Touristikverlage

Mair-Dumont ruft zum aktiven Klimaschutz auf

Der Marktführer für touristische Informationen engagiert sich in seinen Reiseführerreihen für umwelt- und sozialverträglichen Tourismus und unterstützt die Klimaschutz-Organisation atmosfair, die eine CO2-Kompensation von Flügen anbietet. Börsenblatt.net sprach mit Verlegerin Stephanie Mair-Huydts über das Engagement des Verlags. VON INTERVIEW: VOLKHARD BODE

Auf einer Pressekonferenz in Berlin begrüßte Umweltpolitiker Prof. Klaus Töpfer als Schirmherr von atmosfair die Initiative des Medienhauses. Mit den Reiseführern werde eine besonders große Zielgruppe erreicht. Staatliche Maßnahmen reichten allein längst nicht aus, jeder Einzelne sollte zum Klimaschutz beitragen. Mair-Dumont kündigt an, in seinen Reihen Marco Polo, Dumont, Baedeker und Stefan Loose Travel Handbücher umfassend über Klimawandel und Klimaschutz in den Reiseregionen zu informieren und an die Leser zu appellieren, CO2-Emissionen durch bewusstes Reisen und klimafreundliche Reisealternativen zu reduzieren. In jeder Reiseführer-Reihe wird zur Teilnahme am CO2-Kompensationsprogramm von atmosfair aufgerufen.
 
Was kann ein Reiseführerverlag für den Klimaschutz leisten?
Mair-Huydts: Natürlich trägt das Reisen weiterhin zum Austausch und Verständnis der Kulturen bei und bereichert den Einzelnen wie die Gesellschaft. Aber wir sind uns als Medienunternehmen auch unserer ökologischen Verantwortung bewusst. Wir erreichen allein mit unseren Reihen mehr als 15 Millionen Reisende jährlich. Deshalb wollen wir dazu beitragen, das Bewusstsein für das Reisen und für das Verhalten am Reiseziel zu verändern. Das Thema umweltfreundliches Reisen wird also einen festen Platz in jedem Buch haben.

Was verändert sich damit inhaltlich?  
Mair-Huydts: Wir weisen zum einen in einem beständigen Info-Kasten auf die Möglichkeit hing, über die Website atmosfair.de die Klimagase von Flugreisen durch eine persönliche Abgabe zu kompensieren. Für einen Flug zwischen Berlin und London wäre etwa ein Plus von 13 Euro zu zahlen, mit dem dann irgendwo in der Welt ein Projekt zur Einsparung von Klimagasen gefördert wird. Zum anderen wird man ab sofort in jeder neuen oder aktualisierten Ausgabe mehr Berichte zur Natur, zum Umwelt- und Klimaschutz vor Ort finden. Dazu kommen ganz konkrete Tipps zu umweltfreundlichen Unterkünften oder Naturschutzprojekten, an denen sich der Reisende beteiligen kann.

Umwelt- und sozialverträglicher Tourismus findet bei großen Reiseveranstaltern noch wenig Echo. Was macht Ihnen Hoffnung?
Mair-Huydts: Ich hoffe es gelingt, dass zunächst andere Reiseführerverlage das gleiche tun. Je mehr Menschen erreicht werden, sich umweltbewusster zu verhalten, umso größer ist die Wirkung. Es geht dabei nicht allein um eine Reduzierung von CO2-Emissionen beim Reisen. Es geht um das Bewusstmachen all unserer Umweltprobleme. Das reicht vom Stromverbrauch zu Haus bis zum Verschwenden von Süßwasser im Urlaub auf Mallorca. Wenn große Reiseveranstalter und Fluglinien erkennen, dass die Zahl der Engagierten wächst, werden sie mit ihren Angeboten darauf reagieren.

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