Thalia fordert rückwirkend Werbekostenzuschuss-Pauschale

Post aus Hagen

Der Hermann Schmidt Verlag Mainz hat, wie viele andere Verlage, Post von Thalia bekommen. In dem Schreiben wird auf eine Anpassung der Konditionen hingewiesen und eine "alternativlose" Werbekostenzuschuss-Pauschale für 2016 und 2017 erhoben. 

© Wolfilser / Fotolia

In dem vom 22. Mai 2017 datierten Schreiben des Thalia Category Management & Purchasing an den Hermann Schmidt Verlag Mainz, das dem Börsenblatt vorliegt, weisen die unterzeichnenden Klaus Ortner und Tom Kirsch auf eine Anpassung der Konditionen als "unvermeidliche Voraussetzung" hin, um dem Verlag "langfristig als Vertriebspartner zur Verfügung stehen zu können". Ortner und Kirsch erwarten, "dass unsere Lieferanten einen adäquaten Beitrag leisten, damit wir Ihre Produkte auch in Zukunft erfolgreich und zu Ihrem Nutzen bundesweit zu unseren Kunden bringen können". Dem Schreiben liegt eine Rechnung für eine Werbekostenzuschuss-Pauschale für die Jahre 2016 und 2017 zuzüglich sieben Prozent Mehrwertsteuer bei. 

Thalia rechtfertigt die aktuelle Verlagspost mit dem Argument der Gleichbehandlung: Um alle Lieferanten gleich zu behandeln, würden zu den Werbekostenzuschüssen derzeit Handelspartner kontaktiert werden, mit denen Thalia das Thema noch nicht thematisiert habe. "Man kann verhandeln, seine Kalkulation überprüfen, zusammenkommen oder auch nicht - aber man kannn nicht einfach eine Rechnung schicken und rückwirkend Beiträge erheben", sagte Verlegerin Karin Schmidt-Friderichs dem Börsenblatt. Schmidt-Friderichs will weder in große und kleine Marktteilnehmer noch in Dependent oder Independent fragmentieren, es gehe um kooperatives oder unkommunikatives Verhalten. "Ein unkooperatives Verhalten können wir uns in unserer Branche nicht leisten", so Schmidt-Friderichs.

Thalia reagiert auf Anfrage lediglich mit einer Erläuterung der Investitionspläne und dem Hinweis auf Gleichbehanlung aller Handelspartner. Hier das Statement von Thalia im Wortlaut: "Wir tätigen große Investitionen in die Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells, um die kanalübergreifende Vermarktung unseres Sortiments nachhaltig zu sichern und die bei uns angebotenen Produkte unserer Lieferanten bestmöglich und reichweitenstark zum Kunden zu bringen. Gleichzeitig sehen wir uns, wie der gesamte Einzelhandel, mit stetig steigenden Kosten konfrontiert, sodass eine hohe Effizienz, auch in Bezug auf die Warenbeschaffung, unabdingbar ist. Um alle Lieferanten gleich zu behandeln, kontaktieren wir hierzu derzeit Handelspartner, mit denen wir dies bislang noch nicht thematisiert haben."

Zur Anzahl der Verlagsadressaten gibt Thalia keine Auskunft.

In welchen Fällen Verlage zahlen müssen, fasst Adil Al-Jubouri von der Rechtsabteilung des Börsenvereins zusammen: "Grundsätzlich ist das als Werbekostenzuschuss zu zahlen, was vertraglich vereinbart ist. Waren also für die Jahre 2016 und 2017 bestimmte Beträge vereinbart, dann gelten die. Es ist - ohne dass das gegebenenfalls im Rahmen einer 'Anpassungsklausel' vereinbart worden ist - nicht möglich, Konditionen einseitig und rückwirkend zu verändern". Der Sachverhalt können allerdings nicht abschließend juristisch beurteilt werden, da der Rechtsabteilung die vertraglichen Beziehungen zwischen Thalia und seinen Partnern nicht bekannt seien.

