„Gottschalk liest?“

Neue Literatursendung im BR-Fernsehen ab Frühjahr

Der Bayerische Rundfunk bringt TV-Urgestein Thomas Gottschalk zurück ins Fernsehen – mit einer eigenen Literatursendung. „Gottschalk liest?“ soll im Frühjahr 2019 starten und viermal jährlich ausgestrahlt werden. Gottschalk wird laut Sender mit Gästen aus Bayern über deren neue Bücher und Kulturthemen sprechen.

© BR/Julia Müller

Der ehemalige „Wetten, dass?!“-Moderator hat durchaus Vorerfahrungen im Genre: Im Dezember 2017 war er bereits Gast beim Literarischen Quartett im ZDF gewesen (wo er Peter Handkes Roman „Die Obstdiebin“ vorstellte). Viele dürften sich auch noch an die spektakuläre und medienwirksame Ablehnung Marcel Reich-Ranicikis erinnern, der am Gala-Abend den die Ehrenauszeichnung beim Deutschen Fernsehpreis 2008 zurückgewiesen hatte („Ich nehme diesen Preis nicht an!“). Die daraufhin anberaumte Gesprächssendung "Aus gegebenem Anlass" mit dem scharfzüngigen Literaturpapst wurde ebenfalls von Thomas Gottschalk moderiert – der allerdings die Wogen auch nicht glätten konnte. Reich-Ranicki blieb bei seiner Kritik des Fernsehbetriebs und legte Gottschalk nahe, es doch einmal mit der Literatur zu probieren.

Gottschalks eigene Bibliothek wurde Opfer der Flammen

„Zum Lesen haben die meisten heute eine App - ich habe zumindest drei Semester Germanistik", frotzelte Thomas Gottschalk mit Blick auf die Sendung. Vor seiner Karriere als Entertainer hatte Gottschalk Germanistik und Geschichte auf Lehramt studiert. In seinem kürzlich verbrannten Haus in Kalifornien sei der Bücherschrank größer gewesen sei als der Kleiderschrank, brüstete sich Gottschalk. Die geräumige Villa war bei schweren Waldbränden komplett niedergebrannt – ausgerechnet an Gottschalks Hochzeitstag. "Was ich getragen habe, ist weg, was ich gelesen habe nicht!", tröstet sich der Entertainer.

"Gottschalk liest?" soll Freude am Lesen vermitteln

Ziel der neuen Literatursendung "Gottschalk liest?" im BR-Fernsehen ist es laut BR-Fernsehdirektor Reinhard Scolik, die Freude am Lesen einem breiten Publikum nahezubringen. "Wir wollen zeigen, dass Lesen Spaß macht und Neugierde weckt, und damit die Literatur fördern."

 

 

 

 

 

 

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3 Kommentar/e

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  • Harald Kraft

    Harald Kraft

    Man kann also gespannt sein auf die eigene Literatursendung ,Gottschalk liest` im BR-Fernsehen im Jahr 2019, die Thomas Gottschalk dann viermal moderieren wird und dabei vorwiegend Neuerscheinungen aus den Bereichen Literatur und Kultur mit Gästen aus Bayern vorstellt.
    Und vielleicht hat sich auch Thomas Gottschalk den Hinweis von Marcel Reich-Ranicki von 2008 noch einmal verinnerlicht, dass er es ,doch einmal mit der Literatur probieren soll`.
    Jedenfalls hat Thomas Gottschalk einen Bezug zu den Medien, Menschen und auch zur Literatur.
    Und er versteht es Freude am Lesen zu wecken und eine erneute Beziehung zu Büchern aufzubauen. Vor allem junge Menschen sollten wieder etwas mehr an das Medium Buch herangeführt werden und zu diesen hat Thomas Gottschalk einen sehr guten Draht.

  • Futura2018

    Futura2018

    Jetzt muss ich wirklich lachen - ein verbrannter Bücherschrank und einmal eine Sondersendung mit Marcel Reich-Ranicki moderiert, einmal ein Buch vorgestellt, drei Semester Germanistik(?) und die Aussage: "Bücher haben mich immer begleitet."??? Das klingt gerade von Herrn Gottschalk so unglaubwürdig wie ein Aprilscherz. Eine Literatursendung sollte jemand moderieren und konzipieren, der /die was von Literatur versteht um glaubwürdig für das Publikum zu sein! Leider, Leider trauere ich da immernoch Elke Heidenreich hinterher, ihre Sendung war Erstklassig und sie war glaubwürdig und vor allem sehr authentisch. Lesen mit Gottschalk? Nein Danke(!), da nehme ich lieber selbst ein Buch in die Hand und schalte den Fernseher aus!

  • Sybille

    Sybille

    Das Trauerspiel um alle vom BR vormals monatlich ausgestrahlten und seit längerem
    bereits eingestellten Bücher- und auch Kultursendungen zur bildenden Kunst (Lido etc.) scheint nun wenigstens durch diesen vierteljährlichen Sendeplatz etwas abgemildert. Trotz der Vorfreude noch immer ein Armutszeugnis für so einen großen Sender.

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