"Manager Magazin" berichtet über geplanten "Kahlschlag"

Sanierung mit der Axt statt "Weltbild 2.0"?

Nach einem Bericht des "Manager Magazins" plant Investor Droege einen "Kahlschlag": Von den rund 2.500 Weltbild-Mitarbeitern soll nur ein Bruchteil den Job behalten. Das komplette Filial- und Kataloggeschäft soll auf der Kippe stehen, will das Magazin wissen. Die Weltbild-Geschäftsführung wiederholt hingegen, was bereits im Interview mit der "Augsburger Allgemeinen" gesagt wurde: Man halte am "Multi-Kanal-Geschäftsmodell" fest, komme aber um "personelle Anpassungen nicht herum".

Wie das "Manager Magazin" in seiner aktuellen Ausgabe (Erscheinungstermin: 21. November) berichtet, plant der Düsseldorfer Investor Droege, das Unternehmen drastisch zu verkleinern. Von den rund 2.500 Mitarbeitern werde voraussichtlich nur ein Bruchteil den Job behalten, so das Magazin.

  • Demnach könnte am Ende der jetzt von Droege eingeleiteten Sanierung lediglich das Onlinegeschäft der Buchhandelskette übrig bleiben
  • Das Kataloggeschäft und der Verkauf über Filialen seien dagegen gefährdet

Grund für die harten Einschnitte sollen starke Abweichungen des Umsatzes gegenüber den Zahlen sein, die Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz beim Verkauf prognostiziert hatte. Im laufenden Geschäftsjahr würden die Erlöse bei Weltbild "um mindestens ein Fünftel niedriger" ausfallen als in der vergangenen Periode, berichtet das Magazin weiter.

Weltbild-Geschäftsführung spricht von "personellen Anpassungen" und "neuen Strukturen"

Vor zwei Wochen hatte die von der Beteiligungsfirma eingesetzte Geschäftsführung laut Gewerkschaftsangaben bereits die Entlassung von rund 200 Beschäftigten angekündigt. Die Weltbild-Geschäftsführung spricht von weniger Stellen, nennt aber keine konkreten Zahlen. "Die Weltbild-Führung steht zur Restrukturierung, um das Unternehmen zukunftsfähig am Markt zu positionieren. Die Geschäftsführung wird rasch neue Strukturen aufbauen, um der Digitalisierung gerecht zu werden, und hält am Multi-Kanal-Geschäftsmodell fest", bestätigte Weltbild auf Nachfrage von boersenblatt.net den bereits angekündigten Sparkurs. "Die Vertriebswege Online-, Filial- und Kataloggeschäft sowie Social Media sind und bleiben wichtig und sollen eng verzahnt werden", teilt Weltbild mit und will damit den hartnäckigen Gerüchten einen Riegel vorschieben, dass Investor Droege ausschließlich am Onlinegeschäft Interesse zeige. Die Geschäftsführung bedauere aber, "dass in diesem Zusammenhang personelle Anpassungen notwendig sind. Alle Maßnahmen werden in Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern ausgehandelt und sollen sozialverträglich wie möglich gestaltet werden", heißt es aus Augsburg.

Grund für den harten Sparkurs soll laut "Manager Magazin" Unzufriedenheit beim Investor Droege sein: Droege habe erst nach Vollzug der Übernahme festgestellt, dass das von Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und der Unternehmensberatung Roland Berger erarbeitete Fortführungskonzept ("Weltbild 2.0") nicht funktioniere, heißt es im Artikel. Geiwitz soll nach Informationen des "Manager Magazins" für seine Leistungen 3,7 Millionen Euro Vergütung beantragt haben.

Dass an der Umsetzung des Konzepts "Weltbild 2.0" seitens des Investors kein Interesse bestände, hatten auch Gewerkschaftsmitglieder in den letzten Wochen mehrfach im Verdi-Blog des Unternehmens und in Flugblättern behauptet. "Wir sehen, dass die aktuelle Situation für alle Betroffenen belastend ist. Deswegen sind wir an einer zügigen Einigung über einen Interessenausgleich und Sozialplan interessiert", teilte die Weltbild-Geschäftsführung mit.