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26 Kommentar/e

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  • Andreas

    Andreas

    Da kann man gleich bei Amazon kaufen. Mit so einem Verhalten sind diese angeblichen Buchhandlungen (eigentlich: Gemischtwarenhaus und Erpresserbande) nicht nur Totengräber der Büchervielfalt, sondern auch der Buchpreisbindung. Und die Verlage, die das mitmachen, ebenfalls. Vom Börsenverein ganz zu schweigen. Solche Buichhandelsketten sollten aus dem Verband ausgeschlossen werden.

  • Wilfried Albrecht

    Wilfried Albrecht

    Kleine - und Mittelständische Buchhandlungen inverstieren jedes Jahr hunderte von Euros, damit die Bücher die entsprechenden Kunden erreichen. Das passiert in Form von Veranstaltungen, Büchertische, Buchstände auf Weihnachtsmärkten, Stöberabende ....... . Ich habe noch NIE einen Zuschuss von irgendeinem Verlag bekommen. Mit 280 Filialen ist Thalia sicherlich die größte Kette in Deutschland, wenn ich alle Kleinen - und Mittelständischen Buchhandlungen zusammenzähle, sind es weitaus mehr !! Diese sollten sich in einer Arbeitsgemeinschaft zusammen tun und den Verlagen auch mal so einen Brief zusenden - nein, dass werden wir nicht tun - wir arbeiten mit den Verlagen gern zusammen !

  • Roman

    Roman

    Die Lösung heißt nicht Amazon, sondern die inhabergeführte und kompetente Buchhandlung, die sich noch mit Inhalten beschäftigt.

  • Joseph

    Joseph

    Kleine Verlage sollten von Thalia einen Werbekostenzuschuss erhalten, da man in vielen Filialen nicht bereit ist einmal mehrere Exemplare eines Buches zu bestellen. Da macht man lieber 45 Einzelbestellungen, teilweise 3 Stück in einer Woche. Die kleine Buchhandlung um die Ecke hat für die gleiche Menge 2 Bestellungen gebraucht.

  • Matthias Lätzsch

    Matthias Lätzsch

    Herr Albrecht hat alles gesagt was zu den Thema zu sagen ist. Vielen Dank.

  • Verlagsmitarbeiter

    Verlagsmitarbeiter

    Dieses Verhalten von Thalia zeigt vor allem eins: Absolute Stillosigkeit.

    Nachdem gleichen Muster könnte ich als Verlag auch Thalia eine Rechnung für "unterdurchschnittliche Entwicklung des Bestellvolumens" und zu viele Kleinstbestelllungen zu senden – als Verlag sind wir schließlich auch auf "mehr Effizienz in der Bestellabwicklung" angewiesen.

    Allerdings muss man auch sagen, dass diese Art und Weise des Umgangs von Herrn Kirsch nicht unerwartet ist. Schließlich lies Herr Kirsch auch schon mal einen Azubi (!) einen Brief an verschiedene Verlagen schreiben und unterzeichnen, dass man ab sofort x% mehr Rabatt erhalten müsse.

    Man bleibt sich also treu.

  • buchhaendler69

    buchhaendler69

    Nachdem der große Investor die Fliege gemacht hat, war es doch nur eine Frage der Zeit, bis man in Hagen wieder die WKZ-Keule rausholt um Liquidität zur Expansion zu generieren.
    Nur leider sind es wieder einmal die kleinen/kleineren Verlage, die ran müssen; denn die großen haben ja schon vor Jahren ihre Seele verkauft.
    Viele der Kleinen findet man bis jetzt nicht in den Regalen und wird man zukünftig auch nicht finden, da bei der neuen Filial-Standardgröße von 150qm kein Platz jenseits der A-Listen-Verlage ist.
    Bei ausbleibender Zahlung der WKZ droht die Auslistung. Man stelle sich vor: alle Verlage, auch die großen, würden nein zu diesem Thema sagen; Thalia würde "Um alle Lieferanten gleich zu behandeln", alle auslisten; was könnte Thalia dann noch verkaufen? Eben! NICHTS! Aber selbst in Hagen ist man nicht so doof und man würde sich doch wieder mit den großen einigen und genug kleinere Verlage werden auch einknicken.
    Eines hat uns dieses Rundschreiben aber auf jeden Fall gebracht! Während der kommenden Vertreter-Besuche gibt es ausreichend Gesprächsstoff und Lästereien.

