Die Sonntagsfrage

Wie rührt Buy local Schweiz zum Start die Trommel, Frau Hof?

Die Vorbereitungen für die ersten Buy-local-Aktionswochen vom 6. bis 17. Mai laufen auf Hochtouren. Zum ersten Mal seit der Gründung im vergangenen Herbst wendet sich der Schweizer Verein direkt an seine Kunden, um sie von der Idee zu überzeugen. Highlight: Eine Menschenschlange, die sich am 9. Mai durch Basel zieht. Buchhändlerin Isabell Hof (Buchhandlung Ganzoni, Basel) zu den Details.

Während diesen zwei Wochen sind die Schaufenster aller Mitglieder mit den brandneuen, attraktiven Buy-local-Papiertaschen auffällig dekoriert. Postkarten mit kurzen Informationen und süße Täfeli zum Mitnehmen liegen in den Läden bereit, und wir freuen uns auf angeregte Diskussionen und Gespräche mit vielen Interessierten.

Am Freitag, 9. Mai, über Mittag spaziert eine Menschenschlange durch die Basler Innenstadt. Ausgerüstet mit den Buy-local-Taschen bewegt sie sich durch die Straßen und macht die Passanten auf unser Projekt aufmerksam. Wie lange genau die Menschenschlange wird, wissen wir noch nicht. Wir sind noch am suchen und organisieren, denn die Läden sind ja gleichzeitig geöffnet, sodass wir "anderweitig Spazierende" finden müssen.

Der Spaziergang in Basel ist nur der Auftakt zu unseren ersten Aktionswochen: Dabei geht es nicht "nur" um Basel: Der Verein ist einfach hier gestartet, hat aber bereits Mitglieder in der ganzen Nordwestschweiz und sogar im Zürcher Land! Mit Buy local möchten wir die Kundinnen und Kunden vor Ort in den Städten und Dörfern davon überzeugen, dass es wichtig ist, wo sie einkaufen. Sie gestalten damit aktiv ihren eigenen Lebensraum und schaffen Lebensqualität oder eben nicht. Verödete Innenstädte/Dorfkerne, langweilige Allerweltstraßen möchte ja niemand − auch wir selbst als KonsumentInnen nicht! − und das bedeutet, dass man sich Gedanken machen muss, was das eigene Einkaufverhalten für Auswirkungen hat.

Der Kauf auf der grünen Wiese ist hier (noch) nicht das Hauptproblem, aber der überbordende Onlinehandel und speziell in der Schweiz auch die extreme Wechselkursdifferenz zum Euro machen uns zu schaffen; dazu kommt im Buchhandel die fehlende Buchpreisbindung. Aber jammern möchten wir eben genau nicht: die Kampagne hat einen positiven, fröhlichen und nach vorne gerichteten Ansatz. Genau das wird sich auch bei den Aktionswochen und der Menschenschlangen-Aktion zeigen.

Inzwischen sind wir bereits 25 feste Mitglieder und viele "pendente" (Stand im Februar 2014); und wenn die Aktion im Mai ein Erfolg wird, auch was die lokale Presse angeht, werden es sicher noch deutlich mehr.

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2 Kommentar/e

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  • wilh.hüttermann

    wilh.hüttermann

    Man fragt sich, ob diese Aktion dazu dient, etwelchen damit befassten Managern Einnahmen zu verschaffen, oder ob man wirklich hofft, dass die Kunden künftig in ihrer Heimatstadt kaufen werden.
    Wer in Basel oder Stuttgart wohnt, selbst wer "nur" in Kleinstädten kaufen kann, weil ihm /ihr der Zweitwagen mangels nötiger Betriebsmittel garagiert, dürfte natürlich
    alles, wofür er noch Geld hat, vorfinden. Wenn sich Dorfbewohner entschliessen, eine Genossenschaft zu gründen, um einen kleinen Tante-Emma-.Laden zu finanzieren, bedarf es solchen Zuspruchs nicht. Das Problem wird wieder mal von der falschen Seite angegangen. Wer würde nicht gern solche frommen Ratschläge befolgen, wenn er die nötigen Mittrel dazu hätte. Diese fehlen aber - in der Schweiz wie auch in Deutschland und anderswo, weil die "Nebenkosten" für den Betrieb einer Demokratie zu hoch sind. Wer sich
    mal einen älteren Jahrgang des "Taschenbuch des öffentliche Lebens", das seit 60 Jahren alljährlich immer dicker (über 2000 Seiten) erscheint, für ein paar Mark besorgt, kann erfahren, wieviele, oft wahrscheinlich überflüssige, Einrichtungen es gibt, in denen hunderttausende von beamtenähnlichen Mitarbeitern/innen uns wissen lassen, was angeblich für unser Wohlsein nötig ist. Eine Gelddruckmaschine ist nicht darunter. Das zweite Elend, das unsere potentiellen Einkäufe behindert, ist tabu. .

  • Thx

    Thx

    Leider ziemlich dilettantisch gemacht. Wer kommt dann auf so eine Idee? Wenn die Tasche wirklich so wie auf dem Foto ist, dann kann das kein Mensch lesen, ohne stehen zu bleiben, und das macht ja niemand. Logo viel zu klein, Text steht zur Hälfte auf dem Kopf, dann schwarz auf dunkelblau. Hat das jemand von den netten BuchhändlerInnen erfunden? Werbewirksamkeit gleich null. Idee ja gut, aber doch nicht so umzusetzen!

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