Zur Entlassung von Elke Heidenreich

Offener Verlegerbrief ans ZDF

Eine Reihe von Verlagen wendet sich jetzt mit einem offenen Brief an das ZDF mit der Bitte, die Entscheidung Elke Heidenreich zu entlassen, noch einmal zu überdenken.

Hier der Brief im Wortlaut: Sehr geehrter Herr Schächter, sehr geehrter Herr Bellut, sehr geehrte Mitarbeiter des ZDF offensichtlich hat die Form der öffentlichen Auseinandersetzung zwischen Elke Heidenreich und dem ZDF bei Ihnen zu Unmut und Kränkungsgefühlen geführt. In dieser Situation bitten wir Sie aber nachdrücklich, Ihrer Verantwortung für den kulturellen Auftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens nachzukommen und Ihre Entscheidung zu revidieren. Es gibt im deutschen Fernsehen wenige, die sich wie Elke Heidenreich für die Lese- und Buchkultur dieses Landes eingesetzt haben. Elke Heidenreich hat sich mit grenzenloser Leidenschaft für literarische Werke oft noch unbekannter deutschsprachiger und ausländischer Autoren engagiert. Sie hat die Diskussion über Bücher und Autoren in diesem Land durch die Sendung „LESEN“ befeuert, und sie hat einem breiten Publikum auf einzigartige Weise die Literatur nahegebracht. Wir bitten Sie: Stellen Sie gegenüber dieser Leistung Ihre Bedenken zurück und versuchen Sie, mit Elke Heidenreich zu einer Abmachung über die Fortsetzung ihrer Sendung zu kommen. Georg Reuchlein (Goldmann, btb, Luchterhand), Antje Kunstmann, Jörg Bong (S. Fischer), Elisabeth Ruge (Berlin-Verlag), Helge Malchow (Kiepenheuer & Witsch), Nikolaus Hansen (Arche/Atrium), Susanne Schüssler (Wagenbach), Wolfgang Hörner (Eichborn Berlin), Elisabeth Raabe und Regina Vitali (Arche Kalender Verlag), Marcel Hartges (Dumont), Joachim Unseld (Frankfurter Verlagsanstalt), Wolfgang Ferchl (Piper), Sabine Dörlemann, Transit-Buchverlage, Klaus Eck (Verlagsgruppe Random House)

Schlagworte:

10 Kommentar/e

Diskutieren Sie mit ...

  • Nils Baeumler

    Nils Baeumler

    ... und Frau Heidenreich hat mit Ihrer Sendung den Buchverkauf angekurbelt. Das darf man auch erwaehnen, meine Damen und Herren Gutmenschen :-)

  • dolcevita

    dolcevita

    Aber ja, Nils Baeumler, natürlich hat sie "auch" den Buchverkauf angekurbelt, nur, das ist doch völlig legitim! Letztendlich haben doch viele davon profitiert, eben auch unbekannte Autoren und Autorinnen! Ich schließe mich auf jeden Fall der Bitte der Verleger an und hoffe auf Einigung und Fortsetzung der Sendung.
    LG

  • Hildegard von Brummstein, Frankfurt

    Hildegard von Brummstein, Frankfurt

    Müssen diese Grandseigneurs 'gebeten' werden?
    Wer macht denn hier seine Arbeit nicht richtig, eine streitbare, kritische Moderatorin wie Frau Heidenreich, oder diese quotengeilen Gutsherren der öffentlich-rechtlichen Verdummung?
    Frau Heidenreich, tun Sie sich und uns doch den Gefallen und gehen Sie zu ARTE oder 3SAT, das kann frau ganz gut ansehen!

  • Maximilian

    Maximilian

    genau, zu arte und 3sat - da ist frau heidenreich mit ihrem eher flachen schwadronieren schlechter aufgehoben als beim zdf. vielleicht mal rtl? und natürlich schreiben jene verleger nur deisen offenen brief, weil frau heidenreich den verkauf SEHR ordentlich ankurbelt... persönlich finden sie die allermeisten doch, äh, bescheuert...

  • sich

    sich

    ... ich denke, ein konsequente Entscheidung des ZDF und auch berechtigt.

    Schließlich würde sich kein Verleger/Arbeitgeber/Innen/etc. so eine Äußerung gefallen lassen.
    Frau Heidenreich ist, in und mit ihrer Selbstgefälligkeit zu weit gegangen.

    Und sicherlich wird das ZDF bemüht sein einen Ersatz zu schaffen.