  • Dieter Wallenfels und Christian Russ Preisbindungstreuhänder

    Dieter Wallenfels und Christian Russ Preisbindungstreuhänder

    Die massive Forderung eines " alternativlosen " Werbekostenzuschusses rückwirkend für 2016 und 2017 ist nicht nur vertragsrechtlich höchst problematisch. Auch § 6 BuchPrG könnte verletzt sein. Denn ein solcher Zuschuss, der nicht zur Finanzierung besonderer, gezielter Werbeaktionen bestimmt ist, sondern ganz allgemein als Investition in die Weiterentwicklung des Thalia-Geschäftsmodells gefordert wird, ist nichts anderes als die Forderung der Gewährung höherer Rabatte. Hier nun setzt § 6 BuchPrG Grenzen: So dürfen die Verlage Großkunden wie Thalia nicht allein umsatzorientierte Rabatte gewähren und kleinere und mittlere Händler mit unverhältnismäßig geringeren Rabatten diskriminieren. Außerdem haben die Verlage zu beachten, dass sie Letztverkäufern keine besseren Konditionen einräumen dürfen als dem Barsortiment. Die von Thalia angeschriebenen Verlage werden also genau zu prüfen haben, ob sie schon aus preisbindungs- und kartellrechtlichen Gründen gehindert sind, dieser Forderung nachzugeben.

  • Katja Spichal

    Katja Spichal

    Guten Tag zusammen,

    angesichts eines solchen Verhalten eines Verbandsmitgliedes, das nicht nur schäbig und stillos ist, sondern auch noch auf zweierlei Arten formaljuristisch relevant, wünsche ich mir eine deutliche Stellungnahme eben jenes Verbandes sowie Sanktionen, und sei es nur die öffentliche Rüge.
    Ansonsten herzliche Grüße und dank an die Vorredenden: alles, was ihr sagt: Verlage, schickt Rechnungen für erhöhten Handling-Aufwand, für notwendige Investitionen und die Cover-Gestaltung! Vergesst die buchhandelsorientierte Ausstattung nicht und überhaupt - Buchhändlerinnen und Buchhändler, klagt wegen Wettbewerbsverzerrung und schickt auch ne Rechnung - all die schlecht beratenen Kunden kommen schließlich zu euch und ihr müsst sie der Buchwelt erst behutsam und langwierig wieder zuführen!

  • D. Orie

    D. Orie

    Vielen Dank für die guten Argumente meiner Vorredner (bis auf Andreas;).
    Mich würde es mal sehr interessieren, etwas über die Konditionen zu erfahren.
    Wir (kleiner Fachverlag) beliefern "leider" fast nur an die Barsortimente (mit Libri haben wir die schlechtesten Konditionen, 52,5 Prozent unter 10,- €), an Buchhandlungen direkt liefern wir leider (!) eher selten (35 Prozent Rabatt, 11 für 10). Welche Konditionen hatte denn Thalia z. T. ausgemacht? Liebe Grüße in die Runde!

  • buchhaendler69

    buchhaendler69

    @Katja Spichal
    Sehr schön gesagt; aber auf eine öffentliche Rüge des Börsenvereins dürfen wir wohl lange warten. Man wir dem größten Beitragszahler wohl kaum ans Bein pinkeln. Vor allem nicht bei der derzeitigen Entwicklung ( siehe dazu "Irgendwann geht es ans Eingemachte" Artikel vom 01.06. http://www.boersenblatt.net/artikel-interview_mit_ boersenvereins-schatzmeister_matthias_heinrich.132 0679.html) .
    Ich wünsche mir eine Prüfung durch die Preisbindungstreuhänder und dann, gegebenenfalls rechtliche Schhritte, sollte gegen das BuchPrG verstoßen werden.
    Allen betroffenen Verlagskollegen wünsche ich starke Nerven. Und mal ganz ehrlich, auf die A-Listen mit definierten Regal- und Tischplätzen schaffen es die wenigsten; am Ende wird eh bestellt, ob WKZ bezahlt oder nicht.