Patrick Hacker, der Sprecher des Insolvenzverwalters Geiwitz, bestätigte gegenüber boersenblatt.net, dass die Geschäftsführung von Weltbild derzeit gemeinsam mit Droege ein eigenes Konzept entwickelt, aber: "Dies bedeutet jedoch nicht, dass das Konzept 'Weltbild 2.0' nicht auch nach wie vor realisierbar wäre." Aber auch ein anderer Weg könne durchaus erfolgreich sein. Den Umsatzrückgang führt er etwa auf nicht durchgeführte Marketingmaßnahmen, die im Rahmen des Konzepts "Weltbild 2.0" vorgesehen waren, in den Sommermonaten zurück. Im Insolvenzverfahren habe man Weltbild "schnell und strukturiert stablisieren" und die "Loyalität von Lieferanten und Kunden" wahren können, betont Hacker. Eine "noch immer anhaltende Wende in Richtung positiver Ertragssituation" sei durch die Maßnahmen eingeleitet worden. 

Stellungnahme der Droege Group

Die Droege Group teilte auf Nachfrage ihr Bedauern darüber mit, "dass es bereits kurzfristig nach Übernahme der Weltbild-Guppe zu Anpassungsnotwendigkeiten, die sich in allen Bereichen der Weltbild-Gruppe niederschlagen werden, kommt. Wir können den Umfang der personellen Anpassungsmaßnahmen, die das 'Manager Magazin' kommuniziert, jedoch nicht bestätigen", heißt es gewohnt wortkarg aus Düsseldorf. Das Unternehmen teilte mit, die Weltbild-Geschäftsführung genieße Droeges "uneingeschränktes Vertrauen".

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29 Kommentar/e

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  • Robin

    Robin

    Wer was anderes erwartet hat, glaubt auch daran, dass Zitronenfalter Zitronen falten. Dröge bleibt nichts anderes übrig, als der Wahrheit ins Gesicht zu schauen, dies haben alle vorherigen Verantwortlichen versäumt, was sich jetzt bitter rächt.

  • Bourne

    Bourne

    Man kann nur hoffen, dass die Zerschlagung rasch vonstatten geht und vorallem die unsäglichen und überflüssigen Filialen endlich geschlossen werden. Zieht sich ja anscheinend ewig hin, obwohl allen Beteiligten doch eigentlich bereits seit geraumer Zeit klar gewesen sein dürfte, wohin die Reise nur gehen kann.
    Die Weltbild Filialen sind nicht systemrelevant, im Gegenteil. Das Zeug was da rumliegt, braucht nun wirklich kein einigermaßen Vernunft begabter Mensch.
    Und das Kataloggeschäft gehört nun wirklich auch zu den Dinosauriers. Höchste Zeit also, dass Droege endlich handelt.

  • Th. Kleinschmidt

    Th. Kleinschmidt

    Natürlich tut's mir um die Angestellten leid.
    Aber letztlich musste es so kommen. Mir geht es mit Weltbild wie mit Schlecker, bei deren Läden ich mich schon um die Jahrtausendwende fragte wie man mit Wirtschaftswundercharme und konfusem Sortiment Geld machen kann (man konnte nicht, wie sich ja herausstellte).
    Mein Weltbild hier vor Ort kann zwar mit sympathischen und informierten Verkäuferinnen aufwarten, dafür muss man sich aber leider durch die Berge von Eulen-Wärmflaschen, Tiki-Fackeln und ähnlichem Wohlstandsschrott kämpfen, der ohnehin früher oder später im Schrank vergammelt oder auf dem Müll landet. So ein Geschäftsmodell Marke Rudis-Reste-Rampe kann sich nicht rechnen.

