Ist All-Age-Literatur, die Eltern und Kinder gleichermaßen anspricht, ein neues Phänomen?
Humann: All Age ist in erster Linie ein Medienthema. Solche Bücher hat es schon immer gegeben, nur heißen sie jetzt schicker. Genauso wie es immer die ältere Generation gab, nur dass wir sie jetzt Silver Ager nennen.
Was fällt für Sie darunter?
Humann: Gute Literatur, spannende Literatur spricht Jugendliche wie Erwachsene an. "Feuchtgebiete" sind All Age, ebenso die Bücher von Benjamin Lebert oder Michel Houellebecq. Man kann auch sagen: Immer, wenn es richtig erfolgreich wird, wird es ein All Age Buch. Stephen King, John Grisham, Terry Pratchett sind Beispiele dafür, ebenso wie Joanne K. Rowling, Cornelia Funke oder Andreas Steinhöfel.
Können Sie bei Carlsen etwas tun, um die Bücher für alle Lesergruppen gleichermaßen attraktiver zu machen?
Humann: Wir zielen nicht darauf ab, speziell All Age-Bücher in Auftrag zu geben oder zu produzieren. Wir signalisieren allerdings bei einigen Büchern durch eine "erwachsenere" Ausstattung, dass diese Titel auch in der Belletristik-Abteilung ihren Platz haben. Die Entscheidung liegt beim Publikum.