Manifest für die EU-Urheberrechtsreform

Für ein offenes und faires Netz

Die EU-Parlamentsabgeordnete Helga Trüpel (Die Grünen) hat gemeinsam mit mehr als 75 Abgeordneten und mehreren hundert Kreativen ein "Manifest für ein offenes und faires Netz" veröffentlicht – ein Netz "ohne Zensur, aber mit Bezahlung von Künstlerinnen und Künstlern".

Helga Trüpel

Helga Trüpel © Tobias Bohm

Das Manifest versucht, in der Meinungsschlacht um die EU-Urheberrechtsreform eine Bresche für die Fakten zu schlagen. Gegen die Befürchtung, mit Artikel 13 könnten sogenannte Uploadfilter verbindlich vorgeschrieben werden, argumentiert der Appell, dass "nur kommerzielle Plattformen, deren Hauptzweck das Monetarisieren und Kuratieren von großen Mengen urheberrechtlich geschützter Inhalte ist, indem sie diese der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich machen", eine Lizenz erwerben müssen. Dieser Prozess könne durch Verwertungsgesellschaften (Art. 9a) vereinfacht und standardisiert werden.

Im Übrigen, so der Appell, nutzten die großen Plattformen Google und Facebook selbst "Filter-Algorithmen". "Sie filtern nicht nur – wie vorgesehen – illegale Inhalte, sondern auch völlig legale Inhalte – willkürlich und ohne eine demokratische Regulierung. Mit der Richtlinie werden Filter reguliert." Art. 13 habe vor allem die Funktion, Plattformen zum Abschluss von Lizenzen zu verpflichten, damit "Kreative fair und angemessen" bezahlt werden. Der Appell führt weitere Einzelregelungen auf, die vor allem für mehr Rechtssicherheit sorgen sollen.

Unter den Kreativen, die das Manifest unterzeichnet haben, sind zahlreiche Schriftstellerinnen und Schriftsteller sowie Verleger und Verlagsmitarbeiter, deren Unternehmen im Börsenverein organisiert sind.

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5 Kommentar/e

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  • Klaus Kellner

    Klaus Kellner

    Helga Trüffel wird wegen ihrer Haltung seit Monaten zunehmend heftiger attackiert. Beleidigende und herabwürdigende Bemerkungen überwiegen dabei. Auch sind viele Grüne ihr nicht grün und beschimpfen sie nicht nur online. Deshalb ist es angesagt, ihr Manifest vielfältig zu verbreiten und Helga Trüpel offiziell zu würdigen.
    Das muss jetzt geschehen. Ist das auch eine Aufgabe für unseren Börsenverein?

  • Börsenverein

    Börsenverein

    Lieber Herr Kellner, sehr richtig - deshalb haben auch schon zahlreiche Mitglieder das Manifesto unterschrieben. Herzliche Grüße

  • Lukas Hainer

    Lukas Hainer

    Es sind nicht nur Schriftsteller und Verlage, die in großer Zahl hinter der Reform stehen, sondern auch Musikautoren, im größten Teil organisiert über die GEMA als Verwertungsgesellschaft. Jede Stimme, die auf den Fakten beharrt, hilft. Mittlerweile wurde ein breites Geflecht von Lobbyisten und Geldflüssen aufgedeckt, das zu dieser Shitstorm-Kampagne geführt hat, wie wir sie nun erleben. Umso wichtiger ist es, zu widersprechen, Richtigstellungen zu verbreiten, und den Abgeordneten, die noch nicht ihre Position aufweichen, den Rücken zu stärken.

  • Markus Oberndörfer

    Markus Oberndörfer

    @Lukas Hainer: Es wäre wirklich hilfreich, wenn Sie hier eine valide Quelle für Ihre Behauptung anführen würden, ansonsten weise ich entschieden zurück, den legitimen Widerstand gegen Artikel 13 im Internet und auf der Straße nur als Shitstorm zu bezeichnen.

  • if

    if

    Mir ist Angst und Bange, wenn ich bedenke, wer über die Urheberrechtsreform entscheidet. Offenbar ist man im Parlament nicht nur ahnungslos, viel schlimmer, man hält sich sich kompetent, wo völliges Unwissen herrscht. Siehe Herrn Voss und seine "Meme-Rubrik". Hier droht sich eine Industrie durchzusetzen, deren Ende oder mindestens Umwälzung von Gesetzen nicht aufzuhalten sein wird.

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