Dazu kommt "Ein Schal für den Löwen" von Natalia Shaloshvili: Ein Mäuschen strickt einen viel zu langen Schal und sucht im verschneiten Wald jemanden, dem er nützen könnte. Der Bär schläft, der Wolf ist übellaunig, dem Fuchs ist er zu gepunktet. Bis plötzlich hinter der Maus ein frierender Löwe steht, mitten im Winterwald, und ausgesprochen höflich nach dem Schal fragt. Das Mäuschen gibt, bevor es weiß, wem – und vielleicht ist genau das Weihnachten.
"Ein Licht" von Christie Matheson und Anuska Allepuz hat bei uns eine eigene Jahreszeit. Bei einem Stromausfall stellt Emilia ihre selbstgebastelte Laterne vor die Tür. Sam sieht das Licht auf dem Heimweg und zündet zu Hause auch eines an. Harriet sieht Sams Licht, Oliver sieht Harriets – und am Ende leuchtet im ganzen Viertel ein Fenster nach dem anderen auf. Wer schon einmal im November mit Kindern und einer Laterne losgezogen ist, weiß, wie viel in so einem kleinen Licht steckt. Das Buch beginnt bei uns lange vor Weihnachten, mit dem Laternenfest, und trägt durch den ganzen Advent.
Diese Bücher gehören für mich in die Weihnachtszeit, aber sie erschöpfen sich nicht darin. Es sind Bücher, die Kinder und Erwachsene zusammenbringen. Das ist von Anfang an das, was ich machen wollte. Ich möchte keine Bücher machen, die am 27. Dezember wieder im Karton verschwinden, sondern solche, die im Januar noch auf dem Tisch liegen dürfen und im nächsten November wieder hervorgeholt werden.
Rebecca Weitendorf von Hacht, Gründerin des Von Hacht Verlags