Gastland der Frankfurter Buchmesse

Tschechiens Literaturszene im Aufbruch

1. Oktober 2026
Nils Kahlefendt

Ideenreichtum und Hartnäckigkeit: zwei Zutaten für besondere Buchprojekte mit Erfolgsaussichten. Reise­notizen aus Tschechien, dem Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. 

Buchhandlung Palác Knih Luxor, Prag

Vier Stockwerke voller Bücher: Palác Knih Luxor am Wenzelsplatz, die größte Buchhandlung in Prag.

Als wir Dora Kaprálová im Hotel Axa treffen, einem mit Bauhaus- Möbeln und eigenem Pool ausstaffierten Kulturdenkmal im Prager Stadtteil Florenc, hat die Autorin eine kurze Nacht hinter sich: Im Nationaltheater ging am Abend zuvor die Gala zur Verleihung des Magnesia Litera, des wichtigsten tschechischen Literaturpreises, über die Bühne. Mit ihrem Roman "Die Maribor­hypnose" (mikrotext), der die slowenische Stadt (und, natürlich, eine Dreiecksliebesgeschichte!) aus der Perspektive einer Stubenfliege erzählt, räumte Kaprálová gleich doppelt ab – für das Buch des Jahres und den besten Roman. Inzwischen hat dieses in der Tat hypnotische Kräfte freisetzende Werk über Magie, Macht und die Kraft der Illu­sion auch noch den Europäischen Literaturpreis erhalten.