FAQ

Muss ich twittern?

Seit fünf Jahren gibt es nun schon den Kurznachrichtendienst Twitter. Zunächst schrieben einzelne, was sie gerade tun. Heute schreiben viele, was sich gerade tut. Der Dienst ist zum Barometer der Weltereignisse geworden. Egal ob Fukushima, Libyen oder Guttenberg – wer Twitter liest, hat oft einen Informationsvorsprung.

© Gerhard Seybert - Fotolia

Drei Möglichkeiten bieten sich, Twitter selbst zu nutzen. Die erste würde ich heute jedem empfehlen: Eigenes Konto einrichten und diejenigen Dienste und Personen abonnieren (Follower werden), die einen interessieren. Oft sind es engagierte Einzelpersonen, die einen interessanten Gegenpol zum professionellen Journalismus bieten. Wer meint, schon genug Zeit am Rechner zu verbringen, dem empfehle ich das Handy. Alle Smartphones bieten Apps für Twitter. Mit den Twitternachrichten lassen sich wunderbar Wartezeiten überbrücken.

Schritt zwei ist das eigene Twittern. In 140 Zeichen dürfen Sie der Welt mitteilen, was Sie selbst bewegt. Wer das nicht will, sollte sich nicht gezwungen fühlen. Wer das jedoch gerne macht, kann seine Popularität so weiter steigern. Lady Gaga hat neun Millionen Follower, die jordanische Königin 1,5 Millionen und der deutsche Kabarettist Dieter Nuhr hat 96.000. Wer schreiben kann, sollte auch Twitter nutzen. Wenn Sie jedoch das Ziel verfolgen, mit Twitter Ihren Geschäftserfolg zu steigern, reicht plumpe Eigenwerbung nicht aus. Überlegen Sie sich sehr genau, ob das was Sie schreiben auch wirklich geeignet ist, einen eigenen Fanclub aufzubauen.

Schritt drei ist der Twitter-Feed Ihres Unternehmens. Haben Sie eine Homepage? Wenn Sie diese Frage – hoffentlich – mit Ja beantworten, dann kommen Sie über kurz oder lang auch nicht um Twitter und Facebook herum. Warum? Weil es zum Image einfach dazugehört. Und weil Neukunden oft nicht nur in Google, sondern auch im Social Web nachschauen, was Sie so treiben. Also informieren Sie die Welt, was Sie bewegt. Die billigste Lösung: Die eigenen Presseinformationen einfach in Twitter einstellen. Aber ich bin sicher, Ihnen fällt noch etwas mehr ein, was sich gerade bei Ihnen tut. Und genau das wollen Menschen heute wissen. Je mehr Unternehmen das verstanden haben und in Twitter aktiv sind, desto mehr stehen Sie im Abseits, wenn Sie es nicht tun. Wer will schon mit einem Unternehmen zu tun haben, bei dem sich nichts tut.

Aber nicht nur Unternehmen wie der Kraftwerksbetreiber Tepco merken, dass sie in Twitter aktiv sein müssen. Auch Firmen wie die Bahn, Lufthansa und Air Berlin erkennen, wie wichtig Twitter für die Reputation ist. Suchmaschinen wie Amplicate durchstöbern das Social Web nach positiven wie negativen Kommentaren. Ergebnis: Der Schuhhändler Zappos kommt auf 99% positive Kommentare, die Fluglinie Jetblue immerhin auf 81%. In der Dienstleistungswüste Deutschland sieht es schlechter aus. Nur 35% äußern sich positiv über die Lufthansa und nur acht Prozent über Air Berlin. Bei der Bahn stehen 96 positive Kommentare 7219 negativen Beiträgen gegenüber.

Genau hier liegt die Bedeutung von Twitter. Es ist die weltweit größte Sammlung von Lob und Tadel über fast alles. Derzeit steckt die semantische Analyse der Inhalte noch in den Kinderschuhen. In Zukunft jedoch wird das Image von Unternehmen entscheidend geprägt von den Erfahrungen der Nutzer mit den Produkten und dem Service dieser Firmen.

 

Zusammengestellt von: Torsten Schwarz, Herausgeber des Buches "Leitfaden Online-Marketing“.

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1 Kommentar/e

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  • franz wanner

    franz wanner

    aber es gilt zu bedenken:
    - während es später mal ein echter Luxus sein wird, nicht präsent zu sein
    - wird es ein sehr sehr teures Vergnügen, den Ausstieg unbeschadet zu überstehen und nie wird unverkrampfter gelästert, als wenn das Opfer absent ist

    Aber das wahre handicap wird sein, das sich schnell zeigen könnte, dass schneller informiert auch bedeuten könnte, einzig informiert, denn andere Informationsquellen rechnen sich nur noch als Selectionstool für die hier vorliegende Überfülle und für die eigenen Scheuklappen des eigenen Info-Siebes wäre man selber verantworlich. Neben Sensationen bliebe wenig Alltag...

    Wer der eigenen Kraft nicht traut, hat keine Wahl, er muß!

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