Eisbrecher-Tour des Start-up-Clubs

Gründerszene zu Gast bei Wolters Kluwer

Start-up-Tour, fünfte Station: Diesmal ging der Eisbrecher in Köln vor Anker. Der Gastgeber, Wolters Kluwer Deutschland, hat die Verschränkung von "alter" und "neuer" Ökonomie bereits tatkräftig vorangetrieben. VON NK

Manchmal geht’s fix: Im Frühjahr 2014, nur wenige Monate nach dem Launch, kaufte Wolters Kluwer Deutschland das Berliner Start-up SmartLaw, ein Portal, dass auf die Erstellung maßgeschneiderter Verträge und Rechtsdokumente spezialisiert ist. Die Übernahme zeigt, mit welcher Dynamik sich die Verlagswelt verändert. Auch der RWS-Wissens- und Informationsdienstleister hat die Verschränkung von "alter" und "neuer" Ökonomie in den letzten zehn Jahren tatkräftig vorangetrieben. Unterm Dach der Holding befinden sich mit Luchterhand oder Carl Heymanns traditionelle Verlage, dazu verfügt Wolters Kluwer jedoch auch über ein signifikantes Portfolio an Software-Marken.

In Zeiten, in denen sich Fachverlage mit schrumpfenden Abo-Zahlen und rückgängigen Auflagen konfrontiert sehen, stellte sich auch für Wolters Kluwer die Frage: Wie lassen sich diese Kompetenzfelder sinnvoll zusammenbringen? "Wir wandeln uns gewisser Maßen vom Verlag zum Lösungsanbieter" – so beschreibt Christian Wala, Marketing-Leiter Publishing, den Weg, den die Kölner seit geraumer Zeit eingeschlagen haben. Dabei rankt sich der Markt längst nicht mehr nur um klassische Wettbewerber – neue branchenfremde Player mischen die überkommenen Strukturen kräftig auf. Die Kölner haben sich dem früh geöffnet - von der Integration von Start-ups bis zur Entwicklung komplett neuer Business-Bereiche unterm eigenen Dach. Damit steht auch ein Konzern wie Wolters Kluwer strukturell vor ähnlichen Herausforderungen wie die Gründerszene.

In der KunstSalon Location im Kölner Süden präsentierten sich diesmal drei Start-ups:

Buchlichter

Das Projekt der Kinderbuchautorin und Illustratorin Anna Karina Birkenstock und des Medien-Designer Caspar Armster, ist eine unabhängige E-Bookhandlung für Kinder- und Jugendliteratur, die das Know-how des klassischen Sortiments in den digitalen Raum übertragen will. Technisch setzt Buchlichter auf das kopierschutzfreie EPUB3-Format; die mit Vorlesefunktion, Ton oder Animation angereicherten E-Books sollen direkt im Webbowser, demnächst über eine selbst entwickelte App (iOS und Android) zu lesen sein.

Mein-Literaturkreis.de

Für Kerstin Hämke, die als Marketing-Frau in der Konsumgüter- und Telekommunikationsbranche gearbeitet und vor 12 Jahren einen eigenen Lesekreis gegründet hat, war der Social-Reading-Gedanke Initialzündung einer Geschäftsidee: Mit Mein-Literaturkreis.de hat sie die erste (und bislang einzige) Online-Plattform für Lesekreise im deutschsprachigen Raum angeschoben. Gestartet ist die Seite als Ratgeber-Plattform mit Tipps zur Gründung und Organisation von Literaturkreisen, nach und nach soll sie auch als Online-Community nutzbar werden, über die sich die Gruppen organisieren. Darüber hinaus will das Portal künftig auch für Profis in den Verlagen Ansprechpartner zum Thema Lese- und Literaturkreise werden. Ein schlüssiger Ansatz, sind doch deren Mitglieder nicht nur Vielleser und –käufer, sondern oft auch Meinungsführer in ihrem jeweiligen sozialen Umfeld.

Brainyoo

Patrick Schmidt, einer der beiden Chefs der Wiesbadener Software-Schmiede Brainyoo, ist da schon deutlich weiter: 2013 erhielt die die Brainyoo-Software den Innovationspreis IT der Initiative Mittelstand im Bereich E-Learning. Die Lösung transformiert die gute, alte Karteikarte ins digitale Zeitalter: Die Kombination aus Cloud, Desktop-Anwendung und Karteikarten-App macht es möglich, dass erstellte Lernkarten auf jedem Endgerät auch offline zur Verfügung stehen. Tools, die auch neue Wege für die unternehmensinterne Aus- und Weiterbildung öffnen können.

Mitarbeiter, die interaktiv, mobil und damit womöglich motivierter lernen? Lesezirkel vielleicht auch mal für jugendliche Buch-Muffel? Und eine digitale Kinderbuchhandlung, so engagiert und fantasievoll betrieben wie das Lieblings-Sortiment am Ort? Bei Kölsch und Häppchen steckten Gründer, Old-School-Verleger und Buchhändler an diesem Kölner Abend noch lange die Köpfe zusammen. Die Erkundung neuer Wege, das Erreichen neuer Ziele: Das ist es wohl, was alle hier treibt.

Einen ausführlichen Bericht über die Veranstaltung lesen Sie im Blog zur Eisbrecher-Tour: www.eisbrecher-startup.de

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