  • hoffnungsloser Optimist

    hoffnungsloser Optimist

    Die Weltbild-Filialen befanden sich dank des Sanierungskurses eigentlich auf einem recht gutem Weg. Nur leider hat niemand das Konzept Weltbild 2.0 konsequent umgesetzt, das dem ganzen Nonsens-Schrott ja klar abgeschworen hatte... Hier wurde eine riesengroße Chance verpasst... Einzige Hoffnung ist, dass Droege schnell vernunftbegabte und buchaffine Führungskräfte findet, die gemeinsam mit Arbeitnehmern, Arbeitnehmervertretern und dem Profi-Team von Geiwitz den Karren aus dem Dreck ziehen...
    Der Insolvenzverwaltung jetzt die Schuld in die Schuhe zu schieben, ist eine echte Frechheit...
    Letztendlich sollten wir froh sein, wenn wir nicht mehr für so einen unfähigen Arbeitgeber arbeiten müssen...
    Die Arbeitnehmer können hocherhobenen Hauptes gehen, große Teile der Geschäftsführung hingegen sollten sich in Grund und Boden schämen...

  • Insider

    Insider

    Das sogenannte Konzept Weltbild 2.0 war kompletter Nonsens. Verdi, Geiwitz und Roland Berger haben angefangen, ihren eigenen Körperduft als Parfüm zu riechen. Dass Droege so blauäugig war, WB überhaupt zu kaufen, ist sein Fehler. Zu glauben, dass es nur an der Umsetzung des Konzepts liegt, ist sehr naiv.

    WB hat sich überlebt, alles was jetzt noch kommt, ist Abwicklung. Insolvenz anmelden und den Laden absperren. Das Ding ist ein Fass ohne Boden und bleibt es auch. Respekt für die Insolvenzverwaltung, die es geschafft hat für den Laden nochmals 20 Millionen aufzubringen und die Hände in Unschuld zu waschen.

  • Schuldiger

    Schuldiger

    Bevor sich Droege, Roland Berger und Geiwitz weiter darüber streiten, wer Schuld an allem hat, will ich mal klarstellen, wer hier wirklich schuld hat, dass die Situation so ist, wie sie bei Weltbild ist: ICH.

    Ja, ich, ein schuldiger Mitarbeiter von Weltbild. Ich habe schon seit sieben (!) Jahren erst die katholischen Bischöfe, dann die Insolvenzverwaltung und jetzt Droege/Berger/Geiwitz geschädigt. Wodurch? Durch meine Arbeit! Denn als Arbeiter mussten die mich ja immer bezahlen. Zwar haben "die da oben" bis auf die letzten drei Jahre - nachzulesen im bundesanzeiger - Gewinne gemacht, aber die wurden immer schmäler und schmäler. Vor allem, weil ich so teuer war. Unverschämt teuer. Überall sonst arbeiten sie billiger als ich. Und jetzt verdient niemand mehr was: Geschäftsführer mit zig Hundertausenden Salär müssen zittern, und selbst Millionäre und Milliardäre jaulen auf und gehen aufeinander los. Ich gesehe: An all dem bin ich schuld. Ein gut verdienender Arbeiter mit einem kleinen Häuschen, einer Frau und einem Kind.

    Deshalb bin ich auch gern bereit zu gehen. Damit sich die Milliardäre und Millionäre nicht mehr in den Haaren liegen brauchen. Sie sind die Stützen unserer Gesellschaft, wo kämen wir hin, wenn die nichts mehr verdienen könnten? Nein, ich sehe ein, es muss sein. Ich räume das Feld.

    Ich bin bereit um des großen Ganzen willen gekündigt zu werden, damit die Milliardäre und Millionäre nicht die Lust verlieren, hier unter uns zu leben und ihr Geld nach Luxemburg, die Bahamas oder sonstwohin zu bringen.

    Gerne nehme ich eine schlechter bezahlte Stelle an. Ich will ja nicht, dass mein Job nach China oder Kenia abwandert. Die Leute mit dem Geld müssen doch gut behandelt werden, gehätschelt möchte ich doch fast sagen. Die sind ja zu allem fähig, nehmen ihren Wohnsitz in der Schweiz oder wo, wenn es ihnen hier nicht recht gemacht wird.

