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Die Bibliothek wächst über ihre Räume hinaus

8. Oktober 2026
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Bibliotheken schaffen Zugang zu Wissen, Kultur und gesellschaftlicher Teilhabe. Zu ihren vielen Aufgaben gehört es aber immer auch, Menschen zu helfen, ihr nächstes Buch zu finden. Daran hat sich auch im digitalen 2026 nichts geändert. Wohl aber daran, wie Menschen Bücher überhaupt entdecken und nutzen: am Regal ebenso wie auf dem Smartphone, lesend ebenso wie hörend. Für Bibliotheken stellt sich die Frage, was ihr Angebot heute leisten muss, um Leser:innen zu erreichen.

OverDrive, Inc.

Die Erweiterung der Bibliothek

Ein Teil der Entwicklung ist längst Bibliotheksalltags: die digitale Ausleihe. In der DACH-Region setzen bereits über 600 Bibliotheken auf Libby. 2025 verzeichneten sie rund 9,7 Millionen digitale Ausleihen – ganze 31 % mehr als im Vorjahr – und gewannen mehr als 125.000 neue User hinzu.

Doch digitale Angebote sind mehr als ein zusätzlicher Ausleihkanal: Sie tragen die kuratorische Arbeit der Bibliotheken über deren Räume hinaus. Was Bücherei-Mitarbeiter:innen auswählen und empfehlen, wird unabhängig von Ort und Öffnungszeiten zugänglich. Davon profitieren Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder langer Anreise ebenso wie Leser:innen, die auf unterstützende Funktionen wie Zoom oder Hörbuchfassungen angewiesen sind.

Hören und Lesen ergänzen sich

Dabei ist das gerade Hörbuch weit mehr als wichtige Hilfe für den barrierefreieren Zugang zu Literatur. Audio boomt. 2025 liehen User in der DACH-Region über Libby erstmals mehr Hörbücher als E-Books.  

Läuft das Hörbuch dem Buch zum Lesen also gerade den Rang ab? Nein. Für Leser:innen ist es kein Entweder-oder. Je nach Situation greifen die gleichen Menschen zum gedruckten Buch, E-Book oder Hörbuch. Digitale Bibliotheksangebote verbinden diese unterschiedlichen Nutzungsmomente.

Digitales Entdecken ist eine Chance für Verlage

Wo Menschen über unterschiedliche Formate und Geräte zu Geschichten finden, entstehen für Verlage neue softe Berührungspunkte mit dem Publikum. Kuratierte Sammlungen oder saisonale Empfehlungen lenken den Blick auf Titel, die sonst weniger Beachtung finden. Digitale Lesekreise wie die „Leselounge mit Libby“ stellen Autor:innen vielen Interessierten zugleich vor und laden zum gemeinsamen Austausch ein. 

Hier schließt sich der Kreis zur veränderten Rolle der Bibliotheken: Wo sich Aufmerksamkeit auf immer mehr Kanäle verteilt, reicht die Verfügbarkeit eines Titels allein nicht aus – er muss gefunden werden. Bibliotheken geben Orientierung und verbinden Leser:innen mit relevanten Inhalten, analog wie digital.

Libby User

Digitale Bibliotheksangebote wachsen zusammen

Im deutschsprachigen Raum gewinnt diese Entwicklung gerade erheblich an Dynamik. Im August 2026 hat OverDrive in Partnerschaft mit der ekz-Gruppe die divibib GmbH, Betreiberin der Onleihe, übernommen. Rund 2.900 Bibliotheken nutzen die Onleihe. Gemeinsam mit den bereits über 600 Libby-Bibliotheken entsteht so das führende digitale Ausleihnetzwerk in der DACH-Region. 

Die Onleihe-Bibliotheken sollen schrittweise zu Libby wechseln. Dabei geht es nicht allein um die Zusammenführung zweier Plattformen: Lokale Bibliotheksexpertise trifft auf Technologie, Katalog und Erfahrung von OverDrive. Das stärkt das digitale Buchökosystem in der DACH-Region. Leser:innen und Bibliotheken erhalten einen breiteren Zugang zu digitalen Inhalten und Innovationen, für Verlage entstehen zusätzliche Wege, Bücher sicherbar zu machen und Leser:innen zu erreichen. 

Die Bibliothek der Zukunft als hybride Kuratorin

Apps und Digitalisierung erweitern das Aufgabenfeld der Bibliotheken. Eines können sie jedoch nicht: die Menschen hinter der Bibliothek ersetzen. Die Auswahl des Bestands und die Beratung der eigenen Leser:innen muss auch im digitalen Heute fest in ihrer Hand bleiben. Daten zu gefragten Genres, häufig vorgemerkten Titeln oder Wartezeiten liefern ihnen dafür ergänzende Anhaltspunkte, um Angebote gezielt weiterzuentwickeln.

Die Bibliothek der Zukunft muss sich nicht zwischen analog und digital entscheiden. Digitale Angebote ersetzen weder ihre Räume noch die Menschen dahinter, sondern erweitern ihre Möglichkeiten. Ihre Stärke liegt weiterhin darin, Orientierung zu geben, Gemeinschaft zu fördern und Menschen zu ihrem nächsten Buch zu führen – dort und in dem Format, das zum jeweiligen Nutzungsmoment passt.

 

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