Frankfurt wird aufgegeben

Edition Peters legt deutsche Standorte in Leipzig zusammen

Drei Jahre nach dem Zusammenschluss der Peters-Firmen in Frankfurt, Leipzig, London und New York zur „Edition Peters Group“ haben die Gesellschafter beschlossen, die beiden deutschen Standorte des Musikverlages am Stammsitz Leipzig zusammenzulegen. Zum 1. Juli ist die Frankfurter C. F. Peters Ltd & Co. KG in die Leipziger Talstraße 10 umgezogen.

Der Entscheidung über die Zusammenlegung vorausgegangen waren der Ankauf der  “Musikbibliothek Peters” durch die Stadt Leipzig und intensive Gespräche mit der Stadtverwaltung und dem Freistaat Sachsen. Dem Unternehmen zufolge haben Stadt und Land dabei "sehr attraktive Rahmenbedingungen für eine langfristig positive Entwicklung des Musikverlags am Standort Leipzig aufgezeigt".

Neben wirtschaftlichen Aspekten habe jedoch vor allem "das engmaschige musikalische Netzwerk der Bach-Stadt" den Ausschlag für den Umzug gegeben. Von der großen Nähe zu bedeutenden Einrichtungen wie dem Bach-Archiv oder dem Gewandhaus-Orchester erwarten Eigentümer und Management künftig wesentliche inhaltliche und konzeptionelle Impulse für den Musikverlag. Erste Kontakte seien bereits geknüpft worden, um gemeinsam neue innovative Produkte für den Musikmarkt zu entwickeln.

“Uns ist die Entscheidung nicht leicht gefallen, den seit 1950 bestehenden Frankfurter Standort aufzugeben”, berichtet Nicholas Riddle, CEO der Edition Peters Group. “Die Bündelung unserer deutschen Firmen in Leipzig bietet uns jedoch optimale Möglichkeiten. Wir sind tief in dieser Stadt verwurzelt und werden hier sehr engagiert und verantwortungsvoll unsere anspruchsvolle verlegerische Tätigkeit weiter ausbauen.”

Mit der Zusammenlegung kehrt einer der ältesten deutschen Musikverlage endgültig in seine Heimatstadt zurück. In Leipzig hatten die beiden Komponisten Franz Anton Hoffmeister und Ambrosius Kühnel im Jahr 1800 das “Bureau de Musique” gegründet. 1814 ging der Verlag in den Besitz des Buchhändlers Carl Friedrich Peters über und trägt seitdem den Namen C. F. Peters. Das Unternehmen zählt heute zu den führenden Musikverlagen der Welt, nicht zuletzt aufgrund der umfangreichen "Edition Peters" mit ihren lindgrünen Umschlägen; der Gesamtkatalog des Verlags enthält mehr als 12.000 Titel.

Weit über Leipzig hinaus genießt der Verlag bis heute höchste Anerkennung, auch aufgrund des breiten mäzenatischen Wirkens von Max Abraham, dem Begründer der “Edition Peters”, und seines 1938 von den Nationalsozialisten enteigneten und später im KZ ermordeten Neffen Henri Hinrichsen. Die heutigen Eigentümer, die Londoner Hinrichsen-Stiftung sowie die Geschwister Martha und Henry Hinrichsen, freuen sich nach einer Mitteilung der Edition Peters "daher sehr darauf, mit verstärkten Kräften in der Musikstadt Leipzig an die erfolgreiche Arbeit ihrer Vorfahren anzuknüpfen".

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