"Sag mal, wo ist denn jetzt eigentlich?"
Die Frankfurter Buchmesse hat ein neues Hallenlayout. Unser Kolumnist Markus Klose führt sie durch die neu sortierten Stände.
Markus Klose ist Berater und Inhaber von Die gute Agentur
Die Frankfurter Buchmesse hat ein neues Hallenlayout. Unser Kolumnist Markus Klose führt sie durch die neu sortierten Stände.
Markus Klose ist Berater und Inhaber von Die gute Agentur
Ja, wo sind sie, die Verlage und die Menschen? Das wird fraglos ein heiteres Gänge-Raten auf der Messe in diesem Jahr. Zur Orientierung wollen wir an dieser Stelle eine Hallen-Typologie versuchen:
Da sind zum einen die konstanten, beharrlichen 3.0 Bewohner. Wir waren schon immer hier, so hieß es während der Neupositionierung, die eben hier nicht stattfindet. Im nachbarschaftlichen Vergleich wird gerufen: Wir haben die Größten! Fenster…“ Der Sieg im Wettbewerb also bei "Unser Dorf soll schöner werden" scheint fest zu stehen. Die Gemeinschaft der Bewahrer wird stolz sein auf ihre stabile Wiederentdeckbarkeit. Stand und standhaft wird eins.
Wer erst einmal drin ist in der 4, wird lange nicht herauskommen. Weil suchen und finden eben Zeit kostet.
Markus Klose
Wandern wir also zur 4.0, ehemals eine Mixtur aus Verein, Dienst und Digital. Jetzt aber sind es in erster Linie junge und sehr junge Menschen oder deren Versorgerinnen und Versorger, die das Durchschreiten des spätbarocken, unpraktischen und überproportionalen Eingangsbereichs bewältigen wollen, immerhin im hellen Sonnenlicht! Dann aber wird’s finster: Die 4 ist die eine Halle ohne Außenlicht. Die 4er sind gespannt: Wird man sie entdecken hinter dem Treppenmonster? Prognose: Ganz sicher. Und wer erst einmal drin ist in der 4, wird lange nicht herauskommen. Weil suchen und finden eben Zeit kostet. Advantage Warengruppe 2, Advantage Halle 4!
Begeistert ob der architektonischen Raffinesse und erschöpft durch die dunklen Wege geht es dann herüber zur 5, eine Halle, die, das wissen die Altvorderen noch und erinnern sich selig, ehedem das Zentrum der Buchmesse darstellte, gemeinsam mit der 6. "Da gab es die 3 noch gar nicht!!" berichten also die seniorigen Semester den Nachwuchsparlamentarier:innen, bevor sie dann gemeinsam mit ihnen in die 70er Jahre Bungalow Idylle verschwinden. Aber alles renoviert, heißt es, da weiß man gar nicht, ob das nicht eher beunruhigen muss. Aber Fenster gibt’s, sehr viele Eingänge auch, einladend also für die Agora-Verweilenden.
Erwähnt seien die Österreicher, sie prägen die Grenze zwischen 5 und 6 (die 6 wurde ja kurzfristig wegen angeblich lang erkannter, aber gleichzeitig völlig überraschender Baumängelprüfungsnotwendigkeiten gestrichen), sie werden weiterhin die besten Weine der Messe offerieren, so, das habt ihr davon in der 3! Große Fenster, jaja, aber immer nüchtern.
Nicht alle aber machen diese Umzieherei mit: Einige Aussteller ziehen es vor nicht auszustellen. Ihnen entgeht das freudvolle Suchen und Finden, das Neuentdecken und zufällig Vorbeistolpern. Wahrscheinlich aber werden sie dennoch vor Ort sein, die Hallen erobern, aus Neugier, aus Sehnsucht und Trotz.
Es wird ein Fest. Anders. Und doch wie immer.
Markus Klose
Alle kommen wieder, keiner wills verpassen. Trefflich lassen sich die Überlegungen der Messe disputieren, elegant war es ganz sicher nicht, wie das Neue etabliert worden ist. Da geht noch was. Aber, auch das gilt: Veränderungen sind stets schwer zu kommunizieren.
Darum: Es wird ein Fest. Anders. Und doch wie immer.
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