  • Matthias Heinrich

    Matthias Heinrich

    Dear all,
    ich finde es nicht sonderlich branchenhygienisch, wenn Interviews meinerseits als Schatzmeister gegen Posts und Meldungen im Netz angerechnet werden.
    Um ehrlich zu sein, es kotzt mich an!!!
    Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln möchten wir den Mitgliedern dienen, und zwar allen. Da wird niemand ausgeschlossen und niemand präferiert.
    Unabhängig vom Beitragsaufkommen.
    Ebenso finde ich es nicht hilfreich, wenn wir vor den aktuellen Diskussionen um Deal, Monopolkommission und anderen Themen hier individuelle Konditionen diskutieren.
    Egal, ob man das Verhalten von Thalia goutiert, das müssen die Branchenteilnehmer untereinander ausmachen und ganz bestimmt nicht in die Öffentlichkeit tragen.
    Manches, was oben kommentiert wurde, kann ich unterschreiben.
    Aber, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, denkt nach und überlegt Euch, wie die Posts außerhalb unserer Branche bei Anspruchsgruppen gewertet werden können und welches Gehör sie bei Dritten finden.
    Wer schreibt, der bleibt. Und das auch im Branchenumfeld!
    Beste Grüße - Matthias Heinrich


  • Katja Splichal

    Katja Splichal

    Das darf ja wohl nicht Ihr Ernst sein. Weil es unbequem ist und nach außen branchenunhygienisch wirken könnte, sollen alle schön den Mund halten und bloß nicht öffentlich werden mit derartigen Schlampereien? Ernsthaft? Als wäre es anders möglich, überhaupt ein Mindestmaß an Druck aufzubauen, ..
    und wie bitte sollen wir denn debatten führen, wenn nicht unter Zuhilfenahme bisher öffentlich gesagten? Was ist daran zum Kotzen, wenn ein Interview, dass Sie öffentlich geben, auch öffentlich diskutiert und in einem Kontext als Information angeboten wird? Wie findet denn bitte Ihrer Meinung nach die Bildung einer solchen statt? Hinter vorgehaltener Rolltreppe, äh, Hand und unter Ausschluss allen bisher zum Thema gesagten? Bravo!

  • Matthias Heinrich

    Matthias Heinrich

    Hallo Frau Spichal,
    ich erwartete einen Shitstorm auf meine Reaktion, aber so schnell.
    Schön, dass das Börsenblatt so genutzt wird, perfekt.
    Ohne jede Häme, und sicher kein Danke für Ihr Bravo. Aber: Es gibt keine Relation zwischen Der Höhe von Beiträgen und Einflussnahme. Und der BöV ist darüberhinaus kein Mediator zwischen den Mitgliedern, sondern Vertreter der ganzen Sparten. Ich will die Diskussion jetzt nicht weiter ausführen, das zerfasert nur. Aber bitte respektieren Sie, dass weder mein Vorstandskollege Matthias noch ich individuelle Interessen vertreten, sondern der Branche ein Gesicht geben. Dann ein branchenweites Interview in den Kontext einer WKZ-Geschichte zu stellen, das hat schon eine gewisse Unhygiene, denn beides hat überhaupt nichts miteinander zu tun. Mag sein, dass ich den digital Natives in Ausdrucksformen im Netz nicht mehr gewachsen bin, deshalb noch einmal trottelig wie Anfang des 21. Jahrhunderts: Es gehört nicht jede Duskussion ins Netz, schon gar nicht bei böbla.net. Macht ruhig so weiter, aber das ist nicht produktiv. Wenn die Branche ggf. in der Gesellschaft trotz Ihrer berechtigten Priviligien ins Abseits grätscht, dann weil wir uns selbst in der Öffentlichkeit zerfleischen.
    Schönes WE - Matthias Heinrich