    Ich will nicht schuldig daran sein, dass Weltbild untergeht. Sollen ein paar Fachleute und Computer den Online-Handel machen, damit die Rendite schneller stimmt. Meine gesellschaftliche Verantwortung sagt mir, dass ich besser weiche. Es waren schöne sieben Jahre bei Weltbild. Aber auch Straße kehren im 1-Euro-Job ist eine Aufgabe, ja vielleicht eine Berufung. Oder Laubblasen. Welcher Nadelstreifen-Koffer-Träger freut sich nicht, dass keine nassen Blätter an seinen italienischen Doppelgenähten hängen bleiben? Und abends sammle ich die Flaschen am Königsplatz. Ob das beim Häuschen abzahlen hilft, kann ich noch nicht sagen, aber wird schon irgendwie. Wo ein Häschen, da gibt es auch ein Gräschen.

  • Neues Glück

    Neues Glück

    Nachdem der Schuldige gefunden ist, sollten wir einen neuen Investor suchen. Wir können ja mal unseren knapp gescheiterten Investor Paragon anrufen. Die Logistik wolkten sie nicht (hat ja jetzt Droege)-aber den Rest? Dröge et al. wären doch bestimmt froh wenn sie die Filialen und das Kataloggeschäft loswerden könnten

  • Insider 2

    Insider 2

    Eben, es gab ja genug andere Interessenten, von daher kann die dröge Angstmacherei und Effekthascherei an dieser Stelle auch ihr Ende finden... Der Laden ist saniert und ein tragfähiges Konzept gibt es gleich mit dazu...
    Soll die Droege AG den Rest doch verkaufen, schlimmer als mit ihrer zum Teil militaristisch anmutenden Führungsebene kann es eh nicht mehr werden...

  • schuldlos

    schuldlos

    Wenn es hier einen gibt, den keine Schuld trifft, dann ist es die Insolvenzverwaltung... Da waren mal Profis am Werk, das kann sich in Augsburg von der Geschäftsführung nur niemand vorstellen, weil man da nicht weiß, wie man professionell und human arbeitet... Es hat halt nicht immer der Recht, der am lautesten schreit...









  • Hans Yell

    Hans Yell

    Weltbild ist seit Wochen in der Hand von Droege. Was würden Sie von einem Investor halten, der drei Geschäftsführer ernennt, die sich kurz vorstellen lässt in großen Runden und dann die Ausgaben für Werbung zurückfahren lässt? Käme es Ihnen als Beschäftigter nicht auch komisch vor, dass keiner aus der Geschäftsführung mit den Abteilungsleitern spricht, was werden soll? Dass keiner der Geschäftsführer eine Strategie auf den Tisch legt und sagt: "So Leute, das ist für die nächsten Monate der Marschplan?" Ein seltsamer Investor. Immerhin wissen die Beschäftigten jetzt nach Monaten und nachdem ihn der Betriebsrat gezwungen hat, was er von Anfang an wollte: Umsätze runterfahren, um Entlassungen zu erzwingen. Nein, einen Kahlschlag zu veranstalten: Sachwerte sichern, menschliche Existenzen vernichten, Reibach nach Luxemburg oder auf irgendeine karibische Insel. Das ist meine Meinung. Aber angesichts des Handelns des Düsseldorfer Milliardärs nicht fernliegend.

  • The Great Communicator

    The Great Communicator

    Die Meldung kann nur richtig sein. Denn wie bei Weltbild üblich, erfahren die Mitarbeiter dgl. Dinge immer nur aus der Presse - oder alterntiv von Kunden die in den Laden kommen und das Ganze im Radio gehört haben. Hätte es sich hier um eine offizielle Verlautbarung gehandelt, könnte man das Ganze getrost vergessen. So aber kann man guten Gewissens das "soll" durch ein "wird" ersetzen.

  • Clint-Erhardt

    Clint-Erhardt

    "... Geiwitz soll nach Informationen des "Manager Magazins" für seine Leistungen 3,7 Millionen Euro Vergütung beantragt haben...."

    Im nächsten Leben werde ich Insolvenzverwalter...!

  • Jannik

    Jannik

    @ Clint-Erhardt:
    Unternehmensberater à la Roland Berger wäre auch nicht schlecht: Der bekommt 3 Mio. EUR für sein "Weltbild 2.0"-Konzept, das sich offensichtlich als so nicht umsetzbar erwiesen hat.

