Amazon zahlt 10.000 Euro für Preisbindungsverstoß

Verwendungszweck: "Unterstützung des stationären Buchhandels"

Amazon überweist 10.000 Euro an das Sozialwerk des Deutschen Buchhandels. „Freiwillig war diese Zahlung allerdings nicht, der Anlass war ein wiederholter Preisbindungsverstoß, den die eBuch angemahnt hatte“, informiert die Buchhändlergenossenschaft.

Statt zu klagen, hatte die eBuch Amazon aufgefordert, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben sowie eine Zahlung in Höhe von 10.000 Euro an das Sozialwerk des Deutschen Buchhandels mit dem Verwendungszweck "Unterstützung des stationären Buchhandels" zu leisten.

Unterlassungserklärungen auch gegen Penny und Gries Deco
Die eBuch meldet zudem zwei weitere erfolgreiche Verfahren im Sinne der Preisbindung: Penny Markt hatte nach Angaben der eBuch neue, preisgebundene Bücher in der Rubrik „Schnäppchenmarkt“ mit „Aktions-Preisen“ beworben.

In einer südwestdeutschen Filiale der Gries Deco Company (Depot) wurden preisgebundene Bücher mit 50 Prozent Rabatt angeboten. In beiden Fällen waren Mitglieder der eBuch aufmerksam geworden. „Penny und Gries Deco haben sich ohne Bemühen der Gerichte jeweils umfassend zur Unterlassung verpflichtet“, so eBuch-Anwalt Peter Ehrlinger aus Berlin. Beiden Unternehmen drohen im Wiederholungsfall empfindliche Vertragsstrafen.

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5 Kommentar/e

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  • Tom

    Tom

    Lachhaft diese Summel - bei 6,8 Milliarden Umsatz in Deutschland und einem Gewinn von 118 Millionen Euro der Luxemburger Tochterfirma Amazon Europe Holding Technologies (dort fließen die Gewinne von Amazon Deutschland hin).

  • Harry

    Harry

    Man sollte vielleicht noch betonen, dass Amazon freiwillig zahlte, denn rechtlich ist es ein luxemburgisches Unternehmen. Auch unterhält Amazon keine Filialen in Deutschland. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Buchpreisbindung für Amazon überhaupt gilt, ist deshalb sehr gering. Nur profitiert Amazon selbst davon, denn so verkauft Amazon Bücher zum üblichen Preis bei gleichzeitig deutlich geringeren Einkaufspreisen. Die Marge freut es. Und die Kunden natürlich auch, weil der höhere Gewinn natürlich generell den Serviceleistungen udn dem Angebot von Amazon zugute kommt und damit allen Kunden.

    Die anderen angeschriebenen Händler müssen sich der Buchpreisbindung wohl oder übel beugen, da es allesamt deutsche Unternehmen bzw. solche mit deutschen Filialen sind.

    "Unterstützung des stationären Buchhandels" - was für eine Realsatire, ist doch die Buchpreisbindung selbst - eine hervorragende Lobbyleistung der Händlerlobby und korrupter Politiker - genau das, eine "Unterstützung des stationären Buchhandels". Aber wenigstens haben hier die Lobbyisten Humor bewiesen. Besser als nichts.

  • Kleinbuchhändlerin

    Kleinbuchhändlerin

    Natürlich peanuts.
    Nun möchte man aber doch gern wissen, wie das Geld verwendet werden, bzw. wem es zugute kommen soll.

  • Lorenz Borsche

    Lorenz Borsche

    Ok, Frage an die Kommentatoren:

    a) soll man amazon in Sachen "falscher Preis" schonen, also nix machen, wenn der Kunde im Lsden sagt: Aber bei amazon gibt's das billiger?

    b) soll man ein monate- bis jahrelanges Gerichtsverfahren anstrengen, was zwar zu einer Verurteilung führen würde, dessen Strafzahlung aber der Staatskasse anheim fallen würde statt der Unterstützung notleidender stationärer Händler?

    Schlaue Vorschläge sind herzlich willkommen.

    LG Lorenz Borsche.

    PS: Bilanzsumme (im Buchbereich nicht 6,8 sondern ca 1,7 Mio) und Gewinn (von dem Strafen bezahlt werden müssen) sind zweierlei - aber kaufmännisches Rechnen ist ja leider kein Schulpflichtfach ;-)

  • Tom

    Tom

    Aber richtig werten sollte man schon können! Es wurde nicht geschrieben "Umsatz im Buchbereich" - sondern einfach nur Umsatz - und Bilanzsumme und Umsatz sind auch zwei verschiedene Dinge!

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