  • Katja Splichal

    Katja Splichal

    Hm.. jetzt mal ehrlich: wer außer ins liest das hier? Und mal noch ehrlicher, so von Digital native zu Ihnen: einen shitstorm kriegen Sie dafür nicht, da muss schon mehr kommen. Eine unverständige Reaktion, ja, ein paar offene Fragen, auch und einige Enttäuschung ob der von mir empfundenen Duckmäuserei, aber das in den engen Grenzen kollegialer Achtung und Anteilnahme, die ich meine nicht übertreten zu haben.

    In der Sache: natürlich ist das Böbla nicht der beste Ort und Sie meinen eine Diskussion hier sei nicht "produktiv" - den Eindruck habe ich auch, aber welche Alternativen sind denn im Angebot? Und warum darf eine wesentliche Interessensgruppe die Vertretung der ihrigen nicht auch öffentlich fördern und diskutieren? Dass der Verband hier in keiner Mediatorenrollw ist, Entschuldigung, das sehe ich anders. Ich schlage das mal eben nach, Moment.
    Auch Ihnen ein schönes pluralistisches Wochenende!

  • radonras

    radonras

    Liebe Diskutanten Splichal und Heinrich,

    der Auslöser der Diskussion wird sich über euch köstlich amüsieren. Auf einmal ist eure Auseinandersetzung im Vordergrund und nicht mehr das Verhalten von Thalia.

  • Vito von Eichborn

    Vito von Eichborn

    Wo bleibt der Aufschrei der gesamten Branche?
    Halten wir fest: Dies ist brutalster Verdrängungswettbewerb.
    Auf Kosten des breiten Sortiments.
    Da hilft keine leerlaufende Empörung, die morgen vergessen ist.
    Wir müssen handeln.
    Es galten mal die 50 %. Sie werden ausgehöhlt durch unlautere Boni, verlogene WKZ, sogar Umbauzuschüsse und sonstwas.
    Wenn es nicht so schamlos wär, wär's lächerlich: Der Größte hat kein Geld und verlangt alternativlos Zuschüsse für Investitionen. Damit er die Kleinen plattmachen kann.
    Ich schlage vor:
    1. Die Verlage machen eine öffentliche Unterschriftenaktion:
    "Ich gebe niemals mehr als 50 % Rabatt."
    Selbst schaffe ich das nicht als alter 1-Mann-Unternehmer. Findet sich ein Volontär, der eine Rundmail an alle Verlage schickt und den Rücklauf notiert, der dafür ein Weilchen freigestellt wird?
    Ist es eine Illusion, dass die Holtzbrincks und Bertelsmänner und tutti quanti mit den Kleinen gemeinsam zu fairen Handelsbräuchen zurückkehren könnten?
    Zumal absurderweise alle wissen: Die Zuschüsse bringen null Mehrumsatz!
    Dann werden wir sehen, wer das nicht unterschreibt.
    2. Die Buchhändler machen das gleiche: "Wir verlangen nie mehr als 50 %."
    3. Dann erzählen wir das den Medien und unseren Lesern: Wie die flächendeckenden Ketten die unabhängigen Verlage und kleinen Konkurrenten immer weiter vom Markt drücken wollen.
    Jedes Prozent, das nach oben verteilt wird, fehlt unten.
    Soll die machiavellistische Ausübung von Markmacht uferlos steigen, oder kann sie durch Regeln ordentlicher Kaufleute begrenzt werden?
    Mit hoffnungsvollen Grüßen
    Vito von Eichborn

  • D. Orie

    D. Orie

    Lieber Vito von Eichborn,
    volle Zustimmung! Die 52,5 Prozent schmerzen kleine Verlag schon SEHR!
    Beste Grüße
    isb-Fachverlag Lesen und Rechtschreiben

