In den 60er- und 70er-Jahren prägte F. C. Delius u.a. als Lektor im Verlag Klaus Wagenbach und in dem von ihm mitbegründeten Rotbuch Verlag die literarische Landschaft entscheidend mit. Seit 1978 arbeitete er als freier Schriftsteller und war mit seinem umfangreichen erzählerischen und lyrischen Werk ein bedeutender und streitbarer Chronist seiner Zeit.
Delius’ Nachlass erlaube eine umfassende Dokumentation seines Schaffens, geordnet nach Werken, mit verschiedenen Werkstufen, Bearbeitungen und Leserreaktionen. Der Bestand umfasst u.a. Entwürfe, Notizen und Materialkonvolute zu seinen bekannten Prosawerken wie "Die Birnen von Ribbeck" (1991), "Der Sonntag, an dem ich Weltmeister wurde" (1994), "Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus" (1995) und "Bildnis der Mutter als junge Frau" (2006).
Neben Gedichtsammlungen, Hörspielen und Theaterstücken enthält der Nachlass eine umfangreiche Korrespondenz. Dazu gehören Briefwechsel mit Heinrich Böll, Hans Magnus Enzensberger, Günter Grass, Peter Handke, Elke Heidenreich, Sarah Kirsch, Herta Müller, Hans Joachim Schädlich, Ingo Schulze, Jürgen Theobaldy, Uwe Timm und vielen anderen.
Auch seine Gutachten und Lektoratskorrespondenz aus dem Rotbuch Verlag sind Teil des Bestandes. Hinzu kommt eine Auswahl an E-Mail-Korrespondenz, die der Autor selbst noch zu Lebzeiten für die Übernahme seitens des Archivs angelegt hat. Ergänzt wird das Konvolut durch 135 Notizbücher und acht Tagebücher, den Zettelkasten "Wolkenmarmor", Materialien zum Siemens-Prozess, persönliche Gegenstände und Fotografien. Zum Nachlass gehören Provenienz- und Widmungsexemplare sowie eine Sammlung an Belegexemplaren der übersetzten Werke von F. C. Delius.