  • Clint-Erhardt

    Clint-Erhardt

    @ Jannik

    "... Unternehmensberater à la Roland Berger wäre auch nicht schlecht: Der bekommt 3 Mio. EUR für sein "Weltbild 2.0"-Konzept..."

    Stimmt! würde trotzdem Insolvenzverwalter bevorzugen. Da kommt ein knappes Milliönchen mehr bei rum ;-)
    Hoffe, das den Beschäftigten auch eine halbwegs vernünftige Abfindung angeboten wird!

  • Fernandel

    Fernandel

    Wenn ein Unternehmer wir Hr. Dröge bei so einem Kauf nicht genau weiß was er tut, dann müsste er seine Millionen im Lotto gewonnen haben . Jetzt so tun als sei man getäuscht worden bzgl. der Zahlen etc. ist so schäbig und niederträchtig. Dröge hat getäuscht und zwar viele hundert Mitarbeiter die die Hoffnung nicht aufgaben und alles gegeben haben in diesem schweren Jahr. Dröge wird sich nicht schämen, aber auch auf ihn wartet die Gerechtigkeit, eines Tages wenn ihm all sein Geld nichts mehr hilft wird er gefragt werden und seine Antworten werden nicht genügen.

  • Bourne

    Bourne

    @ 10.
    " Umsätze runterfahren, um Entlassungen zu erzwingen."

    Das ist, gelinde gesagt, Blödsinn. Solange ein Unternehmen noch Geld mit irgendwas verdienen wird, so wird er das tun.
    Will man das Pferd richtig rum aufzäumen, so muss gesagt werden, dass Droege die Umsätze nicht künstlich verhindern muss. Das erledigt der Markt selber. Das Unternehmen ist kaum liquide, viele Lieferanten sind abgesprungen, so dass die attraktive frische Ware für die Läden nicht an Land kam. Man hat quasi von der Hand in den Mund gelebt. Die Budgets der einzelnen Filialen für den Wareneinkauf wurden wöchentlich (!) neu festgelegt und waren sehr gering. Weil einfach kein Geld zum Bezahlen da war.
    Die Liquidität wurde dann teils auch mit der alten Gammelware erzielt, die schon seit geraumer Zeit am Lager von Augsburg rumdümpelt. Diese wurde in die Filialen zwangsverteilt und zu niedrigen Preisen verramscht. Das war der Deal. Nur wenn Weltbildplus (also die Filialen) sich bereit erklärte, diese Ware abzunehmen, haben sie bei ihrer Muttergesellschaft (Weltbild Retail) Kredit für Neuware bekommen.
    Ist jetzt für's aktuelle Weihnachtsgeschäft vermutlich schon zu spät mit der neuen Ware. 30% Umsatzrückgang zum Vorjahr wollen erstmal wieder aufgeholt werden.
    Aber woran das Unternehmen eben wirklich krankt ist der enorme Kundenverlust und der hat schon vor Droege eingesetzt und kann dem Manne nun wirklich nicht angelastet werden.

  • Kurz nachgefragt

    Kurz nachgefragt

    "..... "personelle Anpassungen vornehmen..."

    Ist das der zeitgemäße Neusprech für die gute alte Kündigung?

  • Droege-Fan

    Droege-Fan

    Im heutigen Spätkapitalismus kann es von Vorteil sein, in einem Firmennetzwerk an einer Stelle Verluste zu machen. Das spart Steuern. Und Beschäftigte. In Firmennetzwerken, die sich wie die von Herrn Dröge über zig Länder spannen, heißt Verlust an einer Stelle oft Gewinn fürs Ganze.

    Mag sein, dass Weltbild weniger liquide ist als früher, doch das liegt an Herrn Droege. Während Paragon etwa 100 Mio. ins Unternehmen bringen wollte, hat Droege von 20 Mio. geredet. Ist dieser Milliardär strohhohl? Nein, angesichts seiner dicken Brieftasche ist das kaum anzunehmen. Sondern: Er wusste, warum er Weltbild kauft und hatte schon vor Monaten den Plan, den er jetzt in die Tat umsetzen. Ein Plan übrigens, der auch bei seinen früheren Übernahmen aufgegangen ist. Droege als dummen Hohlkopf beim Kauf abzustempeln, der sich von Berger/Geiwitz hinters Licht führen ließ, wird diesem Mann sicher nicht gerecht.