  • Vito von Eichborn

    Vito von Eichborn

    O Mann, es geht hier nicht ums Lamentieren von Einzelnen.
    Wer pleite geht, verschwindet - das nennt man Bereinigung und kann nicht anders sein.
    Es geht darum, ob in der gesamten Buchhandelsstruktur nur noch das gnadenlose Catch-as-catch-Can auf offener Wildbahn als einziger Maßstab gilt.
    Wenn das so ist - sollte man's offen aussprechen.
    Ob nicht gleiche Chancen für alle gelten sollten. Ob die Rücksichtslosigkeit von Marktführern den Mittelstand immer weiter aushöhlt. Ob nicht grade die Konzerne nicht nur eine Verpflichtung, sondern ein eigenes Interesse an der Branchenvielfalt haben.
    Kurz: Ob die grö0te Sau ein Recht auf die meiste Kohle hat.
    Oder ob nicht doch ein kleines bisschen Anstand zu unserem Beruf in dieser doch immer noch liebenswerten Bücherwelt gehört.
    Und darum, ob jeder auf Kosten der anderen sein Süppchen kocht - oder ob so ein altmodisches Wort wie Solidarität gegenüber offenem Missbrauch von Macht noch Wirkung haben kann.
    Wer schreibt die Verlage für die Unterschriftensammlung an?
    Welche Verleger von großen Verlagen machen den Anfang und sagen: Diesen Verdrängungswettbewerb über Konditionen mache ich nicht mit?

  • Joseph

    Joseph

    So, jetzt hat es auch mich erwischt! Klitzekleiner 1-Mann-Verlag. Dass Thalia keine Verkaufsförderung bei Kleinen betreibt, darüber ist genug geschrieben worden. Ich werde nicht bezahlen! Thalia bestellt bei mir Bücher. Als ich Thalia die Bücher angeboten habe wollte man sie nicht, das wurde auf die Filalen abgewälzt. Wenn meine Bücher nicht mehr bei Thalia bestellt werden können, gehen hoffentlich die Kunden wieder zur kleinen Buchhandlung nebenan.

  • Verleger

    Verleger

    Es kommt weitere "Kött"-Post für 'Langfristige Sicherung unserer Geschäftsbeziehungen' wird eine Rechnung über 100 € + USt.,
    alle sollten Thalia einfach mal nicht mehr beliefern.

  • Katja Splichal

    Katja Splichal

    Liebe alle,

    ohne einen wahrhaftig besseren Vorschlag zu haben meinerseits der kollegiale Hinweis, auf Boykottaufrufe eher zu verzichten, da diese genau wie das Gebaren seitens T. juristisch, in dem Falle nämlich kartellrechtlich relevant sind.
    Grüße


    Und spätes PS an radonras: Wie wir unsere Diskussionen führen, uns annähern und einen Informationsgleichstand herstellen, welche Schleifen dazu nötig sind und welcher Ausführungen wir uns dazu bedienen, könnte Sie im Sinne der Sache gern weniger interessieren als ein möglicher inhaltlicher Beitrag zu dieser Diskussion.

  • LÜCKENLOS

    LÜCKENLOS

    Ich kann mich hier nur den meisten vollständig anschließen. Ich habe - vermutlich naiv von mir, dass ich nicht das Börsenblatt lese - erst durch Recherche von diesem Vorgehen erfahren, als ich heute eine ausgesprochen saftige Rechnung von Thalia bekam. Ich werde nicht zahlen. Ganz einfach, weil es nicht rechtens ist. Und weil ich für dieses Geld nichts erhalte. Ich habe bei Thalia noch nie einen Präsentationstisch mit meinen Büchern gesehen. Und tue mich gern zu einem Protest zusammen, wenn jemand eine Idee hat, wie das umsetzbar ist. Den Kunden wirds, wie immer nicht interessieren. Muss wohl mein Marketing verbessern. :)

