Peter Fitz, Vorsitzender des Betriebsrats bei Weltbild

"Wir werden die Kirche an ihr Wort erinnern"

Der überraschende "FAZ"-Bericht über die angebliche Insolvenz bei Weltbild hat die 6.800 Mitarbeiter des Unternehmens verständlicherweise verunsichert. "Das Unternehmen ist liquide", sagt Betriebsratschef Peter Fitz - und hofft auf die anhaltende Solidarität der Bischöfe. VON INTERVIEW: SABINE SCHWIETERT

Kam die "FAZ"-Geschichte für Sie überraschend?
Absolut. Von Insolvenz war bisher nie die Rede.

Die Investitionen bei Weltbild sind hoch, Verluste werden eingeräumt - Sie sagen trotzdem, Weltbild ist gesund.
Ich bin auch Mitglied des Wirtschaftsausschusses, habe also Einsicht in die Zahlen. Und aus diesen Zahlen  lässt sich keine Insolvenz herauslesen, davon ist Weltbild schon noch ein gutes Stück entfernt. Die Firma ist liquide, es gibt keine Zahlungsprobleme.

Die Umsätze gehen auch zurück.
Richtig ist, dass die Umsätze nicht dem entsprechen, was die Geschäftsführung sich vorstellt. Die Umsätze sind eingebrochen, aber das ist ein generelles Problem unserer Branche. Es findet einfach ein Strukturwandel statt, das muss man erstmal wieder in geordnete Bahnen bekommen.

Vor eineinhalb Jahren wurde der Beschluss gefasst, Weltbild in eine Stiftung zu überführen. Warum dauert die Realisierung Ihrer Meinung nach so lange?
Auch wenn die Kirche in anderen Zeitdimensionen rechnet, steckt mehr dahinter. Die Gesellschafter sind sich nicht einig: Einige pochen weiterhin auf den Verkauf, andere wollen die Stiftung. Das hakt dann natürlich. 

Wie hat die Belegschaft auf die neueste Hiobsbotschaft reagiert?
Mit Verunsicherung natürlich. Jeder fürchtet jetzt erstmal um seinen Arbeitsplatz.

Mit personellen Maßnahmen musste doch so oder so gerechnet werden.
Gut, im Rahmen der Umstrukturierungen waren wir auf Personalabbau gefasst. Aber eine Insolvenz, das ist  eine ganz andere Dimension.

Werden die Bischöfe am Ende zu Weltbild stehen?
Das glaube ich schon. Wir werden die Kirche jedenfalls weiterhin in die Pflicht nehmen und sie an ihr Wort erinnern. Als es damals in Richtung Verkauf ging, wurde uns zugesichert, dass die Kirche versuchen wird, die Belegschaft in ihrer Gesamtheit zu erhalten. Daran werden wir sie erinnern - unter Umständen wieder mit Aktionen.  

Gibt es positive Signale von Seiten der Kirche?
Prälat Prof. Dr. Peter Beer, Generalvikar des Erzbistums München und Freising und Vorsitzender des Aufsichtsrats, sagte heute in einem Statement, dass er weiterhin hinter dem Umbau und der Anpassung des Unternehmens stehe. Die Umstrukturierung stelle zwar eine große Herausforderung dar, doch Weltbild stehe im Markt gut da. Das macht doch Mut, oder?

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2 Kommentar/e

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  • Bedrohliche Situation

    Bedrohliche Situation

    Man kann nur hoffen, das am Ende nicht die Angestellten, wie so oft in diesen Fällen, die Suppe auslöffeln müssen. Und zwar in Form von Arbeitsplatzverlust.....

  • Beobachterin

    Beobachterin

    Der Weltbild-Partner Hugendubel z. B. plant im Moment Lohnsenkungen bei den Beschäftigten, die Mitarbeiter sind empört.

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