Frankfurt liest ein Buch 2019

Mit Mosebach durchs "Westend"

Zehn Jahre gibt es das Frankfurter Lesefest. Vom 6. bis 19. Mai steht der Roman "Westend" von Martin Mosebach im Mittelpunkt des gemeinsamen Lesen in Frankfurt und der Rhein-Main-Region.

Auf einer Pressekonferenz wurde gestern das Programm vorgestellt. Es wird 85 Veranstaltungen in Frankfurt und der Region (z.B. Offenbach, Darmstadt, Eschborn, Kronberg, Bad Soden und Bad Homburg) geben, darunter Lesungen, Vorträge, Theater, Stadtrundgänge, Filmvorführungen und Ausstellungen. Martin Mosebach werde an insgesamt 22 Veranstaltungen als Lesender, Gesprächspartner oder Zuhörer teilnehmen, kündigen die Organisatoren an.

Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr die Schwerpunkt-Themen Architektur, Immobilien, Kunst, Wiederaufbau und Gentrifizierung. Vertreten sind unter den 70 Veranstaltungsorten die öffentlichen Kultureinrichtungen der Stadt, aber auch private Salons, Buchhandlungen, Schulen und Cafés.

Das komplette Programm findet sich hier.

Jubiläumsausstellung

"10 Jahre Frankfurt liest ein Buch" ist vom 4. Mai bis 18. Mai in der Frankfurter Zentralbibliothek (Hasengasse 4) zu sehen. Rund 115.000 Besucher, 1.000 Veranstaltungen und 4.859 gelesene Seiten – Frankfurts Lesefest feiert sein zehntes Jahr. Grund genug, so die Veranstalter, um zurückzublicken auf die erste Idee und die Anfänge, die Macher und Schauplätze, natürlich auf die Bücher und ihre Autoren. Patinnen und Paten aus der Stadtgesellschaft stellen ihre Highlights der letzten zehn Jahre vor.

© Rowohlt

Das Buch

Bei Frankfurt liest ein Buch 2019 steht der Roman "Westend" von Martin Mosebach im Mittelpunkt. Bei Rowohlt ist eine Neuausgabe erschienen (894 S., 20 Euro). Zum Inhalt schreiben die Veranstalter:"Eduard Has sieht sich als Glückskind: Der Krieg hat seine Heimatstadt zwar gründlich zerstört, aber das eröffnet der eigenen Immobilienfirma im Frankfurter Westend ungeahnte Chancen. Seinen Erfolg adelt er mit einer stattlichen Sammlung des eben noch verfemten Expressionismus, neben die kühl-elegante Ehefrau tritt eine sinnliche Geliebte, die Tochter Lilly betet er an. Warum nur kann das Leben nicht ewig so weitergehen?

Westend spielt in dem in der Gründerzeit erbauten Frankfurter Stadtteil, der zwischen Palmengarten und der Alten Oper liegt. Im Geist der großen europäischen Gesellschaftsromane ist sein eigentlicher Gegenstand die Stadt mit ihren Bürgern aller Schichten. Durch die reiche Farbigkeit seiner Erzählung lässt Martin Mosebach im Schicksal der Figuren eine ganze Epoche deutscher Nachkriegsgeschichte lebendig werden: Spekulanten und Kunsthändler, Müllsammler, Hausmeister und Putzfrauen, die letzten Vertreter Altfrankfurter Bürgerlichkeit und ein jugendliches Liebespaar, das an den Sünden der Väter trägt und sie zu überwinden lernt. Ein fabelhaftes Epos über die Verwandlung einer städtischen Gesellschaft in den Aufbaujahren der Bundesrepublik – und ein Hauptwerk Martin Mosebachs, das, vor beinahe dreißig Jahren weitgehend unbeachtet erschienen, jetzt neu zu entdecken ist." 

Zum Lesefest

Frankfurt liest ein Buch wurde 2009 initiiert und konzipiert von dem gemeinnützigen Verein Frankfurt liest ein Buch e.V. Die Idee zum ersten Lesefest 2010 rund um den Roman "Kaiserhofstraße 12" von Valentin Senger hatte Verleger Klaus Schöffling. Seither wird jährlich ein Buch mit Frankfurt-Bezug in den Mittelpunkt gerückt und gelesen, geschauspielert, facettenreich diskutiert und in Stadt und Region aktiv erkundet. 2016 wurde Frankfurt liest ein Buch mit dem BKM-Preis Kulturelle Bildung der Bundesregierung für Kultur und Medien ausgezeichnet.

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