#yeaward15 – die Kandidaten (5/10)

Christina Esch: jeder Tag Premiere

Die Shortlist für den Young Excellence Award 2015 steht. boersenblatt.net stellt Ihnen die zehn  Kandidaten vor. Heute: Christina Esch (*1981). VON NILS KAHLEFENDT

Christina Esch © privat

Drei Jahre hatte Christina Esch (*1981) als Regieassistentin und Abendspielleiterin am Schauspiel Leipzig gearbeitet, als sie Intendant Wolfgang Engel beiseite nimmt „So, Frau Esch, jetzt machen Sie mal Ihre eigene Inszenierung!“ Sie hat lange nachgedacht – und die Bretter, die doch angeblich die Welt bedeuten, gegen die Welt jenseits des Theaters eingetauscht. Die Entscheidung für eine Lehre bei ihrer Mutter, die 2004 in Düsseldorf die Buchhandlung Lesezeit  gegründet hatte, war, so sagt sie es heute, „Gold wert“. Nach einem Zwischenspiel als Warengruppenleiterin bei Thalia in Neuss kehrte sie im Januar 2013 als Mitinhaberin der „Lesezeit“ zurück. Karin Esch kennt man als Vollblutbuchhändlerin, die sich neben dem Aufbau ihres eigenen Sortiments immer mit Volldampf in die Branchenpolitik eingemischt hat. Wie geht es sich in den großen Schuhen der Mutter? „Sehr gut“, sagt Christina. „Seit ich das Ruder übernommen habe, bewundere ich ihre Leistung noch mehr.“

Die erste Feuerprobe lässt nicht lange auf sich warten: Die Lesezeit im Herzen von Kaiserwerth zieht im Frühjahr 2014 um - und wächst von 70 auf 140 Quadratmeter. Christina Esch tritt an, die beschauliche Buchhandlung mit einem Team, das sie noch als Azubi kennt, zu ihrer eigenen zu machen. Was läuft, was lässt sich verbessern? Die Warenpräsentation wird behutsam optimiert, ein eigener Youtube-Kanal gestartet, der im 14-Tages-Rhythmus Lesempfehlungen per Video präsentiert. Bei all dem will das eingespielte fünfköpfige Team mitgenommen werden. Es gilt, Ängste abzubauen: Wirft die neue Chefin jetzt alles über den Haufen, was bislang galt? Esch schafft es, alle für den neuen Kurs zu begeistern. Die Mitarbeiterinnen merken, dass es flutscht – und bringen sich mit eigenen Ideen ein, etwa bei Veranstaltungsprogramm – vom Kinderspielnachmittag bis zu den „Literarischen Landschaften“. So etwas nennt man wohl: exzellentes Change-Management. Manchmal, wenn Christina Esch in der Theaterkantine vom Düsseldorfer Schauspiel alte Kollegen aus Leipzig trifft, spürt sie ein leichtes „Sehnsuchtsziepen“. Es geht verlässlich schnell vorbei. Der Kontakt mit Menschen macht den Buchhandlungsalltag reich und erfüllend. Gut möglich, dass er das mit dem Theaterleben gemeinsam hat.

Hier geht es zur Shortlist des YEA 2015!

Weitere Kandidaten im Porträt:

Marguerite Joly
Simon Kurzenberger
Alessandra Trenkle
Torsten Woywood

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