Als wir Dora Kaprálová im Hotel Axa treffen, einem mit Bauhaus- Möbeln und eigenem Pool ausstaffierten Kulturdenkmal im Prager Stadtteil Florenc, hat die Autorin eine kurze Nacht hinter sich: Im Nationaltheater ging am Abend zuvor die Gala zur Verleihung des Magnesia Litera, des wichtigsten tschechischen Literaturpreises, über die Bühne. Mit ihrem Roman "Die Mariborhypnose" (mikrotext), der die slowenische Stadt (und, natürlich, eine Dreiecksliebesgeschichte!) aus der Perspektive einer Stubenfliege erzählt, räumte Kaprálová gleich doppelt ab – für das Buch des Jahres und den besten Roman. Inzwischen hat dieses in der Tat hypnotische Kräfte freisetzende Werk über Magie, Macht und die Kraft der Illusion auch noch den Europäischen Literaturpreis erhalten.
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