Aus für die Jungen Verlagsmenschen in Franken?

Den aktuellen Entwicklungen zufolge scheint sich Hanna Hartbergers Diskussionsbeitrag in der Marginalglosse zum Stammtisch der JVM in der Region Franken in negativer Weise zu bestätigen. Ein Kommentar von Sabine Hafner.

Sabine Hafner

Sabine Hafner © Cornelius Wachinger

Das neue Jahr 2011 brachte nicht den erhofften Schwung in die Gruppe Franken – der Abwärtstrend bei den Teilnehmerzahlen am Stammtisch setzte sich kontinuierlich fort: ganze sechs Mitglieder fanden sich zum Treffen Ende Januar ein. Auf den ersten Blick mag das nicht so schlimm erscheinen, denn ein Austausch kann auch im kleinen Rahmen sinn- und wertvoll sein. Bedenkt man aber, dass sich die Teilnehmer ausschließlich aus MitarbeiterInnen des Erlanger Michael Müller Verlags und/oder fortgeschrittenen Studierenden des Fachs Buchwissenschaft zusammensetzten, sieht das Bild nüchterner aus. Die Hälfte der Anwesenden stellte dazu bereits das engagierte Organisationsteam selbst (bestehend aus Daniela Bertram, Kathrin Hilbig und Sebastian Sabors). Ein großer organisatorischer Aufwand für drei Gäste? Ein Treffen junger Werkstudenten, die sich sowieso regelmäßig sehen, statt Junger Verlagsmenschen aus der ganzen Region?  Das Organisationsteam zog seine Konsequenzen aus diesem Zustand, der weit am eigentlichen Ziel vorbeigeht, und wendete sich am 1. Februar  auf der Seite der Jungen Verlagsmenschen an die Öffentlichkeit. Trauriges Fazit: das Projekt muss vorerst auf Eis gelegt werden.

Schade, dass ein Unternehmen, das so vielversprechend begann und andernorts zu funktionieren scheint, im fränkischen Sand verlaufen muss. Gerade in einer strukturschwachen Gegend könnte eine Vernetzung dieser Art gewinnbringend für alle Beteiligten sein. Noch bedauerlicher, dass nicht einmal dieser vorerst letzte Schritt bei den JVM-Mitgliedern in der Region Franken etwaige Reaktionen hervorruft. Weder früher nach entsprechenden Bitten um Verbesserungsvorschläge noch jetzt ist den Organisatoren ein umfassenderes Feedback vergönnt. Den bisherigen Mitgliedern kann das Projekt nicht besonders am Herzen gelegen haben. Statt Vernetzung nur einseitige Kommunikationsversuche – ein Armutszeugnis. Vernetzen ohne einen Dialog, egal ob im digitalen oder analogen Umfeld, ist schlichtweg nicht möglich.

2 Kommentar/e

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  • Angelika Diehm

    Angelika Diehm

    Es ist wirklich sehr, sehr schade, dass die Resonanz der fränkischen Verlagsmenschen so gering auf die Frankengruppe ist!

    Ohne Vernetzung geht ja mittlerweile fast gar nichts mehr, auch oder gerade in der Verlagsbranche nicht. Schade, dass euer Plattform-Angebot nicht genutzt worden ist.

    Ich denke, das Problem war zuletzt wirklich, dass in der Gruppe nur zwei (?) Verlage vertreten waren. Ansonsten nur Mitglieder, die nach dem Studium erst in die Branche einsteigen woll(t)en....ein Missverhältnis, das vermutlich Auslöser für die Nicht-Teilnahme beim Krisentreffen war. Ich für meinen Teil wollte auf jeden Fall teilnehmen,konnte aber krankheitsbedingt nicht.

    Auf jeden Fall geht von mir ein großes Lob an das Orga-Team! Finde es super, dass ihr euch so engagiert habt. Und ich finde es schade, aber richtig, dass ihr die Gruppe erst einmal auf Eis legt.

  • Sebastian Sabors

    Sebastian Sabors

    Hallo Angelika, danke für deinen Beitrag, aber nachher kommen immer alle mit guten Ratschlägen... Ich habe im Verteiler fast 40 Leute, davon waren die wenigsten reine Interessenten, einige der Studis (wie ich) arbeiten wenigstens nebenher i...n Verlagen. Insgesamt kommen die Leute auf der Liste aus acht Verlagen und es sind einige Selbständige dabei. Was Du tippst, ist also nicht das Problem... All diesen Leuten habe ich den offenen Brief gemailt, EINE hat geantwortet. Gut, Du jetzt hier auch. Und zwei, die vorher zugesagt hatten, haben sich später fürs Nichtkommen entschuldigt. Aber der Rest? Sabine hat im Kommentar recht, das ist schwach. Ich denke, das Netzwerken nebenher ist den Leuten einfach zuviel - arbeiten, Privatleben, Freunde, dann je nach dem die längere Anfahrt zu den Treffen... alle finden die Idee super, aber es reicht nicht, um sich in Auto oder Zug zu setzen und zu kommen.
    Lieben Gruß, Sebastian

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