  • Gunter Oettel

    Gunter Oettel

    Heute ist bei mir eine Forderung in Höhe von 100 Euro von Thalia eingegangen. Im Sinne der Gleichbehandlung müssten also jetzt alle Buchhandlungen ihre Forderungen an die Verlage richten. Da stellt sich für mich eigentlich eher die Frage, ob ich meinen Verlag noch heute oder erst morgen schließe. Ich empfinde die Forderung der Thalia-Führung als äußerst unverschämt. Für mich gibt es nur die Alternative, den Betrag nicht zu zahlen. So werde ich es auch in Zukunft halten. Sollte es einem Kollegen durch solche Finanzforderungen letztlich schlecht gehen, werde ich morgen 100,00 EUR an das Sozialwerk des Deutschen Buchhandels überweisen.

  • Jörg Robbert

    Jörg Robbert

    "Der Buchhandel „vermittelt zwischen dem Interesse des Kunden und dem breiten Angebot der Verlage. Der Kunde soll darauf vertrauen können, dass er die wichtigsten und besten Titel im Sortiment findet. Der Buchhändler stellt eine fundierte Auswahl zur Verfügung...“ So heißt es im Spartenpapier zur Regelung des Miteinanders in der Branche.
    Die Einhaltung dieses Grundsatzes ist sehr bedeutsam auch im Hinblick auf unsere Argumentation zum Erhalt der Preisbindung. Denn wenn bei Thalia nur Titel aus den Verlagen angeboten werden die dafür bezahlen ist das wahrlich keine „fundierte Auswahl“. Und worauf soll der Kunde vertrauen können? Auf die Macht des Geldes?

    Gab es eine klare Stellungnahme der gewählten Gremien – Sortimenterausschuss, Verlegerauschuss, Vorstand? Ist da etwas an mir vorbeigegangen? Hat unser Vorsteher Herr Riethmüller sich dazu geäußert?
    Es geht schließlich um wesentliche Prinzipien des Miteinanders in der Branche. Oder spielt auch dabei das Geld (Börsenvereinsbeträge) eine Rolle? Der Mediacampus z.B. ist nicht unwesentlich von Thalia und Osiander abhängig.
    Die Debatte muss mit Nachdruck und Konsequenzen geführt werden. Im Interesse der Zukunft unserer Branche.
    Zitat Spartenpapier: „Dieser doppelte innere Antrieb, das Streben nach kulturellem und wirtschaftlichem Gewinn, wirkt sinnstiftend für die gesamte Branche. Dies unterscheidet uns von ausschließlich ökonomisch gesteuerten Branchen.“ Wie sinnstiftend ist es denn eigentlich wenn Thalia mit "Schutzgelderpressung" höhere Profite macht um noch mehr inhabergeführten Buchhandlungen den Garaus zu machen? Und ist es da nicht eher kontraproduktiv wenn das Haus Osiander der Thalia-Praxis wohlwollend gegenüber steht?
    https://www.boersenblatt.net/artikelinterview_mit_ osiandergeschaeftsfuehrer_christian_riethmueller_. 1352263.html

  • Nonbook

    Nonbook

    Dieses Schreiben ging mir auch zu. Zahlt man es, signalisiert man Thalia, dass die Konditionen nicht die Besten waren, die man im Köcher hatte. Ergo behalten sie damit dann recht.
    Ich empfinde es als eine Art Erpressung, bei der ich nicht mitmachen werde. Immerhin war in der Planung mit Thalia im kommenden Jahr sechsstellig umzusetzen. Ich werde jetzt die Konkurrenz stark machen.
    Das hat für mich zur Folge, ich erhalte bessere Preise, kein leidiges Listen, keine Hinterherlaufen der Rechnungen, keine Thawis Animositäten, keine derartigen unseriösen Schreiben.

    Enough is enough....

    Wenn alle kleinen Lieferanten gehen, wird Thalia gerade hieraus an Charme verlieren. Solch eine Kette gibt es aber schon... Fängt mit W an.
    Mir tut es leid, wegen der Mitarbeiter in den Filialen. Die sind die wirklich Leidtragenden.

    • ...

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