  • Matthias Werner

    Matthias Werner

    Natürlich ist es konsequent, dass ein Arbeitgeber einen Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin feuert, wenn diese/r über den eigenen "Laden" herzieht. Aber so etwas geschieht in der ersten Stufe mit einer Abmahnung oder im Fernsehen, wie bei Reich-Ranicki, mit einer öffentlichen Auseinandersetzung um das Thema mit dem/der Beteiligten. RR erhielt zusammen mit Gottschalk eine Plattform zur Versöhnung, mehr sollte diese Spezialsendung ja wohl auch nicht erreichen. Frau Heidenreich wird erst einmal vor die Tür gesetzt. Sicher ist sie für manche mit ihren kritischen Äußerungen ein Problem, aber ein Sender, der von sich selbst immer wieder behauptet, die Kultur fördern zu wollen, sollte gerade so eine öffentliche Auseinandersetzung zwingend nutzen. So hat man im ZDF gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: 1. Frau Heidenreich ist man los und 2. Lesen als Kulturgut kann nun noch weiter in die Nachtstunden verschoben werden, dass ja keine Sendezeit für Quotenbringer verloren geht. Die Kochsendung kann man ja jetzt vorziehen.
    Statt dessen hätte ich es einmal für eine kulturpolitische Revolution gehalten, wenn das ZDF so eine Literatursendung auf 19:25 h vorziehen würde, um so nicht nur das Bildungsbürgertum, sondern alle zur Kultur, speziell zum Lesen zu "verführen". Aber das ist wohl nicht nur beim ZDF undenkbar, würde man doch damit Werbung machen, den Fernseher einmal auszulassen...
    Matthias Werner

  • doris

    doris

    Endlich können Buchhändler/innen mal wieder selber Bücher empfehlen und verkaufen! Prima!!!
    Zu Heidenreich-Zeiten wurden doch nur die von ihr hochgehaltenen Bücher verkauft.

  • Jörg Jahn-Meyer

    Jörg Jahn-Meyer

    ZU NR. 7.:

    D D !!!!
    Danke Doris!!!!

    Vorbei sind die Zeiten wo jedermann mit "Listen" in der Buchhandlung erscheint. Vielleicht ist dies unsere Möglichkeit uns wieder ein wenig selbst zu steuern!

  • J. Gwelbhaar

    J. Gwelbhaar

    Der deutsche Buchhandel täte besser daran, an andere öfftl-rechtl. Sender zu appellieren, Frau Heidreich ins Boot zu holen und ein neues literarisches Format mit ihr zu entwickeln. Der Südwestfunk oder der WDR wäre mit Sicherheit die bessere Heimat für sie.

  • Manuel

    Manuel

    Liebe Vorredner,
    erstens: da der TV-Sender 3SAT ein Gemeinschaftsprojekt der Sender ORF, SRG, ARD und ZDF ist, wird sich Frau Heidenreich, vor allem wegen des letzgenannten Teilhabers wohl kaum dort wieder finden. Zweites: es ist schon etwas befremdlich, wenn Herr Eck den Verlust dieser Sendung beweint. Wenn ich mich recht entsinne gehört das Haus in dem er tätig ist zur Bertelsmann Gruppe, in deren Portfolio sich meines Wissens nach auch ein nicht ganz unbedeutender Privatsender befindet. Dort ist man sich aber anscheinend der Tatsache bewusst, dass die Sendung weder lukrative Quoten bringt noch Frau Heidenreich wert darauf legen dürfte sich ihren Ruf endgültig zu ruinieren. Deshalb würde ich es für angebrachter halten, wenn Herr Eck zuerst vor der eigenen Haustür kehren würde, bevor er das ZDF an den Pranger stellt. Das Verhalten von Frau Heidenreich war so offensichtlich polemisch provokativ, dass man wohl davon ausgehen darf, dass sie ihre Entlassung bewusst herbei führen wollte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Frau ihres Formates und ihrer Intelligenz nicht einen bessern Weg hätte finden können um ihre Kritik in konstruktiver und sinnvollerer Form an den Mann, pardon an die Anstalt zu bringen. Natürlich bedaure auch ich den Verlust der Sendung, auch wenn sie selbst ebenfalls Anlass zu Kritik gab. Dass Frau Heidenreich diese Plattform des öfteren dazu genutzt hat um ganz offensichtlich ihre Liebelingsverlage und Kollegen zu pushen, wird wohl jeder bestätigen können, der einmal vor Ort im Studio dabei war. Dennoch bin ich mir sicher, dass das ZDF auch in Zukunft eine Literatursendung anbieten wird.

    • Informationen zum Kommentieren

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

    • Mein Kommentar

      Bitte kommentieren Sie zur Sache. Aggressive, polemische und beleidigende Kommentare werden nicht veröffentlicht. Wir werden Ihren Kommentar so schnell wie möglich freischalten. Hier lesen Sie unsere Netiquette.

      Ihr Profilbild können Sie über den externen Dienst Gravatar einbinden.

      (E-Mail wird nicht veröffentlicht)
      CAPTCHA image
      Wenn Sie die Buchstabenkombination nicht entziffern können, erhalten Sie durch Klick auf die Buchstaben eine neue Kombination.

      * Pflichtfeld