  • Doofkopf

    Doofkopf

    Nein, ein Doofkopf ist Dröge sicher nicht. Ob jetzt Geiwitz den Dröge vera.......t hat oder umgekehrt werden wir als Aussenstehende nicht wirklich erfahren. Das Konzept "2.0" war jedenfalls zum Zeitpunkt der Droege-Unterschrift schon gestorben. Und so bleiben auf der einen Seite Gewinner (Geiwitz x 3,7, Berger x 3,0, Halff, Droge, ???) und auf der anderen Seite die Mitarbeiter - die sind auf jeden Fall am A....!

  • Fernandel

    Fernandel

    Manchmal hilft der Blick auf das, was es zu verlieren gab.
    Geiwitz ist hier keine Einzelperson und kann es sich doch gar nicht erlauben, als Täuscher dazustehen , das gleiche gilt für Roland Berger. Bekämen die den Ruf, nicht seriös zu arbeiten, wäre das das Aus. Droege ? der ist dann halt ein mit allen Wassern gewaschener knallharter Kapitalist, ok das war vorher schon bekannt. Also für mich zeichnet sich da schon eine Tendenz ab, wen ich für den miesesten Akteur in diesem Spiel halte. Aber wie hier schon mehrfach erwähnt, am Ende sind es doch immer die Mitarbeiter die die Zeche zahlen, sie und ihre Familien. Soviel zu unserer abendländisch christlichen Leitkultur

  • Klaus Wrede

    Klaus Wrede

    Liebes Börsenblatt,

    bitte überleg’ doch einmal ernsthaft, ob du die Kommentarfunktion nicht abschalten willst. Ich weiß, das hört sich nach einem harten Schnitt an und irgendwie ist es ja auch bedauerlich, wenn ich an die zahlreichen interessanten Meinungsäußerungen denke, die früher hier zu lesen waren.

    Aber seien wir doch mal ehrlich: hat sich in den letzten zwei Jahren der Ton auf diesem Forum nicht dramatisch zum Schlechten verändert? Sind dafür nicht die Posts zu dieser Meldung das beste Beispiel? Kann man diesen neuen Ton anders beschreiben als: schlecht gelaunt, nörgelnd, zu kurz gekommen?

    Es wird wild spekuliert über diese und jene Motive, es wird allen Beteiligten Böses unterstellt und es werden Bäche von Gutmenschentränen vergossen über die armen Mitarbeiter (wer wollte da nicht einstimmen?).
    Aber zeichnen sich die Posts nicht insbesondere dadurch aus, dass keiner der Schreiber irgendwie an den Abläufen beteiligt ist oder irgendeine relevante Information beitragen könnte? Man schwadroniert halt gerne herum.

    Darf ich jetzt auch mal ein bisschen schwadronieren? OK, also, ich weiß zwar nichts von Weltbild aber eins weiß ich:
    • Das wirtschaftliche System in Deutschland ist die soziale Marktwirtschaft – nicht der Kapitalismus.
    • Wer in einem so stark regulierten Land wie Deutschland ein Unternehmen gründet oder kauft, der macht das in aller Regel nicht in erster Linie, um Steuern zu sparen, sondern um ein gutes Geschäft zu machen. Warum, bitte schön, sollen wir eigentlich nicht glauben, was gesagt wird, dass nämlich Herr Dröge investiert hat auf der Basis zu optimistischer Prognosen?
    • Jeder Mitarbeiter, der sich bei einem Unternehmen auf eine Stelle bewirbt und die dann annimmt, muss wissen, dass die freie Wirtschaft unsicher ist. Ein Unternehmer kann seinen Beschäftigten nicht alle Lebensrisiken abzunehmen. Das ist auch nicht der Deal zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Wem das nicht klar ist, der ist einfach nur schlecht über wirtschaftliche Zusammenhänge informiert.
    • Natürlich gibt es unverantwortliche Arbeitgeber, genauso wie es unverantwortliche Arbeitnehmer gibt. Aber beide sind doch eher selten. Die meisten Arbeitgeber und Arbeitnehmer wollen es gut machen. Denn wenn es nicht gut läuft, dann ist es am Ende für beide blöd gelaufen.

    So liebes Börsenblatt, das ist jetzt mal die Wahrheit! Bitte? Du meinst, auch mein Post sei subjektiv, tendenziös und einseitig, bringe keine Lösung bei Weltbild voran und werde hier nur für weiteren Streit sorgen? Na sag’ ich doch! Das können wir uns doch eigentlich alles schenken, oder?

    Mit freundlichem Gruß
    Klaus Wrede

  • Volker Gollenia

    Volker Gollenia

    Tja, Herr Wrede, es gibt einfach zu wenig Menschen wie Sie, die den Durchblick haben. Die so niveau- und humorvoll die vielen Schwadronierer dieser Welt entlarven. Die Gehalt und Relevanz der Beiträge knallhart analysieren und erkennen. Und die uns endlich aufzeigen, in was für einem System wir leben und warum. Eigentlich sollte man nur Ihnen die Möglichkeit einräumen, gehaltvoll Artikel des Börsenblattes zu kommentieren, damit der Rest der (Buch-) Welt lese und staune. Viel Erfolg!

  • anton kroemer

    anton kroemer

    Die Firma Weltbild braucht kein mensch. Sie ist ein Sündenfall der katholischen kirche, die damit gottseidank Schiffbruch erlitten hat. Ea gibt doch noch einen Gott. Bwwg

  • Sandmann

    Sandmann

    Sicher, die Firma Weltbild braucht kein Mensch. Genausowenig wie die Buchhandlung um die Ecke. In der Zukunft reicht Amazon, Google und Apple.

    Und noch ein Wort an Herrn Wrede: Wenigstens im anonymen Internet gibt es noch ein wenig Meinungsfreiheit. Danke, dass das Boersenblatt hier unterschiedliche Meinungen zu Wort kommen lässt, selbst wenn sie manchmal am Rand des guten Geschmacks stehen.

  • Fernandel

    Fernandel

    @kroemer, gerade Menschen mit Ihrer Geisteshaltung benötigen Gott besonders, mögen Sie irgendwann das Christliche in sich entdecken.

  • Hausschuh

    Hausschuh

    @ Volker Gollenia

    Auch ich bin froh und dankbar, das mir Herr Wrede den verblendeten Schleier von den Augen gerissen hat und offen, schonungslos und knallhart erklärt, was die Welt im innersten zusammenhält.

  • Th. Kleinschmidt

    Th. Kleinschmidt

    Um den Gedanken von Herrn Wrede fortzuführen: Ich bin auch völlig dafür dass boersenblatt.net den Kommentarbereich schließt bzw. nur mit Registrierung für Buchhändler und Verleger (mit Nachweis des Gewerbescheins) zugelassen werden. Denn es kann ja nicht sein, dass hier Leute kommentieren, die nicht seit mindestens 25 Jahren in der Branche ansässig sind.
    So wie auch nur echte Piloten den Microsoft Flight Simulator nutzen dürfen sollten...

    Ironie aus.

  • Duke of Pork

    Duke of Pork

    Interessant, dass Leute, denen die Meinung anderer völlig quer im Hals liegt, i.d.R. sofort anfangen nach Zensur zu schreien anstatt die einfachste Lösung zu wählen und das Ganze einfach nicht zu lesen. Muss wohl dieses alte deutsche Ding mit dem Gleichschritt sein oder so ähnlich...

  • Klaus

    Klaus

    @ Duke of Pork # 28

    Richtig erkannt. Hierzulande wird gerne nach Zensur gebrüllt, wenn eine andere Meinung "unbequem" erscheint und so gar nicht in das eigene selbstgezimmerte, und natürlich stets korrekte, Weltbild passen will.

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