Alles wird kurzfristiger
Ob Social-Media-Resonanz, vorsichtige Handelsbestellungen oder unplanbare Retouren: Die Verlage müssen auf eine zunehmend volatile Nachfrage reagieren. Kleinere Erstauflagen und schnelle Nachdrucke werden Normalität.
Ob Social-Media-Resonanz, vorsichtige Handelsbestellungen oder unplanbare Retouren: Die Verlage müssen auf eine zunehmend volatile Nachfrage reagieren. Kleinere Erstauflagen und schnelle Nachdrucke werden Normalität.
Der auffälligste Trend ist die bewusste Verkleinerung der Erstauflagen; statt Prognosen rückt die kurzfristige realistische Nachfrage in den Vordergrund. Hinweise liefern inzwischen auch Social-Media-Signale wie Vorbestellungen und Abrufzahlen – bei Tessloff etwa helfen sie, "Nachfragen früher einzuschätzen und bei Auflagen oder Nachdrucken rechtzeitig nachzusteuern", so Verlegerin Katja Meinecke-Meurer. Sie bekomme heute deutlich früher ein Gefühl dafür, wo ein Thema bereits Resonanz entwickelt. "Die Höhe unserer Erstauflagen orientiert sich daher längst nicht mehr an der langfristigen Verkaufserwartung oder dem kalkulatorischen Optimum, sondern bewusst an der prognostizierten Nachfrage der ersten ein bis zwei Jahre", sagt Ueberreuter-Vertriebsleiter Armin Kolb. Das klingt vernünftig – hat aber Folgen: "Dies kann zeitweise zu Einschränkungen der Lieferfähigkeit führen, da Nachdrucke von Novitäten mitunter bereits wenige Monate nach Erscheinen erforderlich sind."
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