonders Nischenliteratur ein. Denn wie oben bereits erwähnt: Jedes Buch hat eine Community. Und die leckt sich die Finger danach, auch auf dem Buchmarkt repräsentiert zu werden. Denn über eine Crowdpublishing-Kampagne können sie nicht nur erreichen, dass Literatur zu „ihrem“ Thema auf dem Markt verfügbar ist, sondern sie sind auch noch ganz persönlich verantwortlich dafür.

Auch wenn nicht jede Kampagne erfolgreich endet, erreichen Sie in deren Ablauf einen effektiven Markttest, charmantes Marketing, KundInnenbindung und Communitybuilding.
Es ergibt also durchaus Sinn, neben Belletristik auch Fach- und Sachbücher zu funden, wie zum Beispiel hier: https://hanser.bookbakers.de/

Natürlich ist es nicht ohne, eine Crowdpublishing-Kampagne aufzubauen, wenn das Know-How (noch) fehlt. Konkrete Hilfe gibt es zum Beispiel bei den Bookbakers (https://www.bookbakers.de/) oder beim Börsenblatt-Webinar des Börsenblatts am Dienstag, 4. Februar 2020 um 11 Uhr -die Anmeldung endet zwei Sunden vor Webinar-Beginn.