Veranstaltung in Frankfurt

Ein Abend mit Aslı Erdoğan

Am 24. April wird die türkische Autorin Aslı Erdoğan im Frankfurter PresseClub mit Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, über ihre Erfahrungen als politische Gefangene und ihr Leben und Schreiben im Ausland berichten. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt und ist öffentlich.

Asli Erdogan und Juergen Boos

Asli Erdogan und Juergen Boos © FBM / Bernd Hartung

Aslı Erdoğan war eine von rund 170 Journalistinnen und Journalisten, die nach dem Putschversuch in der Türkei im Juli 2016 inhaftiert wurden. Ihr wurde vorgeworfen, Propaganda für eine illegale Organisation zu betreiben. Erdoğans Prozess wurde ausgesetzt, seit September 2017 lebt und arbeitet sie in Frankfurt, schreibt die Frankfurter Buchmesse in der Ankündigung der Veranstaltung.

Im Gespräch mit Messedirektor Juergen Boos wird Aslı Erdoğan über ihre Erfahrungen als politische Gefangene berichten, über ihr Leben und Schreiben im Ausland und über die Welle der Solidarität, die ihr und anderen türkischen Journalisten weltweit entgegengebracht wurde. Die Begrüßung übernimmt Sonja Vandenrath, Literaturreferentin der Stadt Frankfurt.

Vor genau zehn Jahren, im Oktober 2008, war die Türkei das Gastland der Frankfurter Buchmesse. Aslı Erdoğan reiste damals als Teil der offiziellen Autorendelegation nach Frankfurt und erlangte mit ihren Büchern und Essays international Bekanntheit. Seit dem Gastlandauftritt habe sich die Türkei von einem demokratisch geprägten Staat, der den Anschluss an die EU suchte, in eine Autokratie verwandelt, so die Frankfurter Buchmesse weiter: Nach dem Putschversuch im Juli 2016 hat die türkische Regierung den Notstand ausgerufen, er gilt zumindest bis zum 19. April 2018 fort. Auf dieser Grundlage können u.a. Ausgangssperren kurzfristig verhängt, Durchsuchungen vorgenommen und allgemeine Personenkontrollen jederzeit durchgeführt werden.

Unabhängige und regimekritische Berichterstatter werden eingeschüchtert oder verfolgt, für viele Autorinnen und Autoren, Journalisten, Verleger, Juristen und Lehrende sind die Arbeitsbedingungen in der Türkei untragbar geworden. Aslı Erdoğan saß 132 Tage im Frauengefängnis Bakırköy, im Dezember 2016 wurde sie aus der Haft entlassen. Die vielfach ausgezeichnete Autorin erhielt im September 2017 in Osnabrück den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis (die Laudatio hielt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins; siehe Archiv), im Januar dieses Jahres nahm sie den Simone-de-Beauvoir-Preis für die Rechte der Frauen entgegen.

Von Oktober 2017 bis September 2019 ist sie Gastautorin des Programms "Stadt der Zuflucht" in Frankfurt. Das Programm wird getragen von der Stadt Frankfurt (für die Wohnung) und der Frankfurter Buchmesse (für das Stipendium). Litprom ist für die Betreuung der Autorin zuständig.

Bücher von Aslı Erdoğan (Auswahl): "The Stone Building and Other Places" (die deutsche Übersetzung erscheint 2019 im Knaus Verlag), "Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch: Essays" (Albrecht Knaus Verlag, 2017; zweisprachige Ausgabe), "Die Stadt mit der roten Pelerine" (Unionsverlag, 2016), "Der wundersame Mandarin" (Edition Galata, 2008).

Termin der Veranstaltung

Am Dienstag, 24. April 2018, um 19.30 Uhr im Frankfurter PresseClub. Organisiert wird die Veranstaltung von Litprom. Um Anmeldung bis zum 22. April wird gebeten: litprom@book-